Unterstützung für Mediensektor
Alexander Wrabetz wird Beauftragter für Medienstandort und KI in Wien

| Redaktion 
| 03.03.2026

Die Stadt Wien bestellt einen Bevollmächtigten, um die Medienbranche in der digitalen Transformation zu stärken, die Medienvielfalt zu sichern und neue Potenziale zu erschließen. Parallel dazu werden bestehende Förderprogramme weitergeführt und ausgebaut.

Die Stadt Wien richtet eine eigene Funktion zur Stärkung des Medienstandorts im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz ein. Mit der Bestellung von Alexander Wrabetz zum Bevollmächtigten reagiert die Stadt auf die tiefgreifenden Veränderungen in Produktion, Verbreitung und Finanzierung von Medien. Ziel sei es, Innovationspotenziale zu nutzen und zugleich die Rahmenbedingungen für Medienvielfalt und Urheberrecht weiterzuentwickeln.

"Wien schützt Medienvielfalt als demokratische Infrastruktur. Künstliche Intelligenz verändert Produktion, Verbreitung und Finanzierung von Medien grundlegend. Deshalb braucht es klare Strategien, starke Partnerschaften und eine koordinierende Stelle, die Innovation und Schutz gleichermaßen im Blick hat", sagt Wiens Bürgermeister Michael Ludwig.

Herausforderungen für Medien im digitalen Wandel

Medienunternehmen stehen weiterhin unter erheblichem Transformationsdruck. Internationale Plattformkonzerne verschieben Werbeerlöse zunehmend aus nationalen Märkten, während KI-gestützte Anwendungen Produktion, Distribution und Nutzung journalistischer Inhalte verändern, so Ludwig. Neue digitale Gatekeeper-Strukturen beeinflussen Reichweiten, Geschäftsmodelle und Sichtbarkeit etablierter Medienangebote.

Zugleich entstehen zusätzliche Risiken für Öffentlichkeit und demokratische Prozesse. Der Einsatz von Deepfakes und automatisierten Desinformationsmechanismen kann Vertrauen in Medien untergraben und öffentliche Debatten verzerren. Hier wollte die Stadt ansetzen. 

"KI ist eine enorme Chance für Innovation, darf aber nicht zu einem Ausverkauf geistigen Eigentums oder zu einer Schwächung demokratischer Öffentlichkeit führen. Wien setzt hier bewusst auf einen wertebasierten Ansatz", betont der Bürgermeister. 

Fördermaßnahmen und Kompetenzzentrum

Seit dem Jahr 2019 fördert die Stadt Wien über die Wiener Medieninitiative Vorhaben zur Weiterentwicklung journalistischer Qualität sowie zur digitalen Transformation. Bisher erhielten 318 Projekte finanzielle Unterstützung in einer Gesamthöhe von rund elf Millionen Euro. Im Rahmen der jüngsten Regierungsklausur wurde zudem eine Aufstockung um weitere sechs Millionen Euro für die kommenden Jahre beschlossen.

Ab März 2026 soll eine weitere Förderrunde mit einem Volumen von 600 000 Euro starten, die insbesondere Projekte adressiert, die Arbeitsplätze sichern oder schaffen sollen. Der bestehende "Frauenbonus" zur Stärkung von Frauen in leitenden Medienfunktionen wird fortgeführt, so die Entscheidung der Verantwortlichen.

Parallel ist bei der Wien Holding das Artificial Intelligence-Medienkompetenzzentrum (AIMK) eingerichtet worden. Es soll Kompetenzen aus Medienhäusern, Digitalwirtschaft, Start-ups, Wissenschaft und öffentlicher Hand bündeln. Die Leitung dieses Zentrums ist mit der Funktion des Bevollmächtigten verbunden.

Aufgaben des Bevollmächtigten

Der Bevollmächtigte übernimmt eine koordinierende Funktion an der Schnittstelle von Medienpolitik, Technologie und Standortentwicklung. Zu seinen Aufgaben zählen die Ausarbeitung eines anwendungsorientierten Rahmens für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Medienbereich auf Grundlage des Konzepts des "Digitalen Humanismus", der Schutz und die Durchsetzung urheberrechtlicher Ansprüche im Zusammenhang mit KI-Systemen sowie die Entwicklung technischer und organisatorischer Maßnahmen zur Erkennung und Eindämmung von Deepfakes.

Darüber hinaus soll die Funktion Innovationsprozesse unterstützen, neue Wertschöpfungspotenziale im Zusammenspiel von Medien und KI erschließen, nationale und internationale Fördermittel bündeln und Impulse für Aus- und Weiterbildungsangebote im Bereich KI und Medien setzen.

Wrabetz übernimmt die Funktion

Für diese neue Position wurde Alexander Wrabetz bestellt. Der Jurist war von 2007 bis 2021 Generaldirektor des ORF und bringt langjährige Erfahrung in Medienmanagement und Digitalisierungs- sowie Transformationsprozessen mit.

"Für den Standort Wien ist es entscheidend, die Transformation aktiv zu gestalten. Dafür entwickeln wir jetzt ein klares, strategisches Programm mit internationaler Ausrichtung. Mit dem umfassenden Know-how unseres Bevollmächtigten stärken wir Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftschancen am Standort. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit", so Stadträtin Barbara Novak.

www.wien.gv.at

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