Lautes Telefonieren & Co.
Wiener Linien sagen Lärm in Öffis den Kampf an

| Larissa Bilovits 
| 17.02.2026

Eine neue Kampagne soll Fahrgäste dafür sensibilisieren, dass lautes Telefonieren und ähnliche Störungen nicht nur gegen die Hausordnung verstoßen, sondern auch bei anderen für Unmut sorgen können. Zeigt der Appell keine Wirkung, seien im nächsten Schritt auch Strafen möglich.

Wer regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Wien unterwegs ist, ist vermutlich schon dem ein oder anderen Störenfried begegnet. Besonders groß ist der Ärger für viele dabei über jene Menschen, die unverhältnismäßig viel Lärm erzeugen – sei es durch lautes Telefonieren oder auch das Musikhören und Videoschauen ohne Kopfhörer. Obwohl die Hausordnung der Wiener Linien derartige Tätigkeiten – genauer gesagt "jedes Verhalten, das die ruhige Privatsphäre anderer Menschen nachhaltig stört" – eigentlich untersagt und laut dem Unternehmen auch immer wieder kontrolliert wird, häufen sich die Fälle. Ganz zum Ärger der rund 2,4 Millionen täglichen Fahrgäste. Trotzdem bleiben Strafen bei Fehlverhalten bislang aus. 

Zunächst Bewusstseinsbildung statt Strafen

Ebendieses Problem wollen die Wiener Linien nun am Schopf packen. Zunächst soll eine neue Kampagne, die ab März an den Start geht, für mehr Bewusstseinsbildung sorgen und die Fahrgäste zu mehr Rücksicht mahnen. Laut Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) soll dies mit einem "Augenzwinkern" und einer Portion "Wiener Schmäh" passieren.

Darüber hinaus sollen die Sicherheitsmitarbeiter:innen der Wiener Linien künftig noch stärker auf die Einhaltung der Hausregeln achten, heißt es. Sollte dies nicht gelingen, seien laut Sima "im nächsten Schritt auch Strafen möglich". Dabei wird betont, dass dies in anderen Ländern und Städten längst gängige Praxis sei. So würden Frankreich und Portugal beispielsweise Strafen bei übermäßigem Lärm durch Handynutzung verhängen, und auch in England stehe eine solche Maßnahme derzeit zur Debatte. 

Parallelen zu Essverbot

Die nun angekündigte Kampagne mag den:die ein oder andere:n an das Essverbot erinnern, welches 2019 in allen U-Bahn-Linien Wiens eingeführt wurde. Dem vorangegangen war eine Befragung, an der (laut Wiener Linien) rund 50.000 Wiener:innen teilgenommen hatten. Im Zuge der Maßnahmeneinführung wurde schließlich ebenfalls eine umfangreiche Kampagne umgesetzt, die unter anderem Plakate, Durchsagen und Hinweise auf den Anzeigetafeln umfasste. 

www.wienerlinien.at

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV