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Leitbetriebe Austria diskutierte mit Wirtschaft und Bundesheer über Führung

| Larissa Bilovits 
| 04.10.2026

Bei der gemeinsamen Veranstaltung mit dem Bundesministerium für Landesverteidigung wurde debattiert, wie Führung auch unter Zeitdruck und mit knappen Ressourcen gelingen kann.

Das Bundesheer und die Privatwirtschaft verstehen unter guter Führung nicht immer dasselbe. Wo sich die beiden Welten trotzdem treffen und was sie voneinander lernen können, war Thema der Veranstaltung "Wirtschaft trifft Militär – Leadership zwischen Ordnung, Entscheidungen und Flexibilität", zu der Leitbetriebe Austria jüngst gemeinsam mit dem Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV) ins Heeresgeschichtliche Museum in Wien geladen hatten. Das Format ist Teil der Leitbetriebe-Austria-Initiative "Neue Welt der Arbeit". Auf dem Programm standen Impulse von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und Monica Rintersbacher (Geschäftsführerin von Leitbetriebe Austria) sowie eine Podiumsdiskussion mit Führungskräften aus Unternehmen und Bundesheer.

Zwischen Resilienz und Eigenverantwortung

Militär und Unternehmen stünden oft vor ähnlichen Herausforderungen, so Tanner in ihrem Impuls, denn in beiden Bereichen gelte es, mit knappen Mitteln viel zu leisten und Entscheidungen unter Zeitdruck zu treffen. Als Schlüssel dafür nannte die Ministerin Resilienz, also schnell umschalten zu können, Verantwortung zu tragen und auch im Unvorhergesehenen handlungsfähig zu bleiben. Anknüpfungspunkte für einen engeren Austausch zwischen Wirtschaft und Bundesheer ortet Tanner neben der Führung selbst unter anderem in der Ausbildung, der Personalentwicklung, der Logistik und der Organisation. "Militärisches Wissen zivil nutzbar zu machen heißt nicht, Grenzen zu verwischen, sondern Kompetenzen zu teilen", betonte Tanner.

Rintersbacher richtete den Blick auf den Wandel der Arbeitswelt und die Erwartungen, die sich daraus für Unternehmen und ihre Führungskräfte ergeben: "Gute Führung muss heute Orientierung geben, ohne Eigenverantwortung einzuschränken. Gerade in Zeiten rascher Veränderungen brauchen Unternehmen Menschen, die Entscheidungen treffen können und wollen. Entscheidend ist, dafür Klarheit, Vertrauen und die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen", so die Leitbetriebe-Austria-Geschäftsführerin.

Sechs Stimmen aus zwei Führungswelten

Auf dem Podium kamen anschließend drei Vertreter:innen ausgezeichneter Leitbetriebe und drei Offiziere des Bundesheers zu Wort. Thomas Rathammer (Geschäftsführer von Softcom Consulting) plädierte für Authentizität und Transparenz in der Führung und sieht in KI ein Werkzeug, das menschliche Entscheidungen unterstützt. Regina Mittermayer-Knopf (Geschäftsführerin von Loomis Österreich) betonte, welchen Stellenwert Eigenverantwortung und Vertrauen gerade in sicherheitskritischen Situationen haben. Christian Prinz (Geschäftsführer von Hoerbiger Wien) sprach sich für Führung auf Augenhöhe aus und warb für eine Feedbackkultur, in der Fehler als Chance zur Weiterentwicklung gelten.

Von militärischer Seite schlug Generalmajor i.R. Karl Pronhagl (ehemaliger Kommandant der Theresianischen Militärakademie) einen Bogen von bewährten Führungsprinzipien über moderne Führungsansätze bis hin zum lebenslangen Lernen. Generalmajor Wolfgang Schweighofer (Direktor der Direktion 6 – IKT und Cyber im BMLV) ging auf den Wandel ein, den KI für Führungskräfte mit sich bringt, und hielt zugleich fest, dass die Letztverantwortung beim Menschen bleiben müsse. Oberstleutnant d.G. Christoph Göd (Kommandant des aktuellen Masterstudiums zur Generalstabsausbildung) zeigte auf, welcher Entscheidungsspielraum auch innerhalb klarer Befehlsketten besteht, und unterstrich die Bedeutung einer konsequenten Fehler- und Feedbackkultur.

Verschiedene Strukturen mit gemeinsamem Kern

Unterm Strich zeigte die Veranstaltung, dass die beiden Welten strukturell zwar weit auseinanderliegen, gerade deshalb aber voneinander profitieren können. Während das Bundesheer Führung von Grund auf lehrt und auf festgelegte Entscheidungswege setzt, kann die Wirtschaft Erfahrungen mit neuen Formen der Zusammenarbeit, flacheren Hierarchien und selbstorganisierten Teams beisteuern. Was beide verbindet, ist der Anspruch, Menschen Richtung zu geben und sie zugleich so zu stärken, dass sie auch unter Druck selbst entscheiden und Verantwortung tragen können.

Eindrücke der Veranstaltung finden Sie in der Galerie.

www.leitbetriebe.at

www.bmlv.gv.at

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