Acht aktuelle Marken-Wallboxen für E-Autos im Vergleichstest

Schlecht "fährt" man mit keinem der getesteten Modelle, die trotz Branding für Fahrzeugmodelle unterschiedlicher Hersteller verwendet werden können.

Der absolute Durchbruch ist der E-Mobilität zwar noch nicht gelungen, doch die Verkaufszahlen von Elektroautos steigen stetig. Im ersten Halbjahr 2023 erreichten die reinen Stromer bei den Neuzulassungen in Österreich einen Marktanteil von 18,4 Prozent (LEADERSNET berichtete). Passend dazu haben sich der ÖAMTC und dessen Partnerclubs in einem Test der Wallbox gewidmet. Schließlich handelt es sich dabei um ein Produkt, dessen Relevanz mit der Verbreitung der E-Mobilität wächst.

Acht Marken-Wallboxen im Test

Diesmal standen acht solcher Ladeeinheiten auf dem Prüfstand, die das Label von bekannten Autoherstellern tragen. "Wenn es um das Laden zu Hause geht, sind ja meist Boxen von spezialisierten Firmen das Mittel der Wahl. Allerdings versuchen die Fahrzeughersteller mittlerweile, ebenfalls auf diesem Markt Fuß zu fassen", erklärt ÖAMTC-Techniker Florian Merker den Hintergrund der aktuellen Testreihe.

Dabei spiele es keine Rolle, ob Box und Elektroauto das gleiche Logo tragen: Alle Ladeeinheiten wurden mit mehreren Fahrzeugen getestet, eine "Bevorzugung" der eigenen Marke konnte laut den Expert:innen nicht festgestellt werden. Wobei nur zwei der geprüften Boxen, die Modelle von Tesla und Peugeot, tatsächlich unter dem Dach dieser Kfz-Marken gebaut werden. Der Rest stammt von Automobilzulieferern oder Wallbox-Spezialist:innen und ist "nur" entsprechend gebrandet.

Gesamtergebnis

Die Testergebnisse fasst Merker wie folgt zusammen: "Die Basisfunktionen meistern alle Modelle ohne Schwierigkeiten. Auch Lade-Abbrüche oder Sicherheitsprobleme, beispielsweise in den Fehlerstrom-Abschalteinrichtungen, haben wir bei keinem Produkt festgestellt." Warum es trotzdem bei keiner der getesteten Wallboxen für ein "Sehr gut" gereicht habe? Auch wenn jedes Produkt bedenkenlos empfohlen werden könne, gibt es kleinere Schwächen. Die seien je nach Modell unterschiedlich und führten letztlich dazu, dass keine Wallbox die absolute Top-Wertung schaffte, so der Experte.

Wallboxen
© ÖAMTC

Budget und persönliche Präferenzen

Für welche Box man sich letztlich entscheidet, würde einerseits vom Budget, andererseits von den persönlichen Präferenzen abhängen, z. B. in Sachen Zubehör. Testsieger ist die Wallbox Pulsar Plus von Hyundai, die mit durchschnittlich 911 Euro zu Buche schlägt und damit im gehobenen Preissegment zu finden ist. Dafür bekommt man laut den Tester:innen eine sehr kompakte Box mit einer sehr guten App und einer auffälligen Anzeige, die schon von Weitem den aktuellen Ladestatus anzeigt. "Nicht ganz so gelungen: Das Kabelmanagement, das umso schwieriger ist, je kleiner die Box ist. Und in Zeiten hoher Strompreise auch nicht unwesentlich: Der Stromverbrauch im Stand-by-Modus könnte geringer sein", spricht Florian Merker einige Kritikpunkte an.

Der ID. Charger von VW ist im Test am anderen Ende der Tabelle angesiedelt. Eine Empfehlung sei die Wallbox – wie man an der Gesamtnote "Gut" sieht – dennoch wert. Merker: "VW konzentriert sich beim günstigen ID. Charger einzig und allein auf das sichere Laden." Sonderfunktionen und Komfortausstattung suche man vergeblich, auch eine App sei nicht vorhanden. Wer darauf nicht verzichten möchte, müsse zum ebenfalls erhältlichen ID. Charger Connect greifen. Was man jedoch sehr wohl bekomme, sei ein gutes Kabelmanagement und den geringsten Stand-by-Verbrauch. Reicht das aus, ist man mit dieser preiswerten Variante sehr gut bedient.

www.oeamtc.at

ÖAMTC-Tipps für Verbraucher:innen

  • Vor dem Kauf: Ausstattungswünsche (z. B. App, Stromzähler, Statistiken, Stromeinstellungen, Zugriffsschutz) genau definieren.
  • Die Installation einer Wallbox darf nur von einer qualifizierten Elektrofachkraft durchgeführt werden.
  • Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge sind beim Netzbetreiber grundsätzlich anzumelden und bei mehr als 11 kW genehmigungspflichtig
  • Auf eine beiliegende oder zumindest per Download auf der Herstellerseite abrufbare Konformitätserklärung achten
  • Ein gutes Kabelmanagement samt Steckergarage erleichtert den Umgang mit der Wallbox im Alltag.
  • Eine Wallbox mit Steckerbuchse sollte über eine schaltbare Verriegelung des Ladekabels verfügen, damit das Ladekabel auch in einem frei zugänglichen Bereich wie einem Carport vor Diebstahl gesichert werden kann.
  • Bei Einbindung in eine Photovoltaik-Anlage auf Kompatibilität der Schnittstellen achten.

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ÖAMTC-Tipps für Verbraucher:innen

  • Vor dem Kauf: Ausstattungswünsche (z. B. App, Stromzähler, Statistiken, Stromeinstellungen, Zugriffsschutz) genau definieren.
  • Die Installation einer Wallbox darf nur von einer qualifizierten Elektrofachkraft durchgeführt werden.
  • Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge sind beim Netzbetreiber grundsätzlich anzumelden und bei mehr als 11 kW genehmigungspflichtig
  • Auf eine beiliegende oder zumindest per Download auf der Herstellerseite abrufbare Konformitätserklärung achten
  • Ein gutes Kabelmanagement samt Steckergarage erleichtert den Umgang mit der Wallbox im Alltag.
  • Eine Wallbox mit Steckerbuchse sollte über eine schaltbare Verriegelung des Ladekabels verfügen, damit das Ladekabel auch in einem frei zugänglichen Bereich wie einem Carport vor Diebstahl gesichert werden kann.
  • Bei Einbindung in eine Photovoltaik-Anlage auf Kompatibilität der Schnittstellen achten.

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