Wenn sechs Spitzenköche gemeinsam in der Küche stehen, muss es einen besonderen Anlass geben. In diesem Fall war es die wohl g'schmackigste Verneigung vor einem Kollegen, denn zu Ehren von Vitus Winkler und seiner Gault&Millau-Auszeichnung zum "Koch des Jahres" (LEADERSNET berichtete) kreierten seine Wegbegleiter Hannes Müller, Josef Steffner, Andreas Döllerer, Andreas Herbst, Jürgen Vigne und Stefan Birnbacherein ein exklusives Menü.
Ein Abend in St. Veit
Gefeiert wurde Winklers Meilenstein in St. Veit im Pongau mit zahlreichen Gästen und Freund:innen. Den emotionalen Auftakt bildete die Laudatio von Andreas Kössner, einem Freund seit Jugendtagen, der die Bedeutung des Titels zusammenfasste: "Koch des Jahres. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen." Dass die Stimmung trotz der kühlen Temperaturen herzlich und ausgelassen blieb, brachte Hannes Müller, Gault&Millau "Koch des Jahres 2025", in seiner Ansprache schmunzelnd auf den Punkt: "Ich war schon lange nicht mehr auf so einer schönen Garagenparty!"
Emotionaler Höhepunkt
Die offizielle Überreichung der Gault&Millau-Urkunde im Beisein von Tourismusstaatssekretärin Elisabeth Zehetner markierte den emotionalen Höhepunkt des Abends. Im Fokus stand dabei nicht nur allein die Trophäe, sondern vor allem die konsequente Entwicklung, die Vitus Winkler, der sich auch immer wieder für karitative Initiativen wie die Krebshilfe starkmacht (LEADERSNET berichtete), an die Spitze geführt hat.
Gault&Millau-Herausgeberin Martina Hohenlohe fand in ihrer Würdigung klare Worte für die Ausnahmeleistung: "Vitus Winkler hat für uns alle Boxen getickt: Er vereint technisches Können, kreative Energie und den Mut, seine eigene Linie zu gehen. Ein Koch, der konsequent Qualität über Bequemlichkeit stellt – und dafür heute gefeiert wird." Zusätzlich erhielt Winkler vom Messermacher Richard Kappeller ebenso wie sein Vorgänger Hannes Müller im vergangenen Jahr (LEADERSNET berichtete) ein handgefertigtes Messer.
Persönlich und emotional
Ein sichtlich bewegter Vitus Winkler nutzte die Bühne vor allem für Worte der Dankbarkeit. Ein besonderer Dank galt seiner Frau Eva-Maria, mit der er das Hotel und Restaurant gemeinsam leitet. "Wie ein Schiff", so Winkler, bringen sie den Betrieb jedes Jahr aufs Neue gemeinsam auf Kurs. "Diese Auszeichnung gehört nicht nur mir, sondern dem ganzen Team, meiner Frau und uns allen. Wenn man sieht, was wir in den letzten 14 Jahren aufgebaut haben, dann weiß man, dass das nur zusammen möglich war", so der 4-Hauben-Koch.
Auch der Rückblick auf seine Wurzeln durfte nicht fehlen – seine Eltern legten schon früh das Fundament für seine kulinarische Leidenschaft. Besonders eine Vorahnung seiner Mutter blieb ihm dabei bis heute im Gedächtnis: "Als ich mit meiner Mama damals in der Küche gestanden bin, hat sie gesagt: Du wirst einmal einer der besten Köche Österreichs." An diesem Abend in St. Veit wurde deutlich: Sie sollte recht behalten.
Wenn Kolleg:innen zu Freund:innen werden
Während des Abends trat immer deutlicher hervor, dass hier weit mehr als nur ein fachlicher Austausch stattfand – es war ein Fest der tiefen Verbundenheit. Die Riege der Gastköche bestand aus Wegbegleitern, die Winkler seit vielen Jahren eng verbunden sind. Diese gegenseitige Wertschätzung gipfelte in der gemeinsamen Arbeit am Herd, was den frisch gekürten Preisträger besonders bewegte: "Dass heute alle gekommen sind und mitkochen, macht die Freude noch größer, denn sie sind längst mehr als Kollegen, sondern echte Freunde geworden", hielt er sichtlich gerührt fest.
Neben der feierlichen Würdigung richtet Winkler den Fokus bereits auf die kommenden Projekte. Sein Credo bleibt dabei unverändert: "Gäste begeistern, inspirieren und ihnen eine ehrliche, gesunde Küche servieren". Sein Ziel ist es, durch die Kraft der alpinen Kräuterwelt ein neues Bewusstsein für den Wert unserer Nahrung zu schaffen. Er möchte vor allem junge Menschen dazu motivieren, Ernährung wieder bewusster und wertschätzender zu begreifen.
Von der Kür zur Küchenparty
Nach dem letzten Dessertgang verwandelte sich das festliche Setting in eine ausgelassene Küchenparty. Zu den Klängen von Live-Musik wich die feierliche Anspannung einer sichtlich gelösten Atmosphäre. Inmitten des Trubels zog der Gastgeber mit einem Lächeln Bilanz: "Heute versteht man es wirklich mal, dass man Koch des Jahres ist", so Winkler später gut gelaunt. Es war ein Abend, der unterstrich, dass hinter einer solchen Auszeichnung nicht nur eine einzelne Person steht, sondern ein starkes Fundament aus Familie, engen Wegbegleiter:innen und einem loyalen Team, das diesen Erfolg erst möglich macht.
Welche Speisen im Laufe des Abends ihren Weg auf die Teller fanden, sehen Sie in der Infobox.
www.gaultmillau.at
www.sonnhof-vituswinkler.at
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