Neue KFV-Kampagne
Zirkus-Profis zeigen, wie der Frühjahrsputz sicherer gelingt

Mit der neuen Kampagne "Haushaltsartist:in" will das KFV rechtzeitig zur Frühjahrsputz-Saison auf typische Unfallrisiken im Haushalt aufmerksam machen. Unterstützung kommt dabei von professionellen Artist:innen, die zeigen, wie sich riskante Balanceakte beim Putzen sicherer bewältigen lassen.

Jeden Tag verletzen sich in Österreich durchschnittlich 82 Menschen bei Reinigungsarbeiten im Haushalt so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen – das entspricht rund 30.000 Betroffenen pro Jahr (Stand 2025). Besonders häufig handelt es sich laut der Unfalldatenbank IDB-Austria der Präventionsinstitution KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) um Sturzverletzungen, auf die 61 Prozent der Fälle entfallen. Ausgelöst werden diese etwa beim Staubwischen auf wackeligen Hockern, instabilen Stühlen oder gar rollenden Schreibtischsesseln. Hinzu kommt, dass mehr als die Hälfte aller Reinigungsunfälle, konkret 54 Prozent, auf Ablenkung, Hektik oder Unachtsamkeit zurückzuführen ist.

Dass riskante Balanceakte und unüberlegte Handgriffe nicht nur beim Putzen zum Problem werden, zeigt auch der Blick auf das gesamte Unfallgeschehen im Haushalt. So mussten im vergangenen Jahr insgesamt 237.300 Menschen nach Sturzverletzungen im häuslichen Umfeld im Krankenhaus behandelt werden. "Stolper- und Sturzunfälle sind typisch und werden etwa durch eine gefährliche Verlagerung des Schwerpunkts bei waghalsigen Balanceakten verursacht. Oft wird versucht, Zeit einzusparen, indem man Gegenstände noch stehen lässt oder die Leiter nicht extra nochmals umstellen möchte. Durch Hektik und Multitasking-Versuche entstehen dann gefährliche Unfallsituationen. Ein Klassiker ist hier auch der vergessene Staubsauger, der zu einem Unfall führen kann", erklärt Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Fachbereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV.

Zirkus-Profis geben Tipps an "Haushaltsartist:innen"

Da sich mit der Frühjahrsputz-Saison die Unfälle traditionell häufen, hat das KFV nun eine neue Präventionskampagne unter dem Titel "Haushaltsartist:in" gestartet. Unterstützung kommt dabei von Zirkus-Profis des "zirkus kollektiv kaudawelsch", die zeigen, wie sich typische Balanceakte im Alltag sicherer bewältigen lassen. Im Mittelpunkt stehen neben dem richtigen Verhalten auf Leitern oder instabilen Unterlagen auch Themen wie Gleichgewicht, Stabilität und ein bewusster Umgang mit Sturzrisiken. Besonders relevant sei das auch mit Blick auf ältere Menschen, da mehr als die Hälfte der Verletzten bei Reinigungsunfällen – konkret 52 Prozent – zur Gruppe der Senior:innen gehört.

Dabei betonen die Artist:innen, dass sich sicheres Fallen, Gleichgewicht und Körperstabilität gezielt trainieren lassen. "Sicheres Stürzen müssen wir unser ganzes Leben lang regelmäßig üben. Besonders Kinder und junge Menschen sind gut darin zu stürzen, aber wir alle können es trainieren. Verletzungen bei einem Sturz zu verhindern, sollte möglichst früh beginnen: Je vielseitiger und je mehr wir uns schon als junge Menschen bewegen, desto gesünder und ergonomischer sind wir dann auch im höheren Alter", sagt Zirkus-Profi Tobias Mechtler. Sein Kollege Hubert Wieser ergänzt: "Ich bin überzeugt davon, dass man ganz oft üben muss, um sicher hinzufallen. Das ist einerseits das sichere Abrollen, das viele aus Kampfsportarten kennen. Andererseits ist es wichtig, dass der Raum, in dem man übt, entsprechend leer ist und dass überall dort, wo Fallen möglich ist, genug Platz ist, um sicher abzurollen." Ergänzend verweist Artistin Stephanie Skrein auf regelmäßiges Rumpf- und Ganzkörpertraining, während Mechtler bei Arbeiten im Haushalt vor allem auf rutschfeste Schuhe, einen stabilen Stand, genügend Zeit und den sicheren Einsatz von Leitern pocht. Die grundsätzliche Empfehlung bringt Sicherheitsexpertin Trauner-Karner abschließend auf den Punkt: "Überlassen Sie die Kunststücke lieber den Profis."

Mehr Präventionstipps für einen sicheren Frühjahrsputz lesen Sie in unserer Infobox.

www.kfv.at

Präventionstipps für einen sicheren Frühjahrsputz

  1. Versuchen Sie nicht zu multitasken. Legen Sie einen Plan fest, teilen Sie die Aufgaben in kleinere Schritte auf, die Sie bedachtsam erledigen können.
  2. Machen Sie regelmäßig Pausen – ganz besonders, wenn Sie sich unwohl oder schwindlig fühlen. Übermüdung führt zu Unachtsamkeit und erhöht das Unfallrisiko. 
  3. Nutzen Sie geeignete Schutzmaßnahmen: Tragen Sie Kleidung, die für die Aufgabe geeignet ist. Wählen Sie festes, rutschfestes Schuhwerk. Handschuhe und Schutzbrillen verhindern zudem Verletzungen durch Reinigungsmittel.
  4. Beseitigen Sie Stolperfallen: Räumen Sie Putzutensilien und andere Gegenstände weg, über die Sie stolpern könnten. Beachten Sie etwa auch ein angestecktes Staubsaugerkabel. Stecken Sie den Staubsauger immer aus, wenn er gerade nicht in Betrieb ist bzw. Sie die Aufgabe pausieren.
  5. Wählen Sie nur geeignete Aufstiegshilfen: Eine sichere Leiter mit rutschsicheren Standfüßen und Trittflächen sollte in keinem Haushalt fehlen. Stühle, Tische oder andere Einrichtungsgegenstände sollten nicht als Steighilfen verwendet werden. Stellen Sie die Leiter auf festen Untergrund und so, dass Sie den gewünschten Bereich gut erreichen können. Stellen Sie die Leiter gegebenenfalls um, um Balanceakte zu vermeiden. Machen Sie bedachte Bewegungen und Tritte auf der Leiter. Achten Sie darauf, Gegenstände in der Nähe wegzuräumen, um Stolperfallen beim Absteigen zu verhindern.
  6. Mischen Sie Putzmittel nicht und verwenden Sie diese auch nicht unmittelbar hintereinander. Dadurch können gefährliche chemische Reaktionen in Gang gesetzt werden.
  7. Achtung rutschig: Seien Sie vorsichtig nach dem Aufwaschen, da nasser Boden rutschig sein kann.
  8. Seien Sie vorsichtig beim Fensterputzen, wenn Kinder im Haushalt sind: Achten Sie darauf, dass diese ständig beaufsichtigt sind, wenn ein Fenster geöffnet ist. Kleinkinder sollten in Griffweite beaufsichtigt werden. Zum Lüften können Fenster alternativ gekippt werden, um Fensterstürze zu verhindern. Nehmen Sie Kinder immer mit, etwa wenn der Paketbote an der Tür ist oder das Telefon klingelt.

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Präventionstipps für einen sicheren Frühjahrsputz

  1. Versuchen Sie nicht zu multitasken. Legen Sie einen Plan fest, teilen Sie die Aufgaben in kleinere Schritte auf, die Sie bedachtsam erledigen können.
  2. Machen Sie regelmäßig Pausen – ganz besonders, wenn Sie sich unwohl oder schwindlig fühlen. Übermüdung führt zu Unachtsamkeit und erhöht das Unfallrisiko. 
  3. Nutzen Sie geeignete Schutzmaßnahmen: Tragen Sie Kleidung, die für die Aufgabe geeignet ist. Wählen Sie festes, rutschfestes Schuhwerk. Handschuhe und Schutzbrillen verhindern zudem Verletzungen durch Reinigungsmittel.
  4. Beseitigen Sie Stolperfallen: Räumen Sie Putzutensilien und andere Gegenstände weg, über die Sie stolpern könnten. Beachten Sie etwa auch ein angestecktes Staubsaugerkabel. Stecken Sie den Staubsauger immer aus, wenn er gerade nicht in Betrieb ist bzw. Sie die Aufgabe pausieren.
  5. Wählen Sie nur geeignete Aufstiegshilfen: Eine sichere Leiter mit rutschsicheren Standfüßen und Trittflächen sollte in keinem Haushalt fehlen. Stühle, Tische oder andere Einrichtungsgegenstände sollten nicht als Steighilfen verwendet werden. Stellen Sie die Leiter auf festen Untergrund und so, dass Sie den gewünschten Bereich gut erreichen können. Stellen Sie die Leiter gegebenenfalls um, um Balanceakte zu vermeiden. Machen Sie bedachte Bewegungen und Tritte auf der Leiter. Achten Sie darauf, Gegenstände in der Nähe wegzuräumen, um Stolperfallen beim Absteigen zu verhindern.
  6. Mischen Sie Putzmittel nicht und verwenden Sie diese auch nicht unmittelbar hintereinander. Dadurch können gefährliche chemische Reaktionen in Gang gesetzt werden.
  7. Achtung rutschig: Seien Sie vorsichtig nach dem Aufwaschen, da nasser Boden rutschig sein kann.
  8. Seien Sie vorsichtig beim Fensterputzen, wenn Kinder im Haushalt sind: Achten Sie darauf, dass diese ständig beaufsichtigt sind, wenn ein Fenster geöffnet ist. Kleinkinder sollten in Griffweite beaufsichtigt werden. Zum Lüften können Fenster alternativ gekippt werden, um Fensterstürze zu verhindern. Nehmen Sie Kinder immer mit, etwa wenn der Paketbote an der Tür ist oder das Telefon klingelt.

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