PwC-Studie zeigt digitale Resilienz
So trotzen Familienbetriebe dem Wettbewerbsdruck

| Tobias Seifried 
| 23.04.2026

Eine aktuelle Studie offenbart einen massiven Transformationsdruck für diese Unternehmen, von denen es hierzulande rund 199.000 gibt. Während fast ein Drittel mit Umsatzeinbußen kämpft, rücken neue Prioritäten ins Zentrum der Wettbewerbsstrategie.

Österreichs Wirtschaft wäre ohne Familienbetriebe ziemlich aufgeschmissen. Insgesamt gibt es hierzulande rund 198.800 solche Unternehmen, die knapp 2,2 Millionen Mitarbeiter:innen beschäftigen. Doch die aktuelle "Global Family Business Survey" von PwC, für die 150 Betriebe aus der DACH-Region befragt wurden (siehe Infobox), zeichnet ein forderndes Bild.

Demnach mussten 30 Prozent der Familienunternehmen im Jahr 2025 Umsatzeinbußen hinnehmen – ein Wert, der doppelt so hoch liegt wie der globale Durchschnitt von 15 Prozent. Auch die Wachstumserwartungen für die kommenden zwei Jahre bleiben mit knapp 60 Prozent verhalten.

Strategische Neuausrichtung gegen den Wettbewerbsdruck

Als größte Belastungsfaktoren identifiziert die Studie den immensen Wettbewerbsdruck (74 Prozent), die Talententwicklung (55 Prozent) sowie eine hohe Regulierungsdichte (34 Prozent). Laut Rudolf Krickl, CEO und Family Business Leader von PwC Österreich, würden die traditionellen Stärken wie Stabilität und Langfristigkeit derzeit auf eine harte Probe gestellt. Er betont jedoch, dass jene Akteur:innen, die sich nicht mehr ausschließlich auf ihr bisheriges Kerngeschäft verlassen, gestärkt aus der Krise hervorgehen könnten. Der bestehende Druck zwinge die Betriebe dazu, neue Strategien zu entwickeln.

Technologie und Agilität als Hebel

Trotz der wirtschaftlichen Volatilität sehen 73 Prozent der Befragten im technologischen Fortschritt und 71 Prozent in der Automatisierung zentrale Wachstumshebel. Damit liegen die DACH-Unternehmen deutlich über dem weltweiten Schnitt. Ein Widerspruch zeige sich jedoch in der Anwendung: Lediglich 24 Prozent stufen sich selbst als "Early Adopter" neuer Technologien ein. Um diese Lücke zu schließen, bedürfe es laut Studie verstärkter Investitionen in KI-Anwendungen und die digitale Qualifizierung der Belegschaft.

Dabei gelte die Agilität der Familienbetriebe als wesentlicher Vorteil. 73 Prozent der Teilnehmenden verweisen auf schnelle Entscheidungswege, während 69 Prozent die rasche operative Anpassungsfähigkeit hervorheben.

Resilienz durch externe Impulse und Nachfolgeproblematik

Ein Paradigmenwechsel zeichnet sich der Analyse zufolge beim Thema Resilienz ab. Statt auf Abgrenzung setzen 39 Prozent der Unternehmen im DACH-Raum künftig auf externe Expert:innen in der Geschäftsführung. 35 Prozent beabsichtigen, ihre Kontrollgremien diverser aufzustellen, um Impulse in Bereichen wie Nachhaltigkeit oder Künstliche Intelligenz zu gewinnen.

Kritisch bleibe indes die Nachfolgeplanung: Ein Drittel der Unternehmen verfügt demnach über kein klares Konzept für die Übergabe. Erschwerend komme hinzu, dass 44 Prozent der potenziellen Nachfolger:innen wenig Interesse an einer Übernahme der Führungsposition zeigen.

Fokus auf die kommenden fünf Jahre

Für die nahe Zukunft haben die Betriebe klare Prioritäten gesetzt. Ganz oben auf der Agenda stehen der Aufbau langfristiger Resilienz (90 Prozent), die Steigerung der finanziellen Performance (82 Prozent) sowie die digitale Transformation (82 Prozent).

Krickl hält fest, dass der Wille zur Veränderung vorhanden sei, die Umsetzung jedoch entscheidend bleibe. Die Unternehmen müssten Tempo aufnehmen und sich für neue Wege öffnen. "Nur wer Geschwindigkeit, Offenheit und Innovationskraft vereint, kann in einer komplexen Welt als Vorreiter bestehen und die Zukunft seines Unternehmens langfristig sichern", so der PwC-Österreich-Chef abschließend.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.

www.pwc.at

Über die Family Business Survey

Für die 12. Global Family Business Survey hat PwC 1.325 Familienunternehmen in 62 Ländern befragt, davon 150 im deutschsprachigen Raum (DACH), von denen etwa die Hälfte aus dem industriellen Mittelstand stammt.

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