Österreichweite Studie
Jedes fünfte heimische Unternehmen meldet fast tägliche Cyberangriffe

| Larissa Bilovits 
| 25.02.2026

Obwohl Attacken durch den Einsatz von KI und anderer Technologien immer häufiger und komplexer werden, hält sich rund die Hälfte der österreichischen Betriebe für gut vorbereitet. Diese Selbsteinschätzung steht jedoch in deutlichem Kontrast zur realen Bedrohungslage.

Cyberkriminalität entwickelt sich im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung zu einer der größten Bedrohungen für Unternehmen weltweit: Angriffe durch Phishing, Deepfakes, Spyware und Co. verursachten alleine im vergangenen Jahr globale Schäden von rund 10,5 Billionen US-Dollar. Und auch in Österreich wächst der Handlungsdruck – trotz eines jährlichen Marktwachstums von 6,6 Prozent fiel das Land im Global Cybersecurity Index (GCI) von Rang 36 auf Rang 67 zurück.

Gleichzeitig sehen sich heimische Unternehmen derzeit mit komplexen regulatorischen Vorgaben wie der neue Digital Open Resilience Act (DORA) sowie den NIS1- und NIS2-Richtlinien konfrontiert. Laut einer aktuellen Mastercard-Studie herrscht bei rund einem Drittel der österreichischen Betriebe Unsicherheit bezüglich rechtlicher Anforderungen in diesem Bereich.

Gefühl falscher Sicherheit

Besonders problematisch in Hinsicht auf Cybersicherheit ist hierzulande die Diskrepanz zwischen tatsächlicher Bedrohungslage und der Selbsteinschätzung vieler Unternehmen, wie die Studie zeigt: Obwohl rund jedes fünfte Unternehmen täglich mit Cybervorfällen konfrontiert ist, fühlt sich mehr als die Hälfte sehr gut geschützt. Gerade kleine und mittlere Unternehmen gelten als besonders verwundbar, da es häufig an spezialisierten Fachkräften und ausreichenden Ressourcen fehlt, um effektive Sicherheitsstrukturen aufzubauen. Als größtes Einfallstor gilt nach wie vor der Mensch selbst – etwa durch unbedachte Klicks oder mangelndes Problembewusstsein. Verbindliche Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen könnten dieses Risiko jedoch deutlich reduzieren und stellen damit einen entscheidenden Hebel für mehr Sicherheit dar.

KI als zweischneidiges Schwert

Ein weiterer wichtiger Punkt in diesem Thema ist Künstliche Intelligenz (KI), die die Dynamik im Cyberraum grundlegend verändert und dabei als zweischneidiges Schwert wirkt: Einerseits erleichtert sie Angreifer:innen die Identifikation von Schwachstellen sowie die Erstellung täuschend echter Deepfakes und hochgradig personalisierter Phishing-Angriffe. Andererseits eröffnet sie auch neue Möglichkeiten zur Verteidigung, etwa durch die automatisierte Analyse großer Datenmengen und die frühzeitige Erkennung verdächtiger Aktivitäten in Echtzeit. Solche KI-gestützten Schutzmechanismen haben sich laut Umfrage hierzulande bereits etabliert – rund 47 Prozent der österreichischen Unternehmen setzen sie ein, um ihre Systeme proaktiv abzusichern und Cyberangriffe schneller abzuwehren.

Schutz durch Kompetenzaufbau und klare Richtlinien

Um das Risiko für Cyberangriffe zu minimieren und so die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich zu bewahren, gilt es also für heimische Unternehmen (ungeachtet ihrer Größe), klare Richtlinien zu setzen, Mitarbeitende zu schulen und KI-gestützte Sicherheitslösungen gezielt einzusetzen.

"Cybersicherheit ist nicht nur eine technische Notwendigkeit, sondern ein zentraler Pfeiler des Vertrauens unserer Kund:innen. Angesichts der zunehmenden Bedrohungen müssen wir gemeinsam mit der Technologie und klaren Gesetzen und Regulierungen einen Schritt voraus sein, um Zahlungen im digitalen Raum sicher zu gestalten", so Michael Brönner, Country Manager Austria bei Mastercard.

www.mastercard.com

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