Training in luftiger Höhe
Donauturm startet Workshop für Menschen mit Höhenangst

| Larissa Bilovits 
| 22.04.2026

Zwei Drittel der Österreicher:innen fühlen sich laut einer aktuellen Studie in großen Höhen unwohl. Im höchsten Bauwerk Österreichs soll nun eine Art Konfrontationstherapie dabei helfen, diese Angst zu überwinden.

Viele Menschen kennen das mulmige Gefühl, wenn der Blick in die Tiefe geht. Wie verbreitet dieses Unbehagen tatsächlich ist, zeigt nun eine neue österreichweite Umfrage unter 525 Personen zwischen 14 und 75 Jahren im Auftrag des Donauturm Wien: Fast zwei Drittel (66%) der Bevölkerung fühlen sich demnach in großen Höhen unwohl. Genau an jenem Ort, an dem dieses Gefühl für viele besonders präsent ist, soll nun ein neues Workshop-Format ansetzen.

Höhenangst in Österreich kein Randthema

Konkret gaben 22 Prozent der Befragten an, sich in großen Höhen stark unwohl zu fühlen, weitere 44 Prozent beschrieben ein mittleres Unwohlsein. Vier von zehn Personen ordnen dieses Empfinden sogar ausdrücklich als Höhenangst ein. Dass sich diese Unsicherheit nicht nur in der Theorie zeigt, sondern auch reale Auswirkungen hat, macht ein weiterer Wert deutlich: 55 Prozent haben nach eigenen Angaben bereits mindestens einmal bewusst auf eine Aktivität verzichtet, weil sie mit Höhe verbunden war.

Besonders häufig lösen Glasplattformen oder Skywalks Unbehagen aus, die von 51 Prozent als herausfordernd genannt werden. Dahinter folgen Leitern beziehungsweise Arbeiten in der Höhe mit 48 Prozent sowie offene Aussichtsplattformen oder -terrassen mit Geländer oder anderer Absicherung mit 35 Prozent. Selbst bei Aussichtstürmen mit geschlossenen Bereichen fühlen sich noch 14 Prozent unwohl. Typische Reaktionen darauf reichen vom Bedürfnis, sich festhalten zu müssen (47%), über Unsicherheit beim Gehen (42%) und Herzklopfen oder erhöhten Puls (36%) bis hin zu weichen Knien (33%) und Panikgefühlen (25%).

Höhenangst-Workshop im höchsten Bauwerk Österreichs

Angesichts dieser Ergebnisse hat sich Österreichs höchstes Bauwerk etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Der Donauturm hat gemeinsam mit dem auf Angst- und Zwangsstörungen spezialisierten Psychologischen Zentrum Phobius einen praxisnahen Workshop entwickelt, der sich gezielt an Menschen mit leichter bis moderater Höhenangst richtet. Ziel sei es, Betroffenen Wege aufzuzeigen, ihre Unsicherheit besser einzuordnen und ihr schrittweise entgegenzuwirken.

Dabei setzt das Format bewusst auf die reale Umgebung statt auf bloße Theorie. Mit seiner Gesamthöhe von 252 Metern bietet der Donauturm nämlich unterschiedliche Ebenen und Perspektiven, die als Übungsraum genutzt werden können. Im Rahmen des insgesamt dreistündigen Workshops steht zunächst eine einstündige Einführung am Programm, in der grundlegendes Wissen zur Entstehung von Höhenangst, zu typischen körperlichen Reaktionen sowie zu psychologischen Mechanismen hinter Angst vermittelt wird. Ergänzt wird dieser Teil durch Strategien zur Selbstregulation, etwa mit Atemtechniken, Entspannungsübungen und hilfreichen gedanklichen Ansätzen.

Im Anschluss wird das Erlernte direkt vor Ort angewendet: In Zweier-Teams arbeiten sich die Teilnehmenden durch vier aufeinander aufbauende Schwierigkeitsstufen und reflektieren ihre Erfahrungen laufend gemeinsam mit Psycholog:innen. Die Übungen führen unter anderem auf die Treppe mit Aussicht zwischen 160 und 155 Metern, auf die Innenterrasse in 155 Metern Höhe, auf die Außenterrasse in 150 Metern Höhe sowie ins Turm Café auf 160 Metern. Wer sich darüber hinaus noch einer zusätzlichen Herausforderung stellen möchte, kann zum Abschluss auch die Donauturm-Rutsche testen, die als höchste Rutsche Europas vom Zentralgeschoss in 165 Metern Höhe bis zur Aussichtsebene auf 150 Metern führt.

"Als höchstes Bauwerk Österreichs erleben wir täglich, dass viele Menschen in großen Höhen Unsicherheit oder Unbehagen empfinden. Deshalb wollten wir genauer verstehen, wie verbreitet dieses Thema tatsächlich ist. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, wie präsent Höhenangst in Österreich ist. Wir als Wiener Wahrzeichen sehen es daher als unsere Verantwortung, ein Angebot zu schaffen, das Betroffenen Sicherheit vermittelt und sie gezielt bei der Überwindung ihrer Unsicherheit unterstützt. Als erste Sehenswürdigkeit weltweit bieten wir ab sofort einen speziellen Workshop an", so Roman Bauer, Geschäftsführer Donauturm Wien. Mit diesem Angebot wolle man den Blickwinkel bewusst erweitern: "Wir machen den Turm zu einem Ort, an dem Menschen persönliche Herausforderungen aktiv angehen und über sich hinauswachsen können", so Bauer abschließend.

Mehr Informationen zum Workshop sowie Tipps zur Regulierung von Höhenangst finden Sie in unseren Infoboxen.

www.donauturm.at

Über den Workshop

Die Workshops finden jeweils von 09:00 bis 12:00 Uhr an folgenden Terminen statt:

  • Montag, 18. Mai 2026
  • Dienstag, 9. Juni 2026
  • Samstag, 20. Juni 2026
  • Montag, 14. September 2026
  • Dienstag, 29. September 2026
  • Montag, 12. Oktober 2026
  • Dienstag, 27. Oktober 2026
  • Montag, 9. November 2026
  • Dienstag, 24. November 2026

Kosten: 199 Euro pro Person inkl. Eintrittsticket, Rutschen-Ticket sowie dreistündiger therapeutischer Begleitung

Teilnehmerzahl: min. 4 bis max. 14 Personen

Der Workshop richtet sich an Personen mit leichter bis moderater Höhenangst, die ihre Sicherheit im Umgang mit Höhe gezielt trainieren möchten. Der Workshop stellt jedoch keine klinisch-psychologische Behandlung oder Psychotherapie dar, sondern ein eigenverantwortliches Training im Gruppensetting.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Fünf Tipps zur Regulierung von Höhenangst

  1. Atmung bewusst steuern: Ruhig und tief atmen (vier Sekunden ein, sechs Sekunden aus).
  2. Bodenkontakt herstellen: Füße fest auf den Boden drücken und Zehen leicht bewegen.
  3. Muskeln entspannen: Durch leichte Dehnübungen entspannen.
  4. Realitäts-Check im Kopf: Sich bewusst sagen: "Ich bin sicher. Es besteht keine echte Gefahr."
  5. Sicherheitsverhalten erkennen: Rückzugsimpulse erkennen und bewusst gegensteuern.

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Über den Workshop

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  • Montag, 18. Mai 2026
  • Dienstag, 9. Juni 2026
  • Samstag, 20. Juni 2026
  • Montag, 14. September 2026
  • Dienstag, 29. September 2026
  • Montag, 12. Oktober 2026
  • Dienstag, 27. Oktober 2026
  • Montag, 9. November 2026
  • Dienstag, 24. November 2026

Kosten: 199 Euro pro Person inkl. Eintrittsticket, Rutschen-Ticket sowie dreistündiger therapeutischer Begleitung

Teilnehmerzahl: min. 4 bis max. 14 Personen

Der Workshop richtet sich an Personen mit leichter bis moderater Höhenangst, die ihre Sicherheit im Umgang mit Höhe gezielt trainieren möchten. Der Workshop stellt jedoch keine klinisch-psychologische Behandlung oder Psychotherapie dar, sondern ein eigenverantwortliches Training im Gruppensetting.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Fünf Tipps zur Regulierung von Höhenangst

  1. Atmung bewusst steuern: Ruhig und tief atmen (vier Sekunden ein, sechs Sekunden aus).
  2. Bodenkontakt herstellen: Füße fest auf den Boden drücken und Zehen leicht bewegen.
  3. Muskeln entspannen: Durch leichte Dehnübungen entspannen.
  4. Realitäts-Check im Kopf: Sich bewusst sagen: "Ich bin sicher. Es besteht keine echte Gefahr."
  5. Sicherheitsverhalten erkennen: Rückzugsimpulse erkennen und bewusst gegensteuern.

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