Da, wo der Staat versagt und Versorgungslücken nicht schließt, halten die Menschen zusammen. Allein in Österreich engagieren sich daher mehr als 3,7 Millionen Personen ehrenamtlich, was fast der Hälfte der Bevölkerung ab 15 Jahren entspricht. Sie betätigen sich in Vereinen, Kirchen, Organisationen oder leisten informelle Nachbarschaftshilfe, um soziale Verantwortung zu übernehmen, neue Fähigkeiten zu erlernen und soziale Kontakte zu knüpfen. Ein Engagement, das nicht nur der Gesellschaft guttut, sondern auch der persönlichen Entwicklung. Über die gesellschaftlichen bzw. sozialen Aspekte hinausgehend, tragen zudem Zusammenschlüsse wie die Freiwilligen Feuerwehren zur Sicherheit der Regionen bei. Doch inwieweit werden derartige Ehrenämter von den Österreicher:innen überhaupt geschätzt? Das wollten kürzlich Allianz Österreich und der Bundesfeuerwehrverband wissen, die eine neue Partnerschaft eingegangen sind, und haben eine Umfrage zum Stellenwert des Ehrenamts hierzulande in Auftrag gegeben.
Tiefe Verwurzelung des gesellschaftlichen Engagements
Die Umfrage, die unter 1.000 Personen durchgeführt wurde, unterstreicht die offiziellen Zahlen zu ehrenamtlichen Tätigkeiten hierzulande. "Fast jede:r zweite Österreicher:in engagiert sich im Laufe des Lebens ehrenamtlich. Aktuell setzt mehr als ein Viertel (27 %) Zeit und Kraft für einen wohltätigen Zweck ein – über die Hälfte davon (55 %) mindestens einmal im Monat. Diese Zahlen zeigen, wie tief das Ehrenamt in unserem Land verankert ist. Dieses stille Sicherheitsnetz stärkt die Krisenfestigkeit unserer Gesellschaft und trägt jeden Tag zum Schutz unserer Bevölkerung bei – besonders sichtbar bei den 4.450 Freiwilligen Feuerwehren. Aufgebaut ist dieses Sicherheitsnetz auf Werten wie Verlässlichkeit, Vorsorge und Solidarität – genau dafür stehen auch wir als Allianz Österreich", so Daniel Matić, CEO der Allianz Österreich, über die Ergebnisse. Neben den 27 Prozent aktiven Freiwilligen kommen 20 Prozent, die in der Vergangenheit ehrenamtlich aktiv waren. Zudem können sich 20 Prozent laut eigenen Angaben vorstellen, sich künftig für die gute Sache einzusetzen – einige hätten sogar schon konkrete Pläne gefasst.
Balance Männer und Frauen
Die Bereiche, in denen sich die Österreicher:innen engagieren, sind dabei vielfältig und reichen von Freiwilligen am Sportplatz (33 %) über Brand- und Katastrophenschutz (20 %) bis zur Nachbarschaftshilfe (14 %). Wobei am Sportplatz mit 37 % mehr Männer vertreten sind als Frauen (27 %). Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch beim Brand- und Katastrophenschutz – hier sind 30 Prozent der freiwilligen Helfer:innen männlich und sieben Prozent weiblich. Allerdings muss an dieser Stelle angeführt werden, dass Frauen oftmals zeitlich eingeschränkter sind, da sie bereits im großen Umfang unbezahlte Care-Arbeit innerhalb der Familie leisten, die nicht unter Ehrenamt fällt. Zudem sind Frauen häufiger in den Bereichen Bildung, Jugend und Schule (19 % vs. 9 % bei den Männern) vertreten sowie in Soziales, Gesundheit und Pflege (17 % vs. 8 %), wodurch sich insgesamt das ehrenamtliche Engagement etwa gleichmäßig verteilt. Die jüngere Generation begeistere sich dafür umso mehr – insbesondere die 14- bis 19-Jährigen (40 %), heißt es.
Die Motivation hinter dem Engagement und Hürden
Danach gefragt, was das Hauptmotiv hinter dem Engagement ist, haben drei Viertel angegeben, den Wunsch zu hegen, anderen helfen zu wollen. Ein fast ebenso hoher Anteil (72 %) meinte, das Ehrenamt gäbe ihnen Sinn und Erfüllung. Und 65 Prozent schätzen diese Arbeit als sinnvolle Gestaltung ihrer Freizeit.
Allianz Österreich und der Bundesfeuerwehrverband wollten aber auch wissen, was Menschen davon abhält, sich ehrenamtlich zu engagieren. An der Spitze rangiert "Zeitmangel" (44 %). Zudem findet ein Fünftel den Aufwand als zu hoch oder bekundet mangelndes Interesse (20 %). Negative Erfahrungen mit dem Ehrenamt in der Vergangenheit spielen dafür kaum eine Rolle, ebenso wenig wie fehlende Möglichkeiten in der Umgebung oder Unsicherheiten bezüglich Versicherung und Haltung.
Neue Partnerschaft der Allianz Österreich
Und natürlich wurde ein Blick auf die Wertschätzung der Freiwilligen Feuerwehr geworfen. Dabei habe sich gezeigt, dass die Bevölkerung diese durchaus positiv wahrnimmt. So verbinden die Österreicher:innen mit ihr Verlässlichkeit (88 %), Mut (86 %), Schnelligkeit (85 %) und ehrenamtliches Engagement (85 %). "Die große Wertschätzung in der Bevölkerung freut uns sehr", sagt Robert Mayer, Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes. "Ich möchte allen Freiwilligen bei den Feuerwehren meinen Dank und meine Anerkennung aussprechen. Trotz ihres oft hektischen Berufs- und Privatlebens nehmen sie sich die Zeit für dieses wichtige Engagement. Ohne sie wäre die schnelle und verlässliche Hilfe, von der der Schutz der Bevölkerung im Ernstfall abhängt, in unseren Gemeinden nicht möglich."
"Als Allianz Österreich unterstützen wir die wertvolle Arbeit der Feuerwehren durch gemeinsame Präventionsarbeit und Aufklärung direkt bei den Menschen vor Ort sowie durch spezielle Versicherungsleistungen und Vorteile für freiwillige Feuerwehrmitglieder", ergänzt Matić und führt abschließend aus: "Besonders im Bereich der Gefahrenprävention können wir unser Know-how bündeln und gemeinsam mit dem Bundesfeuerwehrverband für noch mehr Schutz sorgen. Wenn wir Risiken frühzeitig erkennen und Schäden reduzieren, gewinnen alle: die Feuerwehr, unsere Kund:innen und die Gemeinden. Denn der beste Schaden ist der, der gar nicht erst entsteht."
www.allianz.at
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