Öle und chemische Produkte
Schmiermittel-Großhändler legt Millionenpleite hin

| Tobias Seifried 
| 19.01.2026

Dem Unternehmen wurde vor allem ein massiv kontaminiertes Erdreich an einem seiner zwei Standorte zum Verhängnis.

Wie der KSV1870 und der AKV mitteilten, wurde über das Vermögen der NG Korrosionsschutz GmbH am Landesgericht Wels ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen mit Sitz in Wels ist im Großhandel mit chemischen Erzeugnissen und Mineralölprodukten tätig. Konkret ist es unter anderem in der Erzeugung und dem Handel mit chemischen Produkten, technischen Ölen und Schmiermitteln, dem Betrieb von Tankstellen, Güterbeförderung sowie Beteiligungs- und Vermietungstätigkeiten tätig. Neben dem Standort in Wels verfügt die Gesellschaft über eine weitere Betriebsstätte in Ried im Innkreis.

Die Aktiva werden laut Vermögensstatus zu Liquidationswerten mit nur rund 75.500 Euro angegeben, während die Passiva mit rund 2,35 Millionen Euro beziffert werden.

Gründe für die Pleite

Als Hauptursache für die Insolvenz nennt NG Korrosionsschutz die Situation rund um die Betriebsstätte in Ried im Innkreis. Nach dem Insolvenzverfahren der früheren Liegenschaftseigentümerin kam es 2016 zu einem Eigentümerwechsel. Ein bereits 2015 erstelltes Gutachten hatte massive Kontaminationen des Erdreichs festgestellt. Demnach befinden sich rund 12.350 Tonnen belastetes Erdreich auf dem Grundstück, davon etwa 1.000 Tonnen gefährlicher Abfall. Die notwendigen Sanierungsmaßnahmen wurden mit mehr als 2,16 Millionen Euro beziffert, jedoch bis heute nicht umgesetzt. Die daraus resultierenden baulichen und technischen Mängel hätten laut dem Unternehmen eine ordnungsgemäße Produktion erheblich erschwert. Auch mehrjährige Rechtsstreitigkeiten mit der Eigentümerin sowie interne Sanierungsversuche brachten demnach keine nachhaltige Entlastung.

Fortführung geplant

Trotz der angespannten finanziellen Lage strebt das Unternehmen eine Fortführung an und erklärt, die erforderlichen Mittel sowie eine Fortführungskaution kurzfristig aufbringen zu können. Der Erfolg des Sanierungsverfahrens hängt jedoch maßgeblich davon ab, ob eine tragfähige Lösung für die belastete Betriebsstätte in Ried im Innkreis gefunden werden kann. Den Gläubiger:innen wird ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent angeboten. Zehn Prozent sollen binnen sechs Wochen nach Annahme des Plans bezahlt werden, weitere fünf Prozent nach zwölf Monaten und die restlichen fünf Prozent innerhalb von 24 Monaten.

Zum Insolvenzverwalter wurde der Welser Rechtsanwalt Clemens Krabatsch bestellt. Die Prüfungstagsatzung ist für den 19. März 2026 angesetzt, über den Sanierungsplan soll am 23. April 2026 verhandelt werden.

www.ksv.at

www.akv.at

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