Fotos vom Bewerb
Niederösterreicher holte Staatsmeistertitel für schwersten Kürbis Österreichs

Hitze und Trockenheit machten den Riesenkürbis-Züchter:innen heuer das Leben schwer. Ein alter Bekannter der Szene ließ die Konkurrenz trotzdem weit hinter sich – an den Rekord aus dem Vorjahr kam aber auch er nicht heran.

Wer im eigenen Garten Kürbisse zieht, ist meist mit ein paar handlichen Exemplaren für Suppe und Herbstdeko zufrieden. In den Kittenberger Erlebnisgärten in Schiltern, einem Ortsteil von Langenlois im Bezirk Krems, spielte man vergangenen Samstag, dem 3. Oktober, hingegen in einer völlig anderen Gewichtsklasse. Bei der diesjährigen Staatsmeisterschaft der Riesenkürbisse, die der Gartenbetrieb gemeinsam mit dem Verein Austrian Giant Pumpkin Growers ausrichtete, sicherte sich Friedrich Melka aus dem Bezirk Tulln den Titel. 

Klarer Vorsprung auf die Konkurrenz aus Tirol

Insgesamt gingen in der Gartenarena 25 Kürbisexemplare der Sorte "Atlantic Giants" in die offizielle Wertung. Bei Kolossen dieser Größe wird schon das Wiegen selbst zur Herausforderung. An der Spitze fiel die Entscheidung schließlich aber deutlich aus: Die Waage zeigte bei Melkas Kürbis satte 881 Kilogramm an, was in etwa dem Gewicht eines Kleinwagens entspricht. Der Kürbis des Tiroler Züchters Florian Wildauer landete mit einem Rückstand von mehr als 150 Kilogramm auf Rang zwei (717 Kilogramm). Platz drei ging an das Team Permafrost aus Niederösterreich mit 599 Kilogramm.

Neben der Königsdisziplin traten auch Riesenexemplare der Sorten "Marrow", "Squash", "Field Pumpkin" und "Long Gourd" sowie "Riesenparadeiser" in eigenen Kategorien an. Einen Staatsmeistertitel durfte dabei sogar der Gastgeber feiern. Reinhard Kittenberger gewann zusammen mit Johannes Englisch-Kubelka mit einer gemeinsam gezogenen Zucchini die entsprechende Wertung. Gerade in diesen Nebenkategorien hat der neue Staatsmeister in den vergangenen Jahren ebenfalls schon mehrfach abgeräumt.

Ein Routinier mit Rekorderfahrung

Für Melka, der beim mitveranstaltenden Verein als Vizepräsident fungiert, ist der Titel keine Premiere. Bereits 2017, 2019, 2021 und 2022 gewann er die Staatsmeisterschaft, die damals noch in der Erlebniswelt "Die Garten Tulln" ausgetragen wurde. Zweimal stellte er dabei sogar einen neuen Österreich-Rekord auf, 2017 mit 693 Kilogramm und zwei Jahre später mit 723,2 Kilogramm.

Auch in Schiltern ist der Niederösterreicher längst Stammgast. 2024 holte er dort die Kategorien "Field Pumpkin" und "Marrow", während sein "Atlantic Giant" auf Rang zwei landete. Diesen stellte er anschließend für eine spontane Versteigerung zur Verfügung, bei der 3.100 Euro für vom Hochwasser betroffene Familien in Langenlois zusammenkamen. Im Vorjahr folgte schließlich ein Österreich-Rekord in einer Disziplin, in der nicht das Gewicht, sondern die Länge zählt: Sein "Long Gourd" maß stolze 350 Zentimeter.

Vorjahresrekord und Weltspitze blieben außer Reichweite

Einen neuen Rekord gab es heuer allerdings nicht. Laut den Veranstaltern hatten große Hitze, wenig Regen und trockene Luft den Riesenkürbissen über den Sommer hinweg zugesetzt. Die Bestmarke hält damit weiterhin Wolfgang Nittnaus aus dem burgenländischen Gols, dessen Kürbis bei der Staatsmeisterschaft 2025 auf stolze 990,6 Kilogramm kam (LEADERSNET berichtete). Gut eine Woche später holte Nittnaus in Ludwigsburg als erster Österreicher auch den Europameistertitel. Melka fehlten auf diesen Rekord knapp 110 Kilogramm. 

Auch in den Nachbarländern wurde am ersten Oktoberwochenende gewogen. In Ludwigsburg krönte sich der Hesse Matthias Würsching mit 986 Kilogramm zum deutschen Meister, in Rapperswil-Jona holte Florian Isler mit 651,5 Kilogramm zum dritten Mal in Folge den Schweizer Titel.

Die nächste internationale Bühne folgt bereits am 11. Oktober mit der Europameisterschaft, die ebenfalls in Ludwigsburg über die Bühne geht. Den Weltrekord halten seit Oktober 2025 die britischen Zwillingsbrüder Ian und Stuart Paton, deren Kürbis namens "Muggle" 1.278,8 Kilogramm wog. Für Österreichs Züchter:innen bleibt also noch reichlich Luft nach oben.

Eindrücke vom Bewerb finden Sie in der Galerie.

www.kittenberger.at

www.agpg.at

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