Tausende Unternehmen boykottieren Facebook und Zuckerberg meint, alle kommen wieder zurück

Wie sieht es mit der Brand Safety in Österreich aus? ORF-Enterprise setzt auf Diversität, Pluralität, Inklusion und Ethik. 


Mit der Initiative #StopHateForProfit wollen tausende Unternehmen – darunter auch Branchenriesen wie CocaCola und Starbucks, The North Face oder auch SAP –  Facebook zu einem stärkeren Vorgehen gegen rassistische und gewaltverherrlichende Inhalte bringen. In einem Meeting soll Zuckerberg nun Mitarbeitern gesagt haben, dass die Advertiser, die am Boykott teilnehmen, schon früh genug zurückkehren würden. Er hat sich bereits mit den Initiatoren der Aktion getroffen und über eine mögliche Veränderung im Umgang mit Hate Speech auf der Plattform diskutiert.

Eine Enttäuschung

 "Es war eine Enttäuschung", sagte Rashad Robinson, Präsident der Bürgerrechtsgruppe Color of Change, nach dem Meeting auf Zoom. Weder Zuckerberg selbst noch die Geschäftsführerin Sheryl Sandberg oder andere Vertreter des Managements hätten es einem Bericht der FAZ zufolge geschafft, klare Antworten auf die Probleme zu finden. Zehn konkrete Forderungen blieben unkommentiert. So sollte beispielsweise die Zusage für eine neue Position im Vorstand, die sich gezielt auf Bürgerrechte sowie Richtlinien spezialisiert, wie mit Diskriminierung und Hass umgegangen werden soll, installiert werden.

Intensive Debatte auch hierzulande

Die intensive Debatte über den verantwortungslosen Umgang mit rassistischen und diskriminierenden Inhalten hat natürlich auch Österreich erreicht. Der aktuelle Content-Skandal rund um die Polizeigewalt in den Vereinigten Staaten zeigt, dass Brand Safety in einem ausschließlich an Reichweiten- und Gewinnwachstum orientierten Umfeld nicht möglich ist.

Im gesetzlichen Auftrag des ORF ist der Public Value eindeutig definiert. Daraus resultiert ein Programm, das der werbetreibenden Wirtschaft ein vertrauenswürdiges, reichweitenstarkes und moralisch unbedenkliches Umfeld bietet. Laut aktuellem Public-Value-Bericht entfallen 4.700 Stunden pro Jahr auf Informationssendungen im ORF-Fernsehen wie Nachrichten, Magazine und Diskussionen. Exakt 4.533 Zeit im Bild-Sendungen wurden 2019 ausgestrahlt.

"Die ORF-Medien bieten das Höchstmaß an Brand Safety – und sind dazu auch verpflichtet! Nicht nur die strikten regulatorischen Vorgaben schaffen das Gerüst für Anstand, sondern auch der hohe ethische Anspruch der Redaktionen. Diversität, Inklusion und Gleichberechtigung sind feste Säulen des Wertefundaments, auf denen das gesamte ORF-Programm aufbaut. Von diesem deutlichen Bekenntnis zu sauberem, unabhängigem Journalismus und gesellschaftlicher Verantwortung profitiert die werbetreibende Wirtschaft. Ihre Werbung wird in einem Umfeld aus Information, Kultur, Unterhaltung und Sport wahrgenommen, dem die Österreicherinnen und Österreicher vertrauen", sagt ORF-Enterprise-Geschäftsführer Oliver Böhm.

"Brand Safety ist kein Schlagwort mehr, sondern unverzichtbar in der Markenstrategie. Der Facebook-Boykott von Coca-Cola, Unilever und weiterer weltweit aktiver Konzerne belegt den hohen Stellenwert der Umfeldsicherheit. Das sehen wir gerade auf globaler Ebene in der International Advertising Association. Marken können es sich nicht erlauben, ihren hart erarbeiteten guten Ruf durch ein unseriöses Umfeld zu beschädigen. Die finanziellen Auswirkungen wären verheerend", weiß  ORF-Enterprise-Geschäftsführerin Beatrice Cox-Riesenfelder aus ihrer Tätigkeit als Global Secretary General der International Advertising Association.

Vielfalt im Zentrum

Das diverse Gesellschaftsbild werde durch die intensive Kulturberichterstattung mit über 1.200 Sendungen in den Fernsehsendern ORF 1 und ORF 2 sowie knapp 43 Stunden pro Woche Kultur in den landesweiten ORF-Radios gefördert. Einen Beitrag zur multikulturellen Verständigung leistet etwa das Magazin Heimat Fremde Heimat mit 128 Ausstrahlungen pro Jahr in ORF 2 und ORF III. Über 4.700 Fernsehbeiträge haben sich im letzten Jahr mit Integrations- und Migrationsthemen befasst.

Gender-Balance ist ein weiteres heiß diskutiertes Thema: Von 3.379 Mitarbeitern sind beim ORF 44,7 Prozent weiblich. Im Sport werden gezielt Journalistinnen stärker vor den Vorhang geholt und die gesamte Sportredaktion hat eine Genderkompetenzschulung absolviert. Das ORF-Landesstudio Wien fordert bei der Vergabe von Auftragsproduktionen dezidiert ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis.

Unter dem Titel "New Pictures" stellt das Fernseharchiv neue Genrebilder zur Verfügung, das Frauen in Pionierrollen oder in Bereichen, in denen sie noch weitgehend unterrepräsentiert sind, zeigt. (jw)

enterprise.ORF.at



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