Remax-Immospiegel
Eigentumswohnungen wurden im Schnitt um fast 10.000 Euro billiger

| Redaktion 
| 10.04.2024

Mehrheitlich sinkende Wohnungspreise und ein enormer Mengenrückgang kennzeichnen laut einer aktuellen Analyse den österreichischen Markt. Wien ist nicht unter den Top 3 der teuersten Landeshauptstädte. Die Preisspreizung zwischen Neubau und Bestandswohnung ist deutlich auseinandergegangen.

Die Österreicher:innen stöhnen noch immer unter der europaweit verhältnismäßig hohen Inflation, die natürlich auch die Mieten nicht unberührt lässt. Die Zinsen sind – auch wenn sich hier langsam eine Besserung abzeichnet – weiter hoch und doch gibt es tatsächlich noch gute Nachrichten für Wohnungssuchende auf dem Immobilienmarkt. Denn: Der aktuelle Remax-Immospiegel belegt nämlich, dass Eigentumswohnungen tatsächlich billiger wurden – und das im Schnitt um fast 10.000 Euro. Allgemein steuere der Markt im Jahr 2024 auf eine langsame Erholung zu. Allerdings gibt es bei den Bundesländern teils extreme Ausreißer.

"Tiefpunkt durchschritten"

"Die aktuelle Marktentwicklung bei Wohnimmobilien, die steigende Nachfrage und die Rückmeldungen vom Markt lassen darauf schließen, dass der Tiefpunkt durchschritten ist und es langsam wieder aufwärts geht", zeigt sich Bernhard Reikersdorfer, Remax Austria Managing Director, überzeugt. "Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind durchwegs positiv: Die Inflation geht weiter zurück, die Zinsentwicklung ist konstant bzw. zeigt nach unten. Die Grundbucheintragungsgebühr und die Pfandrechtseintragungsgebühr entfallen temporär für entgeltliche Rechtsgeschäfte bis zu einer Bemessungsgrundlage von 500.000 Euro, sofern die Immobilie selbst genutzt wird und einem dringenden Wohnbedürfnis dient."

Eigentumswohnungspreise spürbar billiger

Auch die erwarteten Preisreduktionen seien demnach eingetroffen, auch wenn so manche Marktteilnehmer:innen dies im noch nicht so gesehen hätten. "Österreichweit -3,5 Prozent sind nicht die Welt, aber wird die Inflation mitberücksichtigt, dann sprechen wir von einer spürbaren realen Preissenkung, die – zusammen mit den genannten Konjunkturmaßnahmen – den Wohnungskauf für eine breitere Schicht wieder in greifbare Nähe rücken wird", analysiert Remax Research Experte Anton Nenning.

Burgenland und Steiermark bilden die Extreme

Die Preisentwicklung war regional unterschiedlich: Wien trug insgesamt mit -5,6 Prozent aufgrund der Menge einen wesentlichen Beitrag zur Absenkung bei, die anderen Bundesländer lagen zwischen +2,3 Prozent in der Steiermark und -14,2 Prozent im Nachbarbundesland Burgenland.

Insgesamt kostete eine Wohnung statt 264.035 Euro wie im Jahr 2022 im Österreichmittel 254.679 Euro, also um -9.356 Euro oder -3,5 Prozent weniger. Damit ist den Remax-Berechnungen zufolge auch der Fünfjahresvergleich von +36,0 Prozent auf +28,8 Prozent und der Zehnjahresvergleich von +79,7 Prozent auf +57,6 Prozent gefallen.

© Remax

Günstigere Wohnungen werden noch billiger

Insgesamt ist festzustellen, dass günstige Wohnungen stärker nachgeben als teure. -4,2 Prozent beim billigeren/kleineren Preissegment von 160.193 Euro auf 153.500 Euro und -3,1 Prozent im oberen Preisquartal von 351.000 Euro auf 340.100. Die Hälfte aller verbücherten Wohnungen kosteten den neuen Eigentümern (ohne Kaufnebenkosten) demzufolge zwischen rund 160.000 und 340.000 Euro und jeweils ein Viertel mehr und ein Viertel weniger. Die regionale Schwankungsbreite der Bundesländer im Klein- und Billigsegment lag zwischen -11,1 Prozent im Burgenland und +5,6 Prozent in Kärnten, im Qualitätssegment dagegen zwischen -15,2 Prozent im Burgenland und +2,9 Prozent in der Steiermark. Auch über alle Preissegmente hinweg markieren das Burgenland mit -14,2 Prozent und die Steiermark mit +2,3 Prozent die Grenzen der Preisveränderungen zu 2022.

Die Berechnungen des Remax-ImmoSpiegels basieren auf der Kaufvertragssammlung von IMMOunited. Diese wiederum besteht aus allen 2023 tatsächlich in ganz Österreich verkauften und verbücherten Wohnungen. "Seit 2009 arbeiten wir nur mit der Gesamtheit aller tatsächlich verkauften Wohnungen und nicht mit Stichproben und Teilmengen. Wir verwenden auch nur die tatsächlichen Verbücherungspreise und keine Angebotspreise von Online-Plattformen, von denen niemand weiß, zu welchen tatsächlichen Preisen die Wohnungen – wenn überhaupt – verkauft wurden", so Nenning.

www.remax.at

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