Nach dem Triumph von JJ im Vorjahr wird Wien in knapp zwei Wochen zur Bühne des 70. Eurovision Song Contests (LEADERSNET berichtete unter anderem hier). Die Vorbereitungen für die Show, die rund 170 Millionen TV-Zuschauer:innen weltweit begeistern soll, laufen bereits auf Hochtouren. Ein erster Meilenstein wurde nun am Dienstag gesetzt, als Bundespräsident Alexander Van der Bellen die Bühne in der Wiener Stadthalle offiziell eröffnete (LEADERSNET berichtete).
Zusätzlich zum Millionenpublikum vor den Bildschirmen werden mehr als 500.000 Besucher:innen vor Ort in Wien erwartet – und ein Großevent dieser Dimension braucht natürlich nicht nur eine spektakuläre Show, sondern auch ein ausgeklügeltes Nachhaltigkeitskonzept. Ein Teil davon sind 100.000 eigens gestaltete Mehrwegbecher, die die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) gemeinsam mit OMV, Borouge International und Greiner Packaging an die ESC-Veranstaltungsorte bringt. Das Material dafür stammt vollständig aus österreichischen Kunststoffsammlungen über Gelbe Tonne und Gelben Sack. Laut den Projektpartnern sollen dadurch rund fünf Tonnen neu gewonnene Rohstoffe eingespart werden. Vom gesammelten Verpackungsmaterial bis zum fertigen Becher bleibt die Wertschöpfung in Österreich, weswegen die beteiligten Unternehmen von einem "Austrian-Closed-Loop" sprechen.
Vom Abfallstrom zum Mehrwegbecher
Die Kunststoffverpackungen werden zunächst in der oberösterreichischen TriPlast-Anlage sortiert und anschließend über das ARA-Verfahren "Upcycle" für die weitere Verarbeitung vorbereitet. Über die ReOil-Technologie der OMV und nachgelagerte Schritte entsteht daraus ein Kunststoffgranulat, das auch für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet ist. Die fertigen Becher produziert Greiner Packaging.
"Unsere Mehrwegbecher für den ESC sind ein Best Practice der österreichischen Kreislaufwirtschaft. Das von der ARA entwickelte und patentierte Verfahren Upcycle ermöglicht es, dabei Kunststoffsortierreste einzusetzen, die zum Beispiel sehr klein sind oder aus unterschiedlichen chemischen Stoffen bestehen. Früher konnten diese nur thermisch verwertet werden, heute erhalten sie ein zweites Leben als Mehrwegbecher, die nicht nur zu 100 Prozent aus Recyclingmaterial bestehen, sondern auch absolut lebensmittelsicher sind. Mit den 100.000 Bechern aus Kunststoffrezyklat sparen wir rund fünf Tonnen an natürlichen Rohstoffen ein – ein wichtiger Beitrag zur Ressourcenschonung", betont ARA-Vorstandssprecher Harald Hauke.
Martijn van Koten, OMV Executive Vice President Fuels & Chemicals, sagt: "Wir zeigen beim Eurovision Song Contest, wie innovative Kreislaufwirtschaft realisiert wird: Durch die Umwandlung gebrauchter Kunststoffe in hochwertigen Rohstoff in Primärqualität vermeiden wir den Einsatz konventioneller Ressourcen und senken damit den CO₂-Fußabdruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Gemeinsam mit unseren Partnern entsteht so ein österreichisches Kreislaufwirtschaftsprojekt, das eindrucksvoll demonstriert, wie industrielle Lösungen Nachhaltigkeit im großen Maßstab ermöglichen."
"Das Recycling im geschlossenen Kreislauf ist der Schlüssel zu einem hohen Maß an Nachhaltigkeit. Unser 'Borcycle C'-Portfolio an chemisch recycelten Kunststoffabfällen ermöglicht es, die Kunststoffe wieder in Anwendungen mit Lebensmittelkontakt wie diesen Trinkbechern einzusetzen: So erreichen wir Recycling bis hin zu den anspruchsvollsten Anwendungen, für die unsere Kunststoffe im Alltag genutzt werden", erklärt Shanila Baseley, Vice President Sales bei Borealis, Teil von Borouge International.
"Mit den ESC-Mehrwegbechern machen wir sichtbar, wie Kreislaufwirtschaft in der Praxis funktioniert: hochwertig, innovativ und nachhaltig. Die exklusive Limited Edition verbindet ein markantes Außendesign mit einer Innenseite, die den österreichischen Closed-Loop-Prozess zeigt – vom Gelben Sack bis zum fertigen Becher. Damit setzen wir bei einem internationalen Großevent ein klares Zeichen für Abfallvermeidung und verantwortungsvolle Veranstaltungen", hebt Greiner Packaging CEO Beatrix Praeceptor hervor.
Die Becher kommen in drei verschiedenen Designs daher. © ARA / Daniel Willinger
Recycling-Guide in 25 Sprachen
Die Becher werden bei der Hauptveranstaltung sowie bei offiziellen Side-Events eingesetzt. Was nach dem ESC nicht als Erinnerungsstück bei Besucher:innen bleibt, soll weiter genutzt oder wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden: beschädigte oder abgenutzte Exemplare werden recycelt, wiederverwendbare Becher an soziale Einrichtungen weitergegeben.
Über einen aufgedruckten QR-Code gelangen Gäste außerdem zu DigiDot, dem digitalen Recycling-Guide der ARA. Die Anwendung bietet Informationen in 25 Sprachen, verweist auf Sammelstellen in der Nähe und soll beim richtigen Trennen von Abfällen helfen.
"Der Eurovision Song Contest 2026 in Wien soll nicht nur ein unvergessliches Musikereignis sein – sondern auch zeigen, dass ein Event dieser Größenordnung verantwortungsvoll als Green Event umgesetzt werden kann. Diese Mehrwegbecher sind für mich eines der schönsten Beispiele dafür: Eine Innovation aus Österreich, 100 Prozent österreichisches Recyclingmaterial, direkt aus dem Gelben Sack in die Hände der Gäste aus aller Welt. Die Becher, die ja oft als beliebte Sammelobjekte mit nach Hause genommen werden, werden noch lange an den Eurovision Song Contest 2026 in Wien erinnern", sagt Michael Krön, Executive Producer Eurovision Song Contest 2026.
www.ara.at
www.omv.com
www.borougeinternational.com
www.greiner-gpi.com
www.digi-cycle.at
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