Viele Menschen kennen das mulmige Gefühl, wenn der Blick in die Tiefe geht. Wie verbreitet dieses Unbehagen tatsächlich ist, zeigt nun eine neue österreichweite Umfrage unter 525 Personen zwischen 14 und 75 Jahren im Auftrag des Donauturm Wien: Fast zwei Drittel (66%) der Bevölkerung fühlen sich demnach in großen Höhen unwohl. Genau an jenem Ort, an dem dieses Gefühl für viele besonders präsent ist, soll nun ein neues Workshop-Format ansetzen.
Höhenangst in Österreich kein Randthema
Konkret gaben 22 Prozent der Befragten an, sich in großen Höhen stark unwohl zu fühlen, weitere 44 Prozent beschrieben ein mittleres Unwohlsein. Vier von zehn Personen ordnen dieses Empfinden sogar ausdrücklich als Höhenangst ein. Dass sich diese Unsicherheit nicht nur in der Theorie zeigt, sondern auch reale Auswirkungen hat, macht ein weiterer Wert deutlich: 55 Prozent haben nach eigenen Angaben bereits mindestens einmal bewusst auf eine Aktivität verzichtet, weil sie mit Höhe verbunden war.
Besonders häufig lösen Glasplattformen oder Skywalks Unbehagen aus, die von 51 Prozent als herausfordernd genannt werden. Dahinter folgen Leitern beziehungsweise Arbeiten in der Höhe mit 48 Prozent sowie offene Aussichtsplattformen oder -terrassen mit Geländer oder anderer Absicherung mit 35 Prozent. Selbst bei Aussichtstürmen mit geschlossenen Bereichen fühlen sich noch 14 Prozent unwohl. Typische Reaktionen darauf reichen vom Bedürfnis, sich festhalten zu müssen (47%), über Unsicherheit beim Gehen (42%) und Herzklopfen oder erhöhten Puls (36%) bis hin zu weichen Knien (33%) und Panikgefühlen (25%).
Höhenangst-Workshop im höchsten Bauwerk Österreichs
Angesichts dieser Ergebnisse hat sich Österreichs höchstes Bauwerk etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Der Donauturm hat gemeinsam mit dem auf Angst- und Zwangsstörungen spezialisierten Psychologischen Zentrum Phobius einen praxisnahen Workshop entwickelt, der sich gezielt an Menschen mit leichter bis moderater Höhenangst richtet. Ziel sei es, Betroffenen Wege aufzuzeigen, ihre Unsicherheit besser einzuordnen und ihr schrittweise entgegenzuwirken.
Dabei setzt das Format bewusst auf die reale Umgebung statt auf bloße Theorie. Mit seiner Gesamthöhe von 252 Metern bietet der Donauturm nämlich unterschiedliche Ebenen und Perspektiven, die als Übungsraum genutzt werden können. Im Rahmen des insgesamt dreistündigen Workshops steht zunächst eine einstündige Einführung am Programm, in der grundlegendes Wissen zur Entstehung von Höhenangst, zu typischen körperlichen Reaktionen sowie zu psychologischen Mechanismen hinter Angst vermittelt wird. Ergänzt wird dieser Teil durch Strategien zur Selbstregulation, etwa mit Atemtechniken, Entspannungsübungen und hilfreichen gedanklichen Ansätzen.
Im Anschluss wird das Erlernte direkt vor Ort angewendet: In Zweier-Teams arbeiten sich die Teilnehmenden durch vier aufeinander aufbauende Schwierigkeitsstufen und reflektieren ihre Erfahrungen laufend gemeinsam mit Psycholog:innen. Die Übungen führen unter anderem auf die Treppe mit Aussicht zwischen 160 und 155 Metern, auf die Innenterrasse in 155 Metern Höhe, auf die Außenterrasse in 150 Metern Höhe sowie ins Turm Café auf 160 Metern. Wer sich darüber hinaus noch einer zusätzlichen Herausforderung stellen möchte, kann zum Abschluss auch die Donauturm-Rutsche testen, die als höchste Rutsche Europas vom Zentralgeschoss in 165 Metern Höhe bis zur Aussichtsebene auf 150 Metern führt.
"Als höchstes Bauwerk Österreichs erleben wir täglich, dass viele Menschen in großen Höhen Unsicherheit oder Unbehagen empfinden. Deshalb wollten wir genauer verstehen, wie verbreitet dieses Thema tatsächlich ist. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, wie präsent Höhenangst in Österreich ist. Wir als Wiener Wahrzeichen sehen es daher als unsere Verantwortung, ein Angebot zu schaffen, das Betroffenen Sicherheit vermittelt und sie gezielt bei der Überwindung ihrer Unsicherheit unterstützt. Als erste Sehenswürdigkeit weltweit bieten wir ab sofort einen speziellen Workshop an", so Roman Bauer, Geschäftsführer Donauturm Wien. Mit diesem Angebot wolle man den Blickwinkel bewusst erweitern: "Wir machen den Turm zu einem Ort, an dem Menschen persönliche Herausforderungen aktiv angehen und über sich hinauswachsen können", so Bauer abschließend.
Mehr Informationen zum Workshop sowie Tipps zur Regulierung von Höhenangst finden Sie in unseren Infoboxen.
www.donauturm.at
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