Neue Zusammenarbeit
Ottakringer und Zwettler kooperieren bei der Bierabfüllung

| Redaktion 
| 05.10.2026

Ab Oktober 2026 setzen die beiden Traditionsunternehmen auf eine wechselseitige Nutzung ihrer Kapazitäten. Die Herstellung der jeweiligen Bierspezialitäten bleibt davon unberührt.

Die beiden österreichischen Privatbrauereien Ottakringer und Zwettler vertiefen ihre Zusammenarbeit. Ab Oktober 2026 wollen die Unternehmen vorhandene Kapazitäten bei der Abfüllung wechselseitig nutzen. An der Produktion der Biere selbst soll sich dadurch nichts ändern. Ottakringer und Zwettler brauen ihre Produkte weiterhin in den jeweils eigenen Brauereien. 

Arbeitsteilung bei Flaschen und Dosen

Konkret übernimmt Zwettler künftig die Abfüllung von Ottakringer-Bier in Mehrwegflaschen. Im Gegenzug werden Dosen und Einwegflaschen mit Zwettler-Bier bei Ottakringer abgefüllt.

Damit konzentrieren sich beide Unternehmen auf jene Bereiche, für die sie bereits über entsprechende Anlagen und Erfahrung verfügen. Ottakringer bringt seine Ressourcen bei Dosen und Einwegflaschen ein, während Zwettler seine technische Infrastruktur und sein Know-how bei Mehrweggebinden nutzt. Dadurch sollen bestehende Anlagen effizienter ausgelastet und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der beiden Privatbrauereien gestärkt werden.

Biermarkt erhöht wirtschaftlichen Druck

Hintergrund der Kooperation sind auch die schwieriger gewordenen Rahmenbedingungen in der österreichischen Bierbranche, so die Verantwortlichen. Seit Jahren gehen die Absatzmengen zurück, zugleich verändern sich die Konsumgewohnheiten. Dem stehen hohe Aufwendungen für Betrieb und Instandhaltung der Produktionsanlagen gegenüber.

Damit wächst auch für traditionsreiche Familienunternehmen der Druck, bestehende Strukturen auf ihre Wirtschaftlichkeit zu überprüfen. Ottakringer und Zwettler sehen ihre Zusammenarbeit daher nicht nur als Möglichkeit, vorhandene Abfüllkapazitäten besser zu nutzen. Sie verstehen die Kooperation auch als Zeichen dafür, dass österreichische Familienunternehmen in einem herausfordernden Marktumfeld verstärkt zusammenarbeiten können.

Ottakringer verzichtet auf Investition in alte Anlage

Für Ottakringer hat die Vereinbarung eine konkrete Konsequenz am eigenen Standort. Die bisher eingesetzte Mehrweg-Abfüllanlage ist seit mehr als 30 Jahren in Betrieb und würde umfangreiche Instandhaltungsmaßnahmen benötigen. Aufgrund bestehender Überkapazitäten sei eine größere Investition in diese Anlage wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll.

Tobias Frank, technischer Geschäftsführer und 1. Braumeister der Ottakringer Brauerei, sieht in der Zusammenarbeit einen unternehmerischen Ansatz, um auf die Veränderungen in der Branche zu reagieren. "Unsere Branche steht vor vielfältigen Herausforderungen, denen wir aktiv und mit unternehmerischen Lösungen begegnen wollen. Dazu kann auch eine Kooperation zwischen zwei Brauereien gehören – dort, wo sie wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist, etwa bei der Lohnfüllung und der wechselseitigen Nutzung von Kapazitäten", so Frank.

Was zunächst ungewöhnlich erscheinen könne, bringe beiden Unternehmen Vorteile. Die Kooperation helfe laut Frank dabei, die Eigenständigkeit der Brauerei, die regionalen Bierspezialitäten sowie die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

Langjährige Partnerschaft wird ausgebaut

Die neue Vereinbarung entsteht nicht aus einer erstmaligen Zusammenarbeit. Zwischen Ottakringer und Zwettler besteht bereits seit vielen Jahren eine partnerschaftliche Beziehung. Mit der wechselseitigen Nutzung der Abfüllkapazitäten soll diese nun intensiviert werden.

Karl Schwarz, Eigentümer und Geschäftsführer der Zwettler Brauerei, bezeichnet den Schritt als Weiterentwicklung der bisherigen Zusammenarbeit: "Ottakringer und Zwettler verbindet seit vielen Jahren ein partnerschaftliches Miteinander. Jetzt gehen wir einen Schritt weiter und setzen auf eine Wien-Niederösterreichische Zusammenarbeit, die beide Brauereien stärkt."

www.ottakringerbrauerei.at

www.zwettler.at

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