Künstliche Intelligenz, neue regulatorische Vorgaben wie die EU-Entgelttransparenzrichtlinie sowie steigende Anforderungen an das Employee Wellbeing stellen Personal- und HR-Verantwortliche auch 2026 vor weitreichende Veränderungen. Eine aktuelle Analyse des willhaben-Jobs-Teams, basierend auf den Erfahrungen aus tausenden Stellenbesetzungen im vergangenen Jahr, zeigt, welche Themen den heimischen Arbeitsmarkt besonders prägen und worauf Unternehmen im laufenden Jahr verstärkt achten sollten.
Künstliche Intelligenz als vielseitige Entlastung
Künstliche Intelligenz hat spätestens im vergangenen Jahr den Sprung in den breiten Arbeitsalltag geschafft und verändert seither auch Prozesse im Recruiting spürbar. Als Assistenz-Tool erleichtert sie Planung, Recherche und Datenanalyse und unterstützt insbesondere bei zeitintensiven Aufgaben wie der Terminorganisation oder der Erstellung mehrsprachiger Stellenausschreibungen. "Gerade im Recruiting ist smarte Terminplanung essenziell", betont Markus Zink, Head of Jobs bei willhaben, und verweist darauf, dass KI auch dabei helfe, in kurzer Zeit einen fundierten Überblick über eine große Zahl an Bewerbungen zu gewinnen. Dadurch verlagere sich der Fokus zunehmend "weg von stark repetitiven Massentasks hin zur qualitätsvollen Detailarbeit".
Darüber hinaus eröffnen datenbasierte Ansätze neue Möglichkeiten im Personalmanagement. Der gezielte Einsatz von Tools aus dem Bereich Predictive Analytics könne dabei helfen, Engagement und Produktivität im Team im Blick zu behalten sowie Veränderungen oder potenzielle Herausforderungen frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig sei ein verantwortungsvoller Umgang entscheidend: Effizienzgewinne müssten transparent gestaltet und mit fairen, wertschätzenden und menschlichen Prozessen in Einklang gebracht werden. Ziel sei es, technologische Möglichkeiten mit Augenmaß zu nutzen und dabei auch ethische Aspekte konsequent zu berücksichtigen.
Gehaltstransparenz bald kein "Nice-to-have" mehr
Was die Branche 2026 darüber hinaus besonders beschäftigen wird, ist die bevorstehende Umsetzung der EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz in nationales Recht. Bis spätestens Juni 2026 muss der entsprechende gesetzliche Rahmen stehen, was für viele Unternehmen einen spürbaren Umbruch bedeutet und den lange gelebten Grundsatz, über Gehälter nicht zu sprechen, weiter aufweicht. "Dem Vernehmen nach wird Arbeitsministerin Korinna Schumann den dazugehörigen Gesetzesentwurf im ersten Quartal 2026 in Begutachtung schicken. Nach der bereits vor einigen Jahren eingeführten Pflicht zu Gehaltsinformationen in Jobausschreibungen, wartet 2026 auch dahingehend ein sehr intensives Jahr, samt grundlegenden Veränderungen sowie entsprechender Vorbereitungs- und Aufbau-Arbeiten", analysiert Zink.
Vertrauen durch authentische Empfehlungen
Kein kurzfristiger Trend, sondern ein anhaltender Schlüsselfaktor bei der Gewinnung von Fachkräften, bleibt das Employer Branding. Besonders wirkungsvoll seien dabei laut Zink authentische Empfehlungen aus den eigenen Reihen: Wenn Mitarbeiter:innen ihre persönliche Entwicklung im Unternehmen schildern oder flexible Arbeitsmodelle glaubwürdig bestätigen, entstehe ein starkes Vertrauenssignal nach außen. "Die Empfehlung des Unternehmens durch die eigenen Mitarbeiter, ehrlich und authentisch, ist nach wie vor eines der hochkarätigsten Mittel, potenzielle Spitzenkräfte an Bord zu holen", betont Zink und verweist darauf, dass "authentische menschliche Botschafter auch in einer hochtechnisierten und automatisierten Zeit Superkräfte entfalten".
Wie groß das Potenzial dieses Ansatzes ist, zeigen auch aktuelle Studienergebnisse. Eine Erhebung von willhaben in Zusammenarbeit mit marketagent kommt demnach zum Ergebnis, dass für 92,5 Prozent der Befragten eine offene und ehrliche Kommunikation – insbesondere in schwierigen Zeiten – sehr oder eher wichtig ist. Damit rangiert dieser Aspekt aktuell noch vor dem Verhalten der direkten Führungskraft, das von 89,6 Prozent als zentral bewertet wird.
Wertschätzendes Umfeld als Schlüssel
Nicht zuletzt rücken der Umgang mit Stress, Druck und Belastungssituationen sowie die mentale Gesundheit der Mitarbeiter:innen zunehmend in den Fokus moderner Arbeitgeberqualitäten. Frühzeitige Wahrnehmung von Belastungen und präventive Maßnahmen zur Förderung des Wohlbefindens werden 2026 noch stärker und systematischer in Unternehmensstrategien verankert sein. "Sich am Arbeitsplatz rundum wohlzufühlen, ein menschliches und wertschätzendes Umfeld zu erleben, das Höchstleistung und besonderes Engagement honoriert, wird auch 2026 ein Erfolgsgarant von immensem Wert sein", so Zink abschließend.
www.willhaben.at
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