"Victoria’s Secret": Mobbing, Sexismus und Belästigung schicken die "Engel" in die Hölle

Die Vorwürfe gegen die Unternehmensführung haben auch negative Auswirkungen auf das Geschäft der Unterwäschemarke.

"Engel" werden die Models genannt, die die US-amerikanische Unterwäschenmarke "Victoria's Secret" unter Vertrag hat. Wie sich jetzt herausstellt, scheint der Job der "Engel" aber alles andere als himmlisch zu sein. Recherchen der New York Times haben ergeben, dass bei "Victoria's Secret" seit Jahrzehnten eine frauenfeindliche Unternehmenskultur herrscht.

Marketing-Chef Ed Razek habe zahlreiche Mitarbeiterinnen und Models, gemobbt, belästigt und sogar misshandelt, während Firmen-Gründer und Vorstandsvorsitzender Leslie Wexner in enger Verbindung mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gestanden sei. In dem Unternehmen habe eine "tief verwurzelte Kultur voller Frauenfeindlichkeit, Mobbing und sexueller Belästigung" geherrscht, schreibt die renommierte US-Zeitung und beruft sich auf Interviews mit mehr als 30 derzeitigen und ehemaligen Führungskräften, Angestellten, Auftragnehmern und Models sowie auf Gerichtsdokumente.

Aktie um 75 Prozent gefallen

Ein Skandal dieser Größenordnung hat natürlich auch wirtschaftliche Auswirkungen auf "Victoria's Secret". Dazu kommt, dass das vermittelte Frauenbild des Unterwäschekonzerns schon seit längerem für Kritik sorgt. So haben Razek und Wexner 2018 abgelehnt Plus-Size- oder transsexuelle Models zu zeigen, was in der Öffentlichkeit nicht gut angenommen wurde. Besonders bei jungen Konsumentinnen stößt dies auf wenig Zustimmung und wie Business Insider schreibt, weichen sie auf Marken wie "Savage x Ferry" von Pop- und R&B-Star Rihanna aus, die ein deutlich feministischeres Image pflegen.

"Victoria's Secret" musste deshalb bereits zahlreiche Shops schließen. Die Aktie von L-Brands, dem Mutterkonzern von "Victoria's Secret" fiel seit 2015 um satte 75 Prozent. Laut New York Times habe es von mindestens sechs derzeitigen und ehemaligen Führungskräften Versuche gegeben, eine Abkehr vom veralteten Frauenbild zu forcieren, was jedoch nicht gutiert worden sei. Drei dieser Mitarbeiter seien in der Folge sogar aus dem Konzern gedrängt worden.

Vorwürfe werden nicht bestritten

Eine Sprecherin behauptet gegenüber der New York Times, dass man sich bereits "intensiv" auf Compliance und die "Atmosphäre am Arbeitslatz" fokussiert habe und diesbezüglich auch "erhebliche Fortschritte gemacht" habe: "Wir bedauern jeden Fall, in dem wir dieses Ziel nicht erreicht haben, und sind voll und ganz der kontinuierlichen Verbesserung und unserer Verantwortung verpflichtet." Die von der New York Times erhobenen Vorwürfe bezüglich Mobbing, Sexismus und Belästigung bestritt sie im übrigen nicht. (as)

www.victoriassecret.com

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