ImmoScout24 und Winegg haben gemeinsam die aktuelle Lage am österreichischen Immobilienmarkt analysiert. Die Experten Markus Dejmek, Geschäftsführer von ImmoScout24 in Österreich, und Hannes Speiser, Prokurist bei Winegg, sehen dabei eine deutliche Belebung der Nachfrage nach Eigentumswohnungen sowie erste Preissteigerungen.
Nachfrage zieht erneut an
Das Interesse am Kauf von Eigentumswohnungen ist bereits im zweiten Jahr in Folge gestiegen. Laut ImmoScout24 lag die Nachfrage auf der Plattform 2025 um 17 Prozent über dem Vorjahr. Parallel dazu entwickelten sich auch die Preise nach oben.
"Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen entwickelt sich bei uns seit 2024 sehr dynamisch steigend. Parallel dazu sahen wir auch wieder erste Preisbewegungen. Alles blickt derzeit auf die Geopolitik und Zinsen. Doch aus heutiger Sicht auf die Fixzinssätze sollte die Trendwende bestehen bleiben – das Kaufinteresse ist jedenfalls da", schätzt Markus Dejmek den aktuellen Markt ein.
Auch aus der Praxis wird diese Entwicklung bestätigt. "Wir verzeichnen derzeit wieder deutlich mehr Nachfrage nach Eigentumswohnungen. Nach einer zurückhaltenden Phase in den letzten zwei Jahren kehren vor allem Käufer:innen mit langfristiger Perspektive verstärkt in den Markt zurück", sagt Hannes Speiser.
Preise steigen moderat
Die Angebotspreise für Eigentumswohnungen sind 2025 österreichweit um vier Prozent gestiegen und lagen im Durchschnitt bei 6.041 Euro pro Quadratmeter. Für eine Wohnung mit 70 Quadratmetern ergibt sich daraus ein durchschnittlicher Kaufpreis von rund 420.000 Euro.
Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: Tirol weist mit 7.043 Euro pro Quadratmeter das höchste Preisniveau auf, gefolgt von Vorarlberg mit 6.901 Euro und Wien mit 6.636 Euro. Deutlich günstiger bleibt es in der Steiermark, wo Eigentumswohnungen im Schnitt 4.331 Euro pro Quadratmeter kosten.
Besonders stark entwickelte sich die Nachfrage in Wien und der Steiermark mit jeweils plus 21 Prozent. Auch Vorarlberg (+20 %) und Tirol (+18 %) verzeichneten spürbare Zuwächse.
Ausblick bleibt positiv
Für die kommenden Jahre rechnen die Experten mit einer stabilen Entwicklung. "Für 2026 rechnen wir mit einem stabilen Marktumfeld und einer steigenden Abschlussdynamik. Aufgrund der geringen Neubautätigkeit bleibt das Angebot begrenzt, weshalb wir bei Projekten in guten Lagen wieder von leicht steigenden Preisen ausgehen", so Speiser.
Eine wichtige Rolle spielen dabei auch politische Rahmenbedingungen. "Wichtig sind verlässliche Rahmenbedingungen, etwa bei Finanzierung und raschen Genehmigungsverfahren. Dadurch kann neues Eigentum und dringend benötigter Lebensraum wieder leichter erreichbar werden", betont er.
Geopolitik sorgt für kurzfristige Unsicherheit
Internationale Entwicklungen könnten den Markt kurzfristig beeinflussen. Insbesondere geopolitische Spannungen und mögliche Auswirkungen auf Inflation und Zinsen könnten zur Zurückhaltung führen. Langfristig bleibt der Ausblick jedoch stabil. "Neue Inflationsimpulse und steigende Zinsen könnten kurzfristig zu mehr Zurückhaltung führen. Langfristig bleiben hochwertige Wohnimmobilien in guten Lagen jedoch eine stabile Wertanlage für Generationen", erklärt Speiser.
Auch ImmoScout24 sieht eine positive Entwicklung: "Auf unserer Plattform sehen wir, wie die Nachfrage der Nutzer:innen anzieht, bevor sich diese Entwicklung später in Transaktionen und Preisen am Markt widerspiegelt. Vor diesem Hintergrund blicke ich für 2026 weiterhin positiv auf die Branche", so Dejmek abschließend.
www.immobilienscout24.at
www.winegg.at
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