Austrian Security Summit 2026 in Wien
Kriminalität, KI & Kooperation: Sicherheitsgipfel rückt Handel in den Fokus

| Redaktion 
| 25.01.2026

Mehr als 250 Gäste diskutierten beim Sicherheitsgipfel 2026 des Handelsverbands über neue Bedrohungslagen und Lösungsansätze für den Handel. Im Zentrum standen Diebstahlprävention, Cybercrime und Krisenresilienz.

Die sechste Ausgabe des Austrian Security Summit fand in der Wiener Albert Hall statt und wurde vom Handelsverband gemeinsam mit dem Bundesministerium für Inneres, dem Bundeskriminalamt und der Kriminalprävention veranstaltet. Angesichts geopolitischer Unsicherheiten, zunehmender Gewalt im Handel und wachsender digitaler Bedrohungen gewinnt das Thema Sicherheit für den Wirtschaftsstandort weiter an Bedeutung.

Sicherheit als Wettbewerbsfaktor

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner eröffnete den Gipfel und unterstrich die Rolle von Sicherheit als Grundvoraussetzung für wirtschaftliche Stabilität. Sie verwies auf die enge Zusammenarbeit zwischen Handel, Sicherheitsbehörden und Bundesregierung, etwa bei der Blackout-Prävention, und plädierte für einen zuversichtlichen Umgang mit Risiken. Auch Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will betonte die strategische Bedeutung von Sicherheit für den Handel. Die Bedrohungslage habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft und sei komplexer geworden. "Die Sicherheitsrisiken für den Handel verändern sich rasant. Neben klassischem Ladendiebstahl und Betrug sehen wir neue Gefahren durch Cybercrime, KI und geopolitische Krisen", sagte Will. Gleichzeitig stehe der Schutz der Mitarbeiter:innen zunehmend im Fokus.

Cybercrime, Gewalt und neue Risiken

Bundeskriminalamt-Direktor Andreas Holzer ging in seiner Keynote auf die steigende Zahl an Cyberdelikten ein. Internetbetrug bleibe mit mehr als 30.000 Delikten pro Jahr eine der größten Herausforderungen. Cyberkriminalität habe sich zu einem international organisierten Geschäftsmodell entwickelt, dem Staat und Wirtschaft nur gemeinsam begegnen könnten. Für den Handel sei Prävention daher kein optionales Thema, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit, betonte Will: "Wenn Sie vom heutigen Gipfel etwas mitnehmen sollten, dann ist es die Gewissheit, dass Investitionen in Sicherheit nicht zu teuer sind. Teuer kann es werden, wenn man nicht investiert."

Kooperation wird vertieft

Ein sichtbares Zeichen dieser Zusammenarbeit war die Unterzeichnung eines erneuerten Memorandum of Understanding zwischen Handelsverband und Bundeskriminalamt. Damit wird die langfristige Kooperation bei zentralen Erfolgsformaten wie dem Sicherheitsgipfel und der alle zwei Jahre erscheinenden Sicherheitsstudie weiter ausgebaut. In mehreren Panels diskutierten Vertreter:innen aus Handel, Industrie und Sicherheitswirtschaft über Gewaltprävention, Schulungsmaßnahmen sowie den Einsatz moderner Sicherheitstechnologien. Weitere Schwerpunkte waren Deep Fakes, Phishing und Bestellbetrug im E-Commerce. Aktuelle Studien zeigen, dass bereits rund zwei Drittel der österreichischen Online-Shops von Betrug betroffen waren.

www.handelsverband.at

www.bundeskriminalamt.at

www.bmi.gv.at

www.polizei.gv.at

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