Mit einer großen Party im legendären U4 präsentierte Volkswagen Österreich vor wenigen Wochen die neue Golf Falco Edition. Rund 400 Gäste, Journalist:innen und VIPs feierten dort, wo Falco einst Stammgast war, die exklusive Sonderedition, die ausschließlich in Österreich erhältlich ist. Gemeinsam mit der Original-Falco-Band rund um Thomas Rabitsch wurde der Abend zu einer Hommage an den wohl größten Popstar des Landes. LEADERSNET war bei der Premierenparty mit dabei (hier geht es zum Bericht) und wollte jetzt wissen, ob die Falco Edition mehr ist als nur ein Marketing-Gag. Deshalb fühlten wir dem Sondermodell im Alltag ausführlich auf den Zahn. Konkret handelte es sich um die "kleine" Version mit 115 PS. Alternativ bietet VW auch noch eine auf 40 Exemplare limitierte GTI-Version an. Diese spielt in Sachen Preis und Leistung aber in einer anderen Liga.
Gelungene Sonderedition mit viel Ausstattung
Optisch bleibt der Golf auch in der Falco Edition klar als solcher erkennbar. Genau das dürfte vielen Kund:innen gefallen. Statt extrovertierter Designspielereien setzt Volkswagen auf gezielte Akzente. Schwarze Details, spezielle Dekorelemente an der B- und C-Säule, Falco-Schriftzüge, eigene Badges im Innenraum sowie das serienmäßige Harman-Kardon-Soundsystem sorgen dafür, dass sich die Sonderedition hochwertiger anfühlt als ein gewöhnlicher Golf. Dazu kommen LED-Matrix-Scheinwerfer und 18-Zoll-Felgen. Besonders nett: Käufer:innen erhalten zusätzlich eine eigens gestaltete Präsentbox inklusive Vinyl-Schallplatte, Kopfhörern und weiterer Goodies.
Im Innenraum zeigt sich vor allem, wie stark der Golf 8 seit dem letzten Facelift gereift ist. Denn genau hier musste sich Volkswagen in den vergangenen Jahren viel Kritik gefallen lassen. Das neue Infotainmentsystem arbeitet nun deutlich schneller, reagiert präzise auf Eingaben und wirkt insgesamt ausgereifter. Die Menüstruktur ist logisch aufgebaut und nach kurzer Eingewöhnung gut bedienbar. Dass Volkswagen wieder auf echte Tasten am Lenkrad setzt, erweist sich ebenfalls als richtige Entscheidung. Die zuvor verbauten Sensortasten waren im Alltag schlicht nervig. Ganz perfekt ist die Bedienung dennoch nicht. Die Touchslider für Lautstärke und Temperatur bleiben Geschmackssache, auch wenn sie mittlerweile beleuchtet sind. Zudem reagiert das System manchmal übervorsichtig: Wer zu lange im Menü hantiert, wird kurzfristig ausgesperrt, weil der Golf eine "Sicherheitspause" einlegt.
Sehr gelungen präsentiert sich dagegen das Platzangebot. Sowohl vorn als auch hinten reisen selbst groß gewachsene Personen komfortabel. Die Sitze bieten eine gute Mischung aus Langstreckenkomfort und Seitenhalt, während der Kofferraum alltagstauglich dimensioniert ist. Dass der Golf seit Jahrzehnten als Vernunftauto gilt, merkt man auch hier wieder.
Komfortabler Alltagsbegleiter mit niedrigem Verbrauch
Unter der Haube unseres Testwagens arbeitete der bekannte 1,5-Liter-TSI-Benziner mit 115 PS in Kombination mit der DSG-Automatik. Auf dem Papier klingt das nicht sonderlich aufregend, im Alltag reicht die Leistung aber vollkommen aus. Der Turbobenziner hängt ordentlich am Gas, wirkt angenehm kultiviert und harmoniert mittlerweile hervorragend mit dem Doppelkupplungsgetriebe. Gerade im Stadtverkehr und beim Anfahren arbeitet es heute deutlich geschmeidiger als noch vor einigen Jahren.
Zu den größten Stärken des Golfs zählt weiterhin sein ausgewogenes Fahrwerk. Der Kompaktklassiker federt komfortabel, ohne schwammig zu wirken, bleibt auch bei höherem Tempo souverän und vermittelt ein hohes Sicherheitsgefühl. Selbst auf längeren Autobahnetappen bleibt der Innenraum angenehm leise. Dabei hält sich auch der Verbrauch erfreulich in Grenzen. Überland begnügte sich die Falco Edition in unserem Test mit 5,6 Litern Super auf 100 Kilometer, auf der Autobahn waren es rund 6,1 Liter. Angesichts der Fahrzeuggröße und des gebotenen Komforts sind das gute Werte.
Weniger überzeugen konnte dagegen die Verkehrszeichenerkennung. Während viele Assistenzsysteme inzwischen harmonisch und zuverlässig arbeiten, lag die Tempolimiterkennung bei unserem Testwagen in mehr als der Hälfte der Fälle daneben. Das nervt nicht nur, sondern kann durch unnötige Warnhinweise oder automatische Brems- bzw. Beschleunigungsmanöver auch zu unguten Situationen führen. Hier besteht definitiv Nachbesserungsbedarf.
Fazit
Der Golf in der Falco Edition ist mehr als bloß ein paar Aufkleber und ein Marketing-Gag. Volkswagen kombiniert hier die mittlerweile deutlich gereifte Technik des Golf 8 mit einer exklusiven Österreich-Sonderedition, die emotional aufgeladen wurde, ohne dabei peinlich zu wirken. Die Mischung aus hoher Alltagstauglichkeit, solidem Komfort, guter Verarbeitung und umfangreicher Ausstattung passt hervorragend zum Charakter des Golfs. Dazu kommen niedrige Verbrauchswerte und ein inzwischen deutlich verbessertes Bedienkonzept. Dass die Verkehrszeichenerkennung im Test massiv danebenlag, trübt den positiven Gesamteindruck zwar etwas, ändert aber nichts daran, dass die Falco Edition ein stimmiges Sondermodell geworden ist – und für Fans des "Falken" wohl ohnehin ein Pflichtprogramm darstellt. Los geht es ab 32.990 Euro (manuelles Getriebe), unser Testwagen schlägt inklusive Extras und DSG mit 38.365 Euro zu Buche.
Fotos vom Testauto sehen Sie in unserer Galerie.
www.volkswagen.at
Kommentar veröffentlichen