Mehr Erfolg dank Diversität?
IWF verlangt verbindliche Frauenquote auf Vorstandsebene

| Redaktion 
| 08.03.2026

Der Frauenanteil in den Vorständen börsennotierter Unternehmen bleibt in Österreich weiterhin niedrig. Dem International Women's Forum Austria ist das ein Dorn im Auge.

Der Anteil von Frauen in den Vorständen börsennotierter Unternehmen in Österreich stagniert weiterhin auf niedrigem Niveau. Derzeit sind lediglich 26 von 188 Vorstandsmitgliedern im Wiener Börse Index ATX weiblich, was einem Anteil von 13,8 Prozent entspricht. Eine Frau an der Spitze eines börsennotierten Unternehmens gibt es weiterhin nicht (LEADERSNET berichtete).

Ruf nach verbindlicher Frauenquote

Für das International Women's Forum (IWF) Austria ist diese Entwicklung ein deutliches Signal an die Bundesregierung, die im Regierungsprogramm angekündigten Gleichstellungsmaßnahmen konsequent umzusetzen. Aus Sicht der Organisation müsse insbesondere die ursprünglich vorgesehene verpflichtende Mindestbesetzung von Vorständen wieder aufgegriffen werden. Diese hätte vorgesehen, dass bei Vorständen mit mehr als zwei Mitgliedern mindestens eine Frau und ein Mann vertreten sein müssen.

Die im Dezember geänderte Umsetzung der EU-Richtlinie 2022/2381 beschränkt sich derzeit auf eine 40-Prozent-Quote in Aufsichtsräten und enthält keine verbindlichen Vorgaben für Vorstände. Damit sei ein Instrument zur strukturellen Veränderung auf operativer Führungsebene deutlich abgeschwächt worden.

Mehr Erfolg dank Diversität?

Eine nationale Verschärfung der EU-Richtlinie würde formal ein sogenanntes "Goldplating" darstellen. Im Unterschied zu früheren Fällen entstünden dadurch jedoch keine finanziellen Mehrbelastungen für Unternehmen, argumentiert das IWF Austria. Zahlreiche internationale Studien würden vielmehr zeigen, dass vielfältig zusammengesetzte Führungsteams wirtschaftlich erfolgreicher agieren.

Elisabeth Miksch-Fuchs, Präsidentin des IWF Austria, betont: "Diverse Teams sind erwiesenermaßen erfolgreicher. Es geht hier nicht um Symbolpolitik, sondern um Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und nachhaltigen Unternehmenserfolg."

Das IWF Austria appelliert daher an die Bundesregierung, die abgeschwächte Passage zur verpflichtenden Geschlechterdiversität in Vorständen erneut aufzugreifen. Österreich dürfe beim Thema Gleichstellung nicht auf halbem Weg stehen bleiben, so Miksch-Fuchs sinngemäß.

www.iwf-austria.org

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