75 Gläubiger betroffen
Abbruch- und Recyclingfirma schlittert in Millionenpleite

| Tobias Seifried 
| 19.02.2026

Das Unternehmen reißt Gebäude und Gebäudeteile ebenso ab wie größere Industrieflächen und bietet die fachgerechte Entsorgung von Baurestmassen an.

Über das Vermögen der Demolit – Abbruch GmbH ist am Landesgericht für ZRS Graz ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet worden. Das Unternehmen hatte einen entsprechenden Antrag eingebracht, dem das Gericht stattgab, teilten der KSV1870 und der AKV am Donnerstag mit.

Die Passiva werden von den Gläubigerschützern mit rund 3,265 Millionen Euro beziffert, wobei ein Teil der Verbindlichkeiten als eigenkapitalersetzend einzustufen sei. Die Aktiva belaufen sich zu Liquidationswerten auf rund 708.000 Euro. Ein wesentlicher Teil der Verbindlichkeiten entfalle auf Lieferantenforderungen. Derzeit beschäftigt das 2015 gegründete Unternehmen 24 Dienstnehmer:innen. Rund 76 Gläubiger:innen sind betroffen.

Abbruch und Recycling

Die Gesellschaft mit Sitz in Heiligenkreuz am Waasen ist im Bereich Abbruch- und Recyclingarbeiten tätig. Das Leistungsspektrum umfasst den Abbruch von Gebäuden und Gebäudeteilen – von Ziegelmauerwerk bis zu Stahlbetonkonstruktionen – ebenso wie Arbeiten auf größeren Industrieflächen. Darüber hinaus bietet das Unternehmen den Abtransport und die fachgerechte Entsorgung von Baurestmassen an.

Als Ursachen für die Insolvenz werden laut der Gesellschaft Zahlungsausfälle, Vertragsrücktritte von Auftraggebern sowie zwei letztlich nicht realisierte Großprojekte genannt. Bereits in den Jahren 2019 und 2020 musste das Unternehmen erhebliche Verluste verzeichnen, nachdem Arbeiten nicht termin- und fachgerecht ausgeführt worden seien und es in der Folge zu Vertragsrückgängen gekommen sei.

Fortführung geplant

Demolit strebt eine Fortführung und Sanierung an. Laut eigenen Angaben seien bereits Reorganisationsmaßnahmen umgesetzt worden, insbesondere im Personalbereich. Zudem seien Gespräche mit potenziellen Investor:innen am Laufen. Den Gläubiger:innen wird ein Sanierungsplan mit einer Quote von 30 Prozent angeboten, zahlbar innerhalb von 24 Monaten ab Annahme des Sanierungsplans. Die Finanzierung soll aus dem laufenden Fortbetrieb erfolgen.

"Der Sanierungsverwalter wird nunmehr zu prüfen haben, ob eine Fortführung im Interesse der Gläubiger liegt und der vorgelegte Sanierungsplan eingehalten werden kann", so Brigitte Peißl-Schickmair vom KSV1870 in Graz. 

Zur Sanierungsverwalterin wurde die KWP Insolvenzabwicklungs GmbH, vertreten durch Laura Wuntschek-Hörtler, bestellt. Die erste Gläubigerversammlung findet bereits am 26. Februar 2026 statt, die Berichts- und Prüfungstagsatzung am 16. April 2026.

www.ksv.at

www.akv.at

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