CEOs spielen entscheidende Rolle
Diese ATX-Konzerne stehen international am stärksten im Rampenlicht

Während die Erste Group bei der Reichweite vorne bleibt, führt AT&S das Image-Ranking an. Ansonsten gab es einige Auf- und Absteiger. Auch bei den CEOs gibt es neue Entwicklungen.

Welche österreichischen Börsenkonzerne erzielen international die größte mediale Aufmerksamkeit, wer profitiert von einer positiven Berichterstattung und welche Unternehmen geraten zunehmend unter Druck? Antworten darauf liefert die aktuelle Medienresonanzanalyse von pressrelations Österreich. Für das dritte Quartal 2026 wurden die weltweite Berichterstattung über die 20 Unternehmen des heimischen Leitindex ATX sowie die mediale Präsenz ihrer Vorstandsvorsitzenden untersucht.

Laut den Ergebnissen gibt es deutliche Unterschiede zwischen Reichweite und Tonalität. Während die Erste Group ihre Spitzenposition bei der internationalen Sichtbarkeit behauptet, rückt AT&S dank der steigenden Nachfrage nach KI-Technologien auf Platz zwei vor. Zudem führt der steirische Technologiekonzern erneut das Ranking der positivsten Medienresonanz an.

Erste Group vor AT&S und OMV

Mit einer potenziellen Reichweite von 3,3 Milliarden Kontakten belegt die Erste Group rund um CEO Peter Bosek weiterhin den ersten Platz. Ausschlaggebend waren laut Analyse insbesondere die geplante Aufstockung ihrer Beteiligung in Polen, starke Halbjahresergebnisse sowie der angekündigte Wechsel von Lukas Enzersdorfer-Konrad von Bitpanda zur Bankengruppe (LEADERSNET berichtete). 

Auf Platz zwei folgt AT&S mit 2,85 Milliarden potenziellen Kontakten. Der Konzern profitierte vor allem von seiner Kooperation mit dem US-Technologieunternehmen Marvell und seiner Positionierung als Zulieferer für Anwendungen im Bereich künstlicher Intelligenz.

Den dritten Rang belegt die OMV mit 2,81 Milliarden potenziellen Kontakten. Hier prägten neben einem deutlichen Gewinnanstieg vor allem der Führungswechsel zu Emma Delaney (LEADERSNET berichtete) sowie sicherheitspolitische Entwicklungen rund um das Gasprojekt Neptun Deep die internationale Berichterstattung.

Die reichweitenstärksten ATX-Unternehmen im dritten Quartal 2026

Die Reichweitenwerte beschreiben die potenziellen Medienkontakte und sind nicht mit tatsächlich erreichten Leser:innen gleichzusetzen.

  1. Erste Group – 3,3 Milliarden potenzielle Kontakte

  2. AT&S – 2,85 Milliarden potenzielle Kontakte

  3. OMV – 2,81 Milliarden potenzielle Kontakte

AT&S erzielt die positivste Berichterstattung

Neben der Reichweite untersucht pressrelations auch die Tonalität der internationalen Berichterstattung. Hier liegt AT&S mit einem Wert von 4,48 auf einer fünfteiligen Skala erneut an der Spitze. Positiv ausgewirkt hätten sich insbesondere die Rückkehr in die Gewinnzone und die Positionierung im wachsenden KI-Markt. Deutlich verbessert hat sich die EVN, die auf den zweiten Platz im Image-Ranking vorrückt. Für positive Resonanz sorgten unter anderem Speicherlösungen, Trinkwasserprojekte und die Ausweitung der Aktivitäten in Deutschland. Auch Do&Co und die Vienna Insurance Group (VIG) profitierten laut Untersuchung von positiven Unternehmensentwicklungen, darunter Rekordergebnisse und Integrationsmaßnahmen.

Restrukturierungen belasten das Image

Weniger günstig fiel die internationale Berichterstattung für einige Industriekonzerne aus. Besonders betroffen war Lenzing, wo das geplante Produktionsende am Standort Heiligenkreuz die mediale Wahrnehmung prägte. Bei Wienerberger standen die Gewinnwarnung und der Wechsel an der Unternehmensspitze im Mittelpunkt. Palfinger wiederum war aufgrund einer Russland-Wertberichtigung und rückläufiger Aktienkurse mit kritischer Berichterstattung konfrontiert. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass wirtschaftliche Entwicklungen, strategische Entscheidungen und personelle Veränderungen erheblichen Einfluss auf die internationale Medienresonanz haben können.

Auch bei den CEOs gibt es Verschiebungen

Neben den Unternehmen selbst analysierte pressrelations die mediale Präsenz der jeweiligen Vorstandsvorsitzenden. Besonders sichtbar war Michael Mertin von AT&S, dessen öffentliche Wahrnehmung stark mit der strategischen Ausrichtung des Unternehmens auf den KI-Markt verbunden ist. Auch Michael Höllerer von der Raiffeisen Bank International (RBI) rückte durch Digitalisierungspartnerschaften und Übernahmen in den Fokus. Verbund-CEO Michael Strugl komplettiert das Stockerl. Neue Aufmerksamkeit erhielten zudem Emma Delaney bei der OMV und Gerhard Hanke, der bei Wienerberger interimistisch die Vorstandsspitze übernommen hat (LEADERSNET berichtete). Beide standen im Zusammenhang mit Führungswechseln und strategischen Herausforderungen im Mittelpunkt der Berichterstattung.

Strategische Entscheidungen prägen die Medienresonanz

"Die Ergebnisse für das dritte Quartal zeigen eindrücklich, dass starke Zahlen allein nicht vor medialem Gegenwind schützen", erklärt Maximilian Freissler, Head of Research & Analytics bei pressrelations Österreich. Sowohl der KI-Boom bei AT&S als auch der Restrukturierungsdruck bei Industrieunternehmen würden zeigen, wie eng operative Entwicklungen und öffentliche Wahrnehmung miteinander verbunden seien.

Die Untersuchung macht damit deutlich, dass nicht allein die wirtschaftliche Größe eines Unternehmens über seine internationale Sichtbarkeit entscheidet. Auch Übernahmen, neue Technologien, Führungswechsel und Krisen können die mediale Aufmerksamkeit maßgeblich beeinflussen.

www.pressrelations.com

www.wienerborse.at

Über die Studie

Das "Made in Austria"-Analysesetup von pressrelations untersucht quartalsweise die Berichterstattung über die 20 ATX-Unternehmen und deren CEOs in internationalen Online- und Printmedien. Bewertet werden Medienpräsenz, potenzielle Reichweite, Tonalität und die inhaltlichen Schwerpunkte der Berichterstattung.

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