Wiener Arbeitsprogramm 2026
Millionenpaket des waff soll Weiterbildung und Beschäftigung stärken

Mit dem Arbeitsprogramm 2026 investiert die Stadt Wien über den ihren Arbeitnehmer:innen Förderungsfonds mehr als 149 Millionen Euro in Qualifizierung und Fachkräftesicherung. Wiener:innen sowie über 1.300 Unternehmen sollen dadurch gezielt unterstützt werden.

Der waff legt mit dem Arbeitsprogramm 2026 ein umfassendes arbeitsmarktpolitisches Paket vor. Ziel sei es, Beschäftigten und Unternehmen in Wien mehr Stabilität und neue Perspektiven zu geben. Die Stadt Wien soll dafür mehr als 149 Millionen Euro zur Verfügung stellen, auch in einer Phase der Budgetkonsolidierung. Damit soll das bestehende Angebot nicht nur fortgeführt, sondern in wichtigen Bereichen ausgebaut werden.

Nach Angaben des waff sollen damit in diesem Jahr mehr als 41.600 Wiener:innen Angebote zur beruflichen Weiterentwicklung nutzen können und parallel dazu über 1.300 Unternehmen dabei unterstützt werden, Fachkräfte zu sichern.

"Mit dem Arbeitsprogramm für 2026 bringen wir Stabilität, Sicherheit und Optimismus für den Wiener Arbeitsmarkt. Es ist vitaler Bestandteil der Standortpolitik der Stadt Wien. Der waff ist dabei das strategische Werkzeug der Stadt Wien, um Arbeitskräfte zu sichern, Menschen zu qualifizieren und soziale Sicherheit mit wirtschaftlicher Stärke zu verbinden", sagte Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak bei einer Pressekonferenz.

Chancen und Herausforderungen

Laut Prognosen könnte sich die Wirtschaft langsam erholen (LEADERSNET berichtete). Für Österreich prognostiziert das Wifo 2026 ein BIP-Wachstum von rund einem Prozent, für Wien sogar 1,5 Prozent (LEADERSNET berichtete). Der Wiener Arbeitsmarkt zeige dabei eine hohe Dynamik. Pro Jahr gebe es rund 440.000 Arbeitsaufnahmen. Zudem wachse die Beschäftigung in Wien, mit Ausnahme der Corona-Krise, seit knapp zehn Jahren. Derzeit werde mit 941.000 unselbstständig Beschäftigten ein Höchststand erreicht.

Gleichzeitig sei die Ausgangslage bei der Qualifikation heterogen: Wien habe sowohl überdurchschnittlich viele gut qualifizierte Arbeitnehmer:innen als auch viele Menschen mit maximal Pflichtschulabschluss. Laut Wifo würden die Beschäftigungschancen bis 2030 vor allem im mittleren und höheren Ausbildungssegment steigen, während Jobs auf Pflichtschulniveau stagnieren könnten.

Als stärkste Wachstumsfelder bis 2030 werden das Gesundheits- und Sozialwesen (+15.800) sowie IT und IT-Dienstleistungen (+12.700) genannt.

Weiterbildung ausbauen und mehr Menschen erreichen

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung von Beschäftigten, die sich beruflich weiterentwickeln oder neu orientieren wollen. Anlaufstelle ist das waff-Beratungszentrum für Beruf und Weiterbildung, das kostenlose und individuelle Beratung anbietet. Für 2026 werden in diesem Bereich rund 27.900 Kund:innen erwartet.

Auf Basis der Beratung fördert der waff Aus- und Weiterbildungen bei rund 840 anerkannten Bildungsträgern. Über das Bildungskonto können, abhängig von Einkommen und Bildungsziel, Förderungen von bis zu 5.000 Euro genutzt werden.
Ein wichtiger Schritt ist außerdem die Anhebung der Einkommensgrenze für Förderungen von 2.500 auf 2.800 Euro netto. Dadurch sollen künftig rund 470.000 Wiener Arbeitnehmer:innen, etwa die Hälfte aller unselbstständig Beschäftigten, das volle Förderangebot nutzen können.

waff-Vorstandsvorsitzender Christian Meidlinger erklärte dazu, man trage damit der Teuerung der letzten Jahre Rechnung. Qualifizierung solle möglichst vielen Menschen offenstehen und nicht an Einkommensgrenzen scheitern. Vor allem im Fokus stehen dabei Aus- und Weiterbildungen in Digitalisierung, Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Abschlüsse nachholen und Frauen gezielt fördern

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Höherqualifizierung von Personen mit niedriger formaler Ausbildung sowie das Nachholen von Abschlüssen. Der waff unterstützt hier insbesondere den Erwerb von Lehrabschlüssen. Als zentrales Instrument wird der außerordentliche Lehrabschluss (aoLAP) genannt. Danach würde rund ein Fünftel aller Lehrabschlussprüfungen in Österreich mittlerweile über diesen Weg absolviert.

Für Frauenprogramme, darunter die Frauenstiftung Wien sowie Angebote zu Karenz und Wiedereinstieg, sollen14 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Davon sollen rund 5.700 Wienerinnen profitieren. Gefördert werden Qualifizierungen, berufliche Neuorientierung, der Einstieg in Führungsfunktionen sowie berufsbegleitende FH-Studien mit Stipendien von bis zu 12.000 Euro.

"Bildung ist ein lebenslanger Begleiter und der Schlüssel zu echter Selbstbestimmung, deshalb investieren wir massiv in die Qualifizierung der Wiener:innen", so Maria In der Maur-Koenne, Vorstandsmitglied des waff.

Fachkräfte sichern mit Jobs Plus Ausbildung

Im Bereich der Fachkräftesicherung unterstütze der waff 2026 rund 8.000 Wiener:innen, die neu in entsprechende Programme einsteigen, sowie mehr als 1.300 Unternehmen. Im Mittelpunkt steht das Programm "Jobs Plus Ausbildung", das der waff gemeinsam mit dem AMS Wien und Wiener Unternehmen umsetzt. Wiener.innen sollen dabei eine kostenlose Ausbildung in einem nachgefragten Beruf und anschließend einen fixen Job erhalten.

Die Qualifizierungen orientieren sich am tatsächlichen Bedarf, etwa in Pflege, Gesundheit, Technik, Handwerk und Digitalisierung. Für 2026 sind rund 2.600 Eintritte in Jobs Plus Ausbildung sowie 700 Eintritte in die vorgelagerte Beratungs- und Vorbereitungsphase geplant.

Als entscheidend wird auch die finanzielle Absicherung während der Ausbildung genannt: Das Wiener Ausbildungsgeld stelle gemeinsam mit der AMS-Leistung ein monatliches Einkommen von mindestens 1.550 Euro sicher. Für Pflegeausbildungen gebe es alternativ die Wiener Pflegeausbildungsprämie von rund 660 Euro monatlich. Die Wirksamkeit werde durch Zahlen belegt: 98 Prozent der Absolvent:innen würden im Jahr nach Abschluss eine Beschäftigung aufnehmen, zudem lägen Beschäftigungsdauer und Einkommen deutlich über Vergleichsgruppen.

Arbeitsmarktintegration für Jugendliche und Ältere

Ein Teil des Programms richtet sich an Personen, die am Arbeitsmarkt besonders gefährdet sind, ausgeschlossen zu werden. 2026 erwartet der waff hier rund 5.700 Kund:innen. Schwerpunkte sind Jugendliche sowie ältere Arbeitnehmer:innen. Mit der Joboffensive für Jugendliche und der Jugendstiftung der Stadt Wien sollen junge Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung oder Beschäftigung konkrete Perspektiven erhalten. Die Joboffensive 50plus unterstützt langzeitarbeitslose Wiener:innen über 50 beim Wiedereinstieg.

waff-Geschäftsführer Marko Miloradović erklärte, der waff wolle Wiener:innen 2026 zu neuen Schritten in Aus- und Weiterbildung ermutigen. Die kostenlose Beratung und die Förderungen sollen es ermöglichen, beruflich voranzukommen

www.waff.at

www.wien.gv.at

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