Murdoch kauft sich in die Art Basel ein

Feindliche Übernahme, die "die Kunst nach rechts dreht" oder die Rettung für eine ganze Branche? 

Die Art Basel wurde von der Corona-Pandemie hart getroffen. James Murdoch, Sohn des Medien­moguls Rupert Murdoch, nützt die Krise und  steigt mit 44 Prozent bei der MCH Group, der Betreibergesellschaft der Art Basel, ein. Realisiert wird das über eine Kapitalerhöhung, an der Murdochs Lupa Systems teilnimmt. Noch ist der Einstieg nicht fix, da dafür noch die Zustimmung der Aktionäre im Rahmen einer außerordentlichen Generalversammlung am 3. August 2020 notwendig ist.

Art London

Kritik lässt nicht lange auf sich warten: Denn mit dem Einstieg ins Messegeschäft bekäme Familie Murdoch auch Einfluss auf den internationalen Kunstmarkt. Murdoch könne Experten zufolge zum Mehrheitsaktionär der MCH avancieren. "Der Anteil von Lupa Systems nach der Transaktion wird davon abhängen, wie viele Bezugsrechte ausgeübt werden, und zwischen 30 und 44 Prozent liegen.“ Darüber hinaus werde "ein auf Lupa Systems begrenztes Opting-up vorgeschlagen, welches es ihr erlaubt, alle Aktien zu erwerben, für die das Bezugsrecht nicht ausgeübt wurde", schreibt die Welt. Kritikern zufolge sei ein Gespür für die kulturelle Rolle des Wirtschaftsfaktors Kunst essentiell, andernfalls könnte der sowieso schon kommerzielle, aber linksgerichtete Kunstbetrieb, schnell nach rechts kippen.

Derzeit finden die drei Ausgaben der Kunstmesse in Basel, Miami und Hongkong statt. Befürchtungen, Murdoch könnte die Formate in den angelsächsischen Raum abwandern lassen, nehmen zu. London sei in Gesprächen schon öfters gefallen.

Ein Strohmann?

Der Chef der Art Basel, Marc Spiegler, sieht im Deal nur Vorteile: Es sei eine positive Entwicklung, mit der die Gruppe auf eine solide finanzielle Basis gestellt werde. Lupa Systems bringe ihm zufolge wertvolles Fachwissen und Netzwerke in den Bereichen Technologie, Digitalisierung und im weiteren kulturellen Bereich ein.

James sei keiner, mit dem man sich tiefergehend über Picasso und Co. unterhalten könnte, lautet es. Kunstaffin sei er dennoch, vor allem klassische westliche Nachkriegskunst interessiert ihn. Er ist seit 2016 Mitglied im Vorstand der Dia Art Foundation, einer bedeutenden Kunststiftung in New York und spitzt  angeblich schon lange auf die Art Basel. Gerüchten zufolge sei er allerdings lediglich der Strohmann für seinen Vater, der ein Medien- und Eventunternehmen im Kunstbereich aufziehen will. Insidern zufolge eine Art Facebook für superreiche Kunstsammler.

Der Kunstmarkt generierte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 64 Milliarden Dollar. (jw)

www.artbasel.com

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