Da haben wir den Salat – und sind so schon einmal mit gesunder Nahrung versorgt. Aber pur kann seine Vertilgung eine recht trockene und bittere Angelegenheit werden, weshalb an einer guten Komposition von Grünzeug, Öl und Essig nicht fehlen sollten. Wenn sie angemacht werden, stammen sie hierzulande häufig von heimischen Produzenten.
Die bekannte Speiseöl-Marke der VOG AG ist darüber hinaus auch im größten Nachbarland sehr gefragt: “Erfreulicherweise konnte Rapso im Jahr 2025 seine Position als stärkstes Öl-Einzelprodukt, sowohl im österreichischen als auch im deutschen Lebensmittelhandel behaupten”, freut sich Vorstand Andreas Pirschl. “In Anbetracht des weiterhin anhaltenden Trends zu billigen Eigenmarken, sehen wir es als riesigen Erfolg an, dass Rapso seine Marktposition hält und weiterhin ausbaut.” In der Heimat erreichte man zuletzt einen Marktanteil von 7,4 Prozent und 2,8 Prozent in Deutschland. Entsprechend üppig sind die Stückzahlen: “Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes konnten zwölf Millionen Standardeinheiten (750ml-Flasche) im abgelaufenen Jahr verkauft werden.” Für das Jahr 2026 plane man mit einer weiteren Steigerung der Absätze im In- und Ausland – das gedenkt Pirschl auch durch eine kommende Produktneuheit zu erreichen: Im Frühjahr präsentiert die VOG ein neues Ölspray - damit will man vor allem den Airfryer-Boom bedienen. Für 2027 wiederum ist geplant, die Großinvestition in Form einer neuen Abfüllanlage umzusetzen.
Druck wird nicht kleiner
Auch Mitbewerber VFI kann von einem erfolgreichen Geschäftsjahr berichten: Die Bilanz fiel besser als ursprünglich geplant aus. “Die angestrebten Mengenziele wurden in allen relevanten Geschäftsbereichen erreicht”, berichtet Geschäftsführer Wolfgang Ahammer. Für 2026 erwartet er stabile Absatzzahlen im Inland, ein anhaltendes starkes Wachstum im Export und die weitere Steigerung des Bio-Anteils im Sortiment. Aber auch im Inland sei die Nachfrage groß. So hört man von Ahammer insgesamt überraschend, was man von Wirtschaftsvertreter:innen zuletzt selten gesagt bekommt: “Eine richtige Krise spüren wir derzeit nicht.” Ahammer erklärt das wie folgt: “Die VFI hat ein sehr gut diversifiziertes Produktportfolio und ist in vielen Märkten aktiv: im Inland und im Export, für LEH und Gastronomie, für die Lebensmittelindustrie und für Säuglingsnahrung, konventionell und Bio. Das hat eine gewisse Resilienz zur Folge.” Das Konsument:innen krisenbedingt weniger zugreifen, kann er in seinem Fall nicht beobachten: “Das betrifft den Bereich der Grundnahrungsmittel weniger. Wir sehen aktuell einen stabilen Absatz und spüren keine Konsumzurückhaltung.” Insbesondere der Bio-Bereich wachse im In- und Ausland sogar wieder.
Aktuell fokussiere man sich daher darauf, das Sortiment zu optimieren und die vielen neuen Impulse, die man durch umfangreiche Investitionen auf den Weg gebracht habe, weiter zu skalieren. Zum Beispiel sei man durch die Investition in die Bio-Ölmühle in Ennsdorf mittlerweile der größte Verarbeiter von Bio-Ölsaaten in Europa. Aber wie geschmiert läuft es auch für den Markeninhaber von Bona und Kronenöl nicht: “Die Vielfalt und der Umfang der regulatorischen Auflagen in der Herstellung von Lebensmitteln fordern ein mittelständisches Unternehmen wie unseres stark. Wir haben nicht die Ressourcen eines Großkonzerns und stellen dennoch ein breites Portfolio von Produkten in vielen Märkten bereit.” Eine weitere Herausforderung sei, weiterhin das Vertrauen der Konsumenten:innen in österreichische Produkte zu erhalten und dabei das Bewusstsein zu stärken, dass leistbare Bio-Produkte in der Außer-Haus-Verpflegung einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigem Wirtschaften leisten können.
Mit der Preisproblematik sei man ebenfalls konfrontiert, aber habe in der Hinsicht viel Erfahrung: “Unsere Branche ist seit jeher von hohem Kosten- und Preisdruck über alle Wertschöpfungsstufen hinweg geprägt.” In der Speiseöl-Branche habe es keine sogenannten „Übergewinne” gegeben. “Preise bewegten sich mit den Rohstoffen und diese waren in den letzten Jahren sehr volatil. Der Preisdruck wird nicht kleiner werden, wir müssen weiterhin an den Kosten arbeiten, um wettbewerbsfähig zu sein.”
Flexibilität ist gefragt
Ob im Küchenregal oder auf dem Wirtshaustisch: Wo Öl ist, da ist in der Regel Essig nicht weit. Wie sah es zuletzt beim österreichischen Marktführer in den Bereichen Essig und Senf aus? “Mautner Markhof hat sich stabil gehalten und wir sind zufrieden mit der vorjährigen Geschäftsentwicklung”, verrät Geschäftsführer Jürgen Brettschneider. “Wir stehen seit jeher für eine der stärksten Marken im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel.” Vor allem sehr gefragt seien weiterhin Klassiker wie der Hesperidenessig und der Estragonsenf. Aber auch eine starke Marke ist vor den Verwerfungen der letzten Jahre nicht gefeit: “Die angespannte Energiesituation sowie die unsicheren geopolitischen Entwicklungen stellen große Herausforderungen dar. Die Rohwarenverfügbarkeit beziehungsweise die Rohwarenpreise aufgrund witterungsbedingter Ernteausfälle, etwa durch Frost oder extreme Wetterereignisse, sind ebenfalls Faktoren, mit denen wir umgehen müssen.”
Daher sei ein hohes Maß an Flexibilität und eine vorausschauende Planung entlang der gesamten Wertschöpfungskette gefragt. “Die stark gestiegenen Produktionskosten sind eine Problematik, die die gesamte Branche beschäftigt. Gleichzeitig beobachten wir, dass insbesondere Handelseigenmarken zunehmend ins Ausland ausweichen, um Kostenvorteile zu erzielen.” In Wien-Simmering gehe man aber bewusst einen anderen Weg: “Wir bekennen uns klar zum Produktionsstandort Wien und investieren gezielt in Automatisierung sowie in energieeffiziente, zukunftsorientierte Prozesse. Damit stärken wir nicht nur unsere Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch die regionale Wertschöpfung und die langfristige Versorgungssicherheit für unsere Konsument:innen.”
Das Großevent naht
Ein etwas kleinerer Mitbewerber im Senf-Business aus der Wiener Nachbarschaft ist Ramsa-Wolf in Penzing, wo Geschäftsführerin Katrin Segel ebenfalls positiv auf das vergangene Jahr zurückschaut: “Alles in allem war 2025 ein zufriedenstellendes Jahr. Es bleibt aber herausfordernd. Eine Erleichterung im Bereich Energie- oder Rohstoffkosten ist für uns noch nicht spürbar. Als kleiner Gewerbebetrieb haben wir im Gegensatz zu Industriebetrieben mit größeren Herausforderungen zu kämpfen, was Energie- und Rohstoffkosten betrifft. Diese halten immer noch an.” Aber ein etwas kleinerer Betrieb zu sein, habe auch Vorteile: “Unsere Ramsa-Senf-Gourmetgläser kommen gut an. Hier haben wir den Vorteil, dass wir auch kleine Mengen produzieren können, die für Industriebetriebe gar nicht interessant wären.”
Somit zeigt sich Segel optimistisch im Blick auf das Jahr 2026: “Wir verwenden ausschließlich Senfsaat aus Niederösterreich. Heuer gab es in den Anbaugebieten – anders als in den Jahren zuvor – auch immer wieder Schneedecken, die sich positiv auf das Grundwasser und die Qualität der Böden auswirken. Es kann natürlich noch viel passieren, aber die Grundvoraussetzungen für eine ertragreiche Ernte sind damit schon einmal gut.” Darüber hinaus hoffe sie wie jedes Jahr auf gutes Grillwetter im Sommer und setzt auf zusätzliche Impulse durch das anstehende Sportgroßevent: “Die Fußball-WM lässt den Konsum von Bier und Würsteln bekanntlich steigen. Dazu wird eben auch gerne unser Senf genossen.”
Automatisierung bleibt nicht aus
Unsere kleine Wiener Senfrundfahrt endet in Floridsdorf – bei Spak. General Manager Alexander Müller: “Wir konnten uns 2025 über ein hohes einstelliges Wachstum freuen, das vor allem durch neue Partner und neue Projekte in unterschiedlichen Kategorien erzielt werden konnte.” Aufgrund der nach wie vor angespannten Preissituation merke man aber in einigen bestehenden Bereichen einen Umsatz- und Volumenrückgang. “2025 konnten wir dennoch den zweitstärksten Mayo-Artikel in Österreich unter unserer Marke platzieren und sind sehr zufrieden.” Auch Protein-Artikel und das “Zero”-Sortiment werden stark nachgefragt. 2026 sieht er sportlich und herausfordernd: “Die Rohstoffe steigen weiter drastisch – Speiseöl wird wieder teurer, Eigelb erholt sich nicht wie erhofft. Die aktuellen globalen Entwicklungen lassen wieder steigende Energiepreise erwarten, die wieder eine Inflations-Lohnspirale befürchten lassen.”
Auch beobachtet Müller eine nach wie vor deutliche Kaufzurückhaltung. Aber er ist dennoch guter Dinge: “Vor allem im Bereich der anspruchsvolleren Rezepturen und der Premium-Gastronomie sind wir sehr potent, bieten viele Lösungen und konnten so einige Partner dazu gewinnen.” Nachholbedarf habe man aber noch im Bereich der Automatisierung. “Als KMU im flexiblen Bereich kämpfen wir immer gegen sehr große vollautomatisierte Konzerne. Das ist nicht unser Anspruch, aber um die Lücke nicht größer werden zu lassen, müssen wir dennoch Automatisierung trotz Flexibilität erhöhen.” Und auch die Preisproblematik bleibt eine Herausforderung: “Neben den schwer kalkulier- und planbaren Rohstoffen, ist es vor allem die hohe Volatilität und die Tatsache, dass sich langfristige Projekte und Partnerschaften in die falsche Richtung – nämlich hin zu einem reinen Preisfokus – entwickeln. Die Erwartungshaltung der Preisentwicklung unserer Partner stimmt leider oft nicht mit der tatsächlichen Kostenentwicklung überein. Geschmacksprofile und ganz generell Qualität rücken immer mehr in den Hintergrund.” Höhere Kosten müsse man weitergeben, daran führe mittelfristig kein Weg vorbei. “
Dass die Regierung und Medien nicht müde werden, die Lebensmittelindustrie und den Lebensmittelhandel als ultimativen Inflationstreiber anzuprangern, hilft da leider nicht.” Die wichtigste Aufgabe sei und bleibe neben guten Produkten, einen starken Fokus auf die Rohstoffbeschaffung zu legen. “Hier sind wir gut aufgestellt und haben uns in dieser verrückten Welt in den vergangenen Jahren doch immer gut behaupten können.”
www.vog.at
www.vfi.co.at
www.mautner.at
www.spak.at
www.ramsa-wolf.at
Kommentar veröffentlichen