Wachstum
Tourismus legte im September zu und steuert auf Sommerrekord zu

| Janet Teplik 
| 01.11.2026

Der Aufwärtstrend im Tourismus erstreckt sich über alle Bundesländer, die durchweg ein Übernachtungsplus im Vergleich zum Vorjahresmonat verbuchen konnten. Im Burgenland trieben dabei vor allem einheimische Gäste das Wachstum voran.

Österreichs Beherbergungsbetriebe haben im September 2026 deutlich mehr Übernachtungen verbucht als ein Jahr zuvor. Nach vorläufigen Ergebnissen von Statistik Austria stiegen die Nächtigungen um 5,8 Prozent auf 12,97 Millionen. Die Ankünfte erhöhten sich um 6,5 Prozent auf 4,39 Millionen. Damit setzte sich die positive Nachfrageentwicklung auch nach den Sommerferien fort, während die Betriebe bereits auf die bevorstehende Wintersaison blicken. 

Alle Bundesländer verzeichnen ein Septemberplus

Sowohl die internationale als auch die heimische Nachfrage legte zu. Auf Gäste aus dem Ausland entfielen 9,21 Millionen Nächtigungen, ein Plus von 5,9 Prozent. Österreichische Gäste kamen auf 3,76 Millionen Übernachtungen und damit auf einen Zuwachs von 5,7 Prozent. 

Regional fiel das Wachstum allerdings unterschiedlich aus. Das stärkste Septemberplus erreichte Vorarlberg mit 8,1 Prozent, gefolgt von Kärnten mit 7,9 Prozent und Tirol mit 6,6 Prozent. Auch die übrigen Bundesländer lagen über dem Vorjahresmonat. 

Von Mai bis September summierten sich die Nächtigungen auf 76,39 Millionen, um drei Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2025. Die touristische Sommersaison, die bis Ende Oktober dauert, steuert damit laut Statistik Austria auf einen neuen Höchstwert zu. Von Jänner bis September wurden österreichweit 130,97 Millionen Übernachtungen gezählt, ein Plus von zwei Prozent.

Burgenland wächst durch Gäste aus Österreich

Im Burgenland zeigt sich eine andere Verteilung als im Bundeslanddurchschnitt. Laut Burgenland Tourismus wurden im September 314.729 Nächtigungen verzeichnet, um 1,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Ankünfte stiegen um 1,3 Prozent auf 112.987. 

Das Wachstum kam aus dem Inland. Österreichische Gäste sorgten für 234.543 Nächtigungen und damit für ein Plus von 3,8 Prozent. Die Auslandsnächtigungen gingen hingegen um vier Prozent auf 80.186 zurück. Zuwächse aus Tschechien, Ungarn und der Slowakei konnten diesen Rückgang nicht ausgleichen. 

Von Jänner bis September erreichte das Burgenland nach Angaben der Tourismusorganisation 2.759.935 Nächtigungen und lag damit um 0,6 Prozent unter dem Vergleichszeitraum 2025. Nach dem Rekordjahr 2025 (LEADERSNET berichtete) und einem positiven Jahresauftakt 2026 (LEADERSNET berichtete) bleibt die bisherige Jahresbilanz somit leicht rückläufig. 

Herbst und Winter sollen zusätzliche Reiseanlässe schaffen

Um die Nachfrage breiter über das Jahr zu verteilen, setzt das Burgenland auf Angebote außerhalb der Sommermonate. Dazu zählen Radfahren und Wandern, Thermenaufenthalte, das Martiniloben sowie zusätzliche Veranstaltungsformate. "Das Nächtigungsplus im September ist ein erfreuliches Zeichen für den burgenländischen Tourismus. Wir investieren gezielt in Angebote außerhalb der Sommermonate und entwickeln das Burgenland Schritt für Schritt als Ganzjahresdestination weiter", sagt Landeshauptmann und Tourismusreferent Hans Peter Doskozil.

Auch Didi Tunkel, Geschäftsführer von Burgenland Tourismus, bekräftigt das Vorhaben: "Gemeinsam mit den Erlebnisregionen werden wir auch in den kommenden Monaten unsere Angebote gezielt bewerben und weiter daran arbeiten, die Saison über die Sommermonate hinaus zu verlängern."

Gute Nachfrage garantiert noch keine höheren Erträge

Die steigenden Nächtigungszahlen bilden allgemein nur einen Teil der wirtschaftlichen Lage ab. Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner verwies in ihrer Stellungnahme zu den Septemberzahlen auf die Ertragssituation der Unternehmen. "Die Nachfrage ist da, aber volle Betten allein bedeuten noch keine gesunden Betriebe", sagt sie. Entscheidend sei, was den Unternehmen wirtschaftlich bleibe.

Für die Wintersaison 2026/27 prognostiziert die Österreich Werbung 21,7 Millionen Ankünfte und damit ein Plus von 1,5 Prozent. Wie LEADERSNET bei der Präsentation der Winterpotenzialstudie berichtete, treffen die hohen Reiseabsichten jedoch auf eine teilweise verhaltene Buchungslage. Ob sich das Nachfragepotenzial in zusätzliche Aufenthalte und bessere Ergebnisse für Betriebe übersetzt, wird sich erst im Saisonverlauf zeigen. 

www.burgenland.info

www.statistik.at

www.bmwet.gv.at

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