Energieversorgung neu gedacht! – Wie uns die Energiewende gelingen könnte

LEADERSNET.tv hat mit Leonhard Schitter, CEO Salzburg AG, und den Geschäftsführern des Corporate Startups one2zero, Tobias Wiener und Peter Hochleitner, über die Unterstützung von Firmen auf dem Weg zur CO2-Neutralität, notwendige Schritte für die Energiewende, innovative Lösungen sowie die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Energieversorgung und Privatkund:innen gesprochen.


Anfang der Woche hat die Salzburg AG in Wien ihr Corporate Startup one2zero präsentiert (LEADERSNET berichtete). Der Landesenergieversorger mit rund 2.400 Mitarbeiter:innen hat sich schon früh der Transformation hin zu erneuerbaren Energien verschrieben und bezeichnet sich als Green Tech Company. Wichtigste aktuelle Anliegen sind eine möglichst schnelle Unabhängigkeit von ausländischen Rohstoffen für die Energieerzeugung sowie die Erreichung der ambitionierten Klimaziele des Pariser Abkommens und der EU. Dabei setzt die Salzburg AG auch auf innovative Lösungen, wie sie das neue Startup bietet.

LEADERSNET.tv hat mit Leonhard Schitter, Generaldirektor Salzburg AG, und den Geschäftsführern von one2zero, Tobias Wiener und Peter Hochleitner, gesprochen. Dabei haben die drei Experten Paul Leitenmüller, CEO Opinion Leaders Network, verraten, was es ihrer Meinung nach braucht, damit die Energiewende gelingen kann.

Alle müssen bei Energiewende mitmachen

Leonhard Schitter, der am Mittwochabend auch bei Armin Wolf in der ZIB2 zum Thema "Energiewende" zu Gast war und vor wenigen Wochen LEADERSNET ein umfangreiches Interview gegeben hat, untermauerte gegenüber LEADERSNET.tv seine Forderung nach einer raschen Energiewende. Laut dem Chef der Salzburg AG führe kein Weg am Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, der Dekarbonisierung und dem massiven Ausbau erneuerbarer Energien vorbei. Darüber hinaus sei es wichtig, die Nachhaltigkeit zu technologisieren sowie erlebbar zu machen. Denn die Energiewende könne nur dann gelingen, wenn alle Österreicher:innen mit im Boot sind und eingebunden werden. Wenn die Kund:innen den Nutzen von nachhaltigen Technologien erkennen, machen sie auch mit. Hierfür gebe es bereits Beispiele wie die Photovoltaik zur Eigenstromerzeugung oder den Umstieg auf Elektroautos, die im Betrieb günstiger kommen als Verbrenner.

Green Tech Company und one2zero GesprächPaul Leitenmüller im Gespräch mit den drei Energieexperten © LEADERSNET 

Die Auswirkungen des Ukrainekriegs sieht Schitter als unglaubliche Herausforderung. Die Abhängigkeit von ausländischen Rohstoffen zeige zwar, dass die Unabhängigkeit durch Energieerzeugung das Um und Auf sei, kurzfristig stehe nun jedoch die Versorgungssicherheit im Vordergrund. Deshalb muss auch die Salzburg AG einige Kraftwerke notgedrungen wieder mit "schmutzigen" Energiequellen betreiben. Zudem werden sich die Österreicher:innen auf Einschränkungen des eigenen Verhaltens einstellen müssen. Das könnten die Menschen jedoch, wie das Beispiel der Elektromobilität zeige. Auch hier würden die Fahrer:innen ihr Fahrverhalten automatisch an die neue Technologie anpassen (Stichwort: "Reichweite"). Alles in allem sieht Schitter jedoch Innovationen als wichtigstes Mittel für die Energiewende. Die Salzburg AG will Nachhaltigkeit jedenfalls mit dem größtmöglichen Komfort für die Kund:innen umsetzen.

Firmen auf den Weg zur CO2-Neutralität begleiten

Die beiden one2zero-Geschäftsführer sprechen über innovative Lösungen ihres "Green"-Startups, die zur Energiewende beitragen können. Laut Schitter hat die Salzburg AG das Jungunternehmen gegründet, weil es schneller auf Änderungen reagieren und neue, "hippe" Ideen besser umsetzen könne, als der Hauptkonzern selbst. Thomas Wiener erklärt die Aufgabe von one2zero wie folgt: Das Startup bietet nachhaltige Lösungen für Unternehmen, die Kunden der Salzburg AG sind, an – nicht nur in Salzburg, sondern österreichweit. Einige der Firmen würden auch europaweit agieren. one2zero will ihnen dabei helfen, völlig CO2-neutral zu werden. Dafür gibt es unterschiedliche Geschäftsbereiche. Mit dem Lebensmitteldiskonter Hofer gibt es auch schon einen Großkunden. Hier liegt der erste Schritt dabei, Photovoltaikanlagen auf den Filialen zu errichten. Mit diesen werde der Strom für den Eigenverbrauch erzeugt. Im Komplettangebot für Hofer sind jedoch weitere Maßnahmen enthalten. Dazu zählen etwa die Umstellung des Fuhrparks auf E-Mobilität sowie die Installation von Stromspeichern.

 

Nachhaltigkeitsbaukasten für Kund:innen

Peter Hochleitner betont, dass ein Großteil der Energiewende bei den Kund:innen stattfinden werde. Bisher hat der Energieversorger die Unternehmen mit Energie versorgt. Künftig geschehe vieles davon direkt bei den Kund:innen vor Ort – seien es Photovoltaikanlagen auf den Firmendächern oder Stromtankstellen auf Kundenparkplätzen. Zudem werden über kurz oder lang auch alle Privatkund:innen bei sich zuhause auf erneuerbare Energien setzen. Als innovatives Green-Startup will one2zero den Unternehmen und Privatkund:innen dabei helfen, dass diese Umstellungen österreich- bzw. europaweit reibungslos klappen. Damit könnten alle das wichtige Ziel, unabhängiger zu werden, erreichen. Das mache zwar auch die Salzburg AG, dennoch brauche es die Beidhändigkeit. Denn die beiden Unternehmen würden in unterschiedlichen Geschwindigkeiten agieren. So könne one2zero beispielsweise bei der Umrüstung von Flotten zu E-Mobilität und die dafür benötigte Infrastruktur schneller handeln. Das bringe auch wieder neue Kund:innen, die bisher nicht bei der Salzburg AG waren. Das zentrale Angebot von one2zero liegt laut Hochleitner jedenfalls darin, den Unternehmen einen umfangreichen Nachhaltigkeitsbaukasten anzubieten, mit dem sie das finale Ziel, die CO2-Neutralität, erreichen können.

Weitere Details zu den Angeboten sowie Zielen und worüber die drei Experten mit Paul Leitenmüller sonst noch gesprochen haben, sehen Sie im Video.

Impressionen von der one2zero-Präsentation finden Sie hier.

www.one2zero.at

www.salzburg-ag.at

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