Mit Compliance Networks haben Bernd Träxler, Christoph Kodada, Bernd Fletzberger und Stephan M. Klinger ein Beratungsunternehmen für Compliance und Finanzmarktregulierung in Wien gegründet. Die vier Partner bringen Erfahrungen aus Finanzmarktaufsicht, Zentralbank, Finanzinstituten und Rechtsberatung zusammen. Ihr Angebot richtet sich vor allem an die Finanzwirtschaft, steht nach Unternehmensangaben aber auch Organisationen anderer Branchen offen. Unterstützen will das Unternehmen beim Aufbau und bei der Weiterentwicklung von Strukturen, die die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und interner Regeln sicherstellen sollen. Neben der regulatorischen Beurteilung geht es dabei um Zuständigkeiten, Kontrollprozesse und die Auswahl sowie Einbindung technischer Lösungen. Zu den Schwerpunkten zählen Kryptowerte-Dienstleistungen, Geldwäscheprävention, Finanzsanktionen und der Einsatz künstlicher Intelligenz.
"Wir haben Compliance aus unterschiedlichen Führungspositionen und Institutionen kennengelernt. Mit Compliance Networks bündeln wir diese Erfahrungen genau dort, wo Unternehmen tragfähige Antworten auf komplexe regulatorische Fragen brauchen", sagt Bernd Träxler, der zuvor unter anderem als Chief Compliance Officer der Erste Group und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung tätig war.
Neue EU-Vorgaben erfordern Vorbereitung
Eines der Beratungsfelder ist die Vorbereitung auf die ab 2027 geltenden Vorgaben des EU-Geldwäschepakets. Die einzelnen Bestandteile haben unterschiedliche Anwendungs- und Umsetzungsfristen.
Für Christoph Kodada, früher Leiter der Abteilung für Geldwäscheprävention in der Finanzmarktaufsicht und Chief Compliance Officer der BAWAG Group, kommt es dabei auf die Umsetzung im Unternehmen an. "Bei der Geldwäscheprävention entscheidet sich die Wirksamkeit nicht allein am Regelwerk, sondern daran, ob Risiken erkannt und Kontrollen im Alltag verlässlich angewendet werden." Compliance Networks will regulatorische Anforderungen deshalb mit Fragen der Organisation und Technologie verbinden. Je nach Aufgabenstellung sollen dafür spezialisierte Netzwerkpartner:innen hinzugezogen werden.
Kryptounternehmen zwischen Geschäftsmodell und Regulierung
Ein weiteres Geschäftsfeld ist die Beratung von Unternehmen, die Dienstleistungen rund um Kryptowerte anbieten. Mit der europäischen Verordnung über Märkte für Kryptowerte, kurz MiCAR, besteht dafür ein gemeinsamer regulatorischer Rahmen. Die Bestimmungen zur Zulassung und laufenden Aufsicht von Kryptowerte-Dienstleistern sind seit 30. Dezember 2024 anwendbar. In Österreich ist die Finanzmarktaufsicht zuständig. Compliance Networks begleitet nach eigenen Angaben unter anderem Zulassungsverfahren und berät zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie zum Aufbau von Führungs-, Kontroll- und Compliance-Strukturen.
Bernd Fletzberger, Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Finanzmarktrecht, sieht dabei besonders an der Schnittstelle zu neuen Geschäftsmodellen Klärungsbedarf. "Gerade bei Fintechs und Kryptowerte-Dienstleistungen braucht es Klarheit darüber, welche regulatorischen Anforderungen gelten und wie sich ein Geschäftsmodell innerhalb dieses Rahmens entwickeln lässt."
Finanzsanktionen verlangen klare Entscheidungswege
Auch Finanzsanktionen gehören zum Beratungsangebot. Stephan M. Klinger leitete von 2022 bis 2024 den Rechtsbereich der Oesterreichischen Nationalbank und den dort angesiedelten behördlichen Aufgabenbereich zur Durchsetzung von EU-Finanzsanktionen. Mit 1. Jänner 2026 ging die Zuständigkeit für die Überwachung und Durchsetzung von Finanzsanktionen im österreichischen Finanzsektor von der OeNB auf die FMA über.
"Bei Finanzsanktionen muss eine Entscheidung nicht nur rechtlich fundiert sein – sie muss auch rechtzeitig getroffen und in den Abläufen einer Organisation zuverlässig umgesetzt werden können", erklärt Klinger.
Auftakt mit Diskussion über die Compliance-Praxis
Der Öffentlichkeit vorgestellt wurde das Unternehmen am 21. Oktober 2026 in der Neuen Hoheit in Wien. Bei einer von Fletzberger moderierten Podiumsdiskussion sprachen Iris Bujatti (Chief Compliance Officer der Erste Group), Katrin Joschtel (SVP Compliance, Risk & AFC der Bitpanda Group) und Kodada über aktuelle Herausforderungen.
Thematisiert wurden das EU-Geldwäschepaket, Finanzsanktionen und Compliance-Risiken im Kryptosektor. Hinzu kam die Frage, wie sich künstliche Intelligenz in Compliance-Prozessen einsetzen lässt – und damit eines jener Themen, auf die das neue Beratungsunternehmen seinen Schwerpunkt legt.
Einen Eindruck vom Eröffnungsevent können Sie mittels Galerie gewinnen.
www.compliance-networks.com
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