Dienstschluss nach Vorschrift
Spanischer Lokführer lässt 150 Passagiere sitzen

| Redaktion 
| 09.04.2024

Da er Dienstschluss hatte, die Fahrt aber noch 32 Minuten dauern sollte, beschloss er, Feierabend zu machen.

Die 150 Passagiere eines spanischen Zuges, der von Madrid bis zur Stadt León fahren sollte, dürften verärgert sein. 32 Minuten vor Ankunft hielt der Zug planmäßig in der Station Sahagún. Doch dann bewegte er sich nicht mehr weiter. Und so sollte es auch bleiben. Der Grund: Der Lokführer machte Feierabend und stieg aus, nachdem seine Arbeitszeit beendet war. 

Unterstützung der Gewerkschaft

Wie die spanische Zeitung El Mundo berichtet, habe der Lokführer aber jetzt die volle Unterstützung der Gewerkschaft bekommen. "Er hat korrekt gehandelt. Seine effektiven Arbeitsstunden waren vergangen."

Javier García, einer der Passagier:innen, erzählte der Zeitung Crónica, dass das Zugpersonal die Menschen im Zug nicht einmal informiert habe, dass der Zug nicht mehr fahren würde. Er erfuhr es zufällig, als er in Sahagún kurz zum Rauchen ausstieg. Plötzlich las er auf der Tafel am Perron: "Zugfahrt abgebrochen aufgrund der beendeten Arbeitszeit seines Lokführers".

Für den Sprecher der Gewerkschaft der Eisenbahnarbeiter ist der Fall klar: "Die effektiven Arbeitszeiten sind gesetzlich geregelt. Fünfeinhalb Stunden, 45 Minuten Ruhe und drei weitere Stunden Fahrt", sagt er. Hätte der Lokführer auf der verbleibenden Strecke zwischen Sahagún und León einen Unfall gebaut, wäre er ins Gefängnis gekommen.

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