Vor Kurzem hat das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK ) den Erdreich-Preis 2026 vergeben, um herausragende Initiativen zum Schutz der Ressource Boden zu würdigen. Boden bildet eine unverzichtbare Lebensgrundlage: Er sichert die Ernährung, erhält die Biodiversität und ist essenziell für eine nachhaltige Entwicklung.
Aus zahlreichen Einreichungen wählte eine Fachjury jene Projekte aus, die mit besonders praxisnahen und wirkungsvollen Ansätzen überzeugten. Zu den diesjährigen Preisträgern zählt der ecoplus Wirtschaftspark IZ NÖ-Süd mit dem kürzlich sanierten ecoforum.
"Böden sind eine der kostbarsten Ressourcen unseres Planeten. Sie leisten einen entscheidenden Beitrag zu Umweltschutz, Biodiversität und unserer Ernährungssicherheit. Der Schutz unserer Böden ist daher eine wichtige Aufgabe für uns alle. Mit dem Erdreich-Preis 2026 holen wir jene Initiativen vor den Vorhang, die zeigen, wie gelebter Bodenschutz in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden kann. Ich darf allen Preisträger;innen herzlich gratulieren und bedanke mich für ihr Engagement", sagte Umweltminister Norbert Totschnig.
Bodengesundheit stärken
In der Kategorie Bodengesundheit wurden Projekte ausgezeichnet, die auf die Verbesserung der Bodenqualität und deren Regenerationsfähigkeit abzielen. Die "Boden.Wasser.Schutz.Beratung der Landwirtschaftskammer Oberösterreich" vermittelt mit einem dreistufigen Beratungsmodell Wissen zum Gewässerschutz an mehr als 2.600 landwirtschaftliche Mitglieder. Die Renaturierung des Schremser Hochmoors stabilisiert den Wasserhaushalt und sichert bedeutende Kohlenstoffspeicher. In der Oststeiermark setzen acht landwirtschaftliche Betriebe Agroforst- und Wassermanagementsysteme ein, um Erosion zu verringern und ihre Flächen widerstandsfähiger gegenüber Extremwetterereignissen zu machen.
Flächensparen durch effiziente Nutzung
Projekte dieser Kategorie zeigen, wie bestehende Standorte besser genutzt und zusätzlicher Bodenverbrauch vermieden werden kann. Das "Dynacenter Neufelden" entwickelte sich von einer Industriebrache zu einem energieautarken Zentrum mit mehr als 60 Arbeitsplätzen. An der Landwirtschaftlichen Fachschule Winklhof wurde der Standort neu organisiert und 3,5 Hektar Dauergrünland rekultiviert. In Oberdrauburg entstand mit dem Drauforum ein Kultursaal durch vertikale Nachverdichtung über einem bestehenden Supermarkt.
Flächenrecycling als Alternative zum Neubau
Im Bereich Flächenrecycling wurden Initiativen gewürdigt, die bestehende Gebäude und Areale einer neuen Nutzung zuführen. Das "Haus Wiederstein" wandelte ein leerstehendes Wirtshaus in ein barrierefreies Zentrum für Wohnen, Co-Working und Therapie um. Die Oberwarter gemeinnützige Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft adaptiert ehemalige Fabrikhallen und Schulgebäude zu ressourcenschonendem Wohnraum. Im ecoplus Wirtschaftspark IZ NÖ-Süd wurde ein Verwaltungsgebäude auf einem früheren Luftschutzbunker saniert und nach klimaaktiv-Goldstandard modernisiert. "Wir sind sehr stolz darauf, den Erdreich-Preis 2026 für unsere Aktivitäten und Maßnahmen im Bereich des Flächenrecyclings erhalten zu haben", so ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki.
Bewusstsein schaffen und Beteiligung fördern
Die Kategorie Partizipation und Bewusstseinsbildung rückt Projekte in den Fokus, die Information und aktive Einbindung fördern. Beim Projekt "Zukunft säen – Zukunft sehen" sammeln rund 2.000 Schulkinder praktische Erfahrungen im Bereich Humusaufbau. Das Klimabündnis Österreich unterstützt Gemeinden sowie Bürger:innen dabei, Entsiegelungspotenziale zu erkennen und umzusetzen. Mit dem Bodenfilmpreis beim INFF wird die Bedeutung des Bodens durch die Verbindung von Kunst und Wissenschaft einer breiten Öffentlichkeit vermittelt.
Kommunale Strategien für nachhaltige Flächennutzung
Auch Gemeinden wurden für ihre strategischen Maßnahmen ausgezeichnet. Die Marktgemeinde Fels am Wagram weist 82 Prozent ihres Gemeindegebiets als Grünland-Freihalteflächen aus und verzichtet auf neue Siedlungserweiterungen. Die Stadtgemeinde Wolkersdorf entwickelte unter Einbindung eines Bürgerrates eine verbindliche Strategie zur Reduktion des Bodenverbrauchs. Das Projekt "Moor4Klagenfurt" schützt wertvolle Feuchtflächen als natürliche Klimasenken und verankert den Moorschutz in der Stadtentwicklung.
Abschluss des Brachflächen-Gipfels 2026
Die Verleihung des Erdreich-Preises fand im Rahmen des Brachflächen-Gipfels 2026 statt und bildete dessen Abschluss. Die Veranstaltung diente im Rahmen des Brachflächen-Dialogs als Plattform für Austausch und Innovation im Bodenschutz. Fachlich begleitet wurde der Prozess durch das Umweltbundesamt.
www.ecoplus.at
www.bmluk.gv.at
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