Beim Career Day der FHWien der WKW boten 27 Unternehmen, Lebenslauf-Checks und 180 neue Bewerbungsfotos Unterstützung für den nächsten Karriereschritt. Karin Teigl ermutigte dazu, auch ohne fertigen Plan loszulegen. LEADERSNET.tv fragte nach, was Unternehmen und Nachwuchskräften beim Berufseinstieg wichtig ist.
Ob ein Unternehmen als Arbeitgeber infrage kommt, lässt sich im persönlichen Gespräch oft besser herausfinden als anhand einer Stellenanzeige. Gelegenheit dazu bot der Career Day der FHWien der Wirtschaftskammer Wien (WKW) am 21. Oktober 2026. Studierende und Absolvent:innen konnten am Campus mit Vertreter:innen von 27 Unternehmen über Praktika, offene Stellen und berufliche Perspektiven sprechen. Ergänzend standen Bewerbungshilfen und eine Keynote von Unternehmerin und Autorin Karin Teigl auf dem Programm.
Persönliche Gespräche geben Einblicke in beide Seiten
Für Arno Kunz, Managing Director der Rustler Immobilientreuhand GmbH, machte der direkte Austausch einen wesentlichen Unterschied. "Man sieht nicht nur die Lebensläufe, man kann mit den Personen dann auch sprechen, man kriegt ein Gefühl“, erklärte er gegenüber LEADERSNET.tv. Das persönliche Kennenlernen helfe dabei, Bewerber:innen über ihre schriftlichen Unterlagen hinaus einzuschätzen. Elvir Hokic von Lidl Österreich rückte hingegen die Offenheit für unterschiedliche Aufgaben in den Mittelpunkt. Flexibilität sei unabhängig vom Alter gefragt. Wer sich nicht von vornherein auf eine einzige Position festlege, könne im weiteren Verlauf zusätzliche Möglichkeiten entdecken.
Auch aus Sicht der Studierenden bot die Veranstaltung einen Rahmen, um erste Kontakte zu knüpfen und Sicherheit im Austausch mit Unternehmen zu gewinnen. Valentin Girbl, Referent der ÖH FHWien der WKW, sah darin eine Gelegenheit, Gesprächserfahrungen zu sammeln und mögliche Wege zu einem Praktikum oder einer späteren Anstellung auszuloten.
Absolvent:innen achten auf Perspektiven und Vereinbarkeit
Dass bei der Jobsuche auch die Unternehmen überzeugen müssen, zeigten die Gespräche mit den Absolvent:innen. Eric Kastner legte Wert auf eine:n authentischen Arbeitgeber:in und Möglichkeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln. Für Celin Abram zählte neben gemeinsamen Interessen und dem menschlichen Miteinander, vor allem die Vereinbarkeit mit ihrer weiteren Ausbildung. Da sie ein Masterstudium anschließen möchte, müsse ihr künftiger Job dafür genügend Spielraum lassen. "Ich glaube, es muss auf beiden Seiten passen", hielt sie gegenüber LEADERSNET.tv fest.
Praxisbezug beginnt bereits im Studium
Wie die Hochschule auf diese beruflichen Anforderungen vorbereitet, erläuterte Beate Huber, Head of Academic Affairs der FHWien der WKW. Ausgangspunkt für die Entwicklung der Studienpläne seien die jeweiligen Berufsbilder. Die Inhalte würden regelmäßig an Veränderungen in den Branchen angepasst. Hinzu kämen Lehrende aus der Praxis sowie Projekte, in denen Studierende konkrete Aufgaben bearbeiten.
Wie sich dieser Zugang im Berufsalltag auswirken kann, schilderte Dominika Prokopova, Keyaccount Manager bei Colgate-Palmolive. Sie hatte selbst berufsbegleitend Marketing & Sales an der FHWien der WKW studiert. Die Verbindung von Arbeit, Studium und Praxisprojekten habe ihr den Einstieg ins Berufsleben erleichtert. Heute sei die praktische Erfahrung der Studierenden auch aus Unternehmenssicht interessant.
Lebensläufe und Bewerbungsfotos im Fokus
Neben den Unternehmensgesprächen konnten die Besucher:innen ihre Bewerbungsunterlagen überarbeiten lassen. Beatrix Lüer, Event Lead bei karriere.at, erklärte, dass sich das Team beim CV-Check Zeit für die einzelnen Lebensläufe nahm und konkrete Hinweise für künftige Bewerbungen gab.
Das Fotoshooting in Kooperation mit der ÖH ergänzte das Angebot. Laut Veranstalter:innen entstanden dabei 180 neue Bewerbungsfotos. Geschäftsführer Stefan Gasser verwies gegenüber LEADERSNET.tv auf die Verbindung aus Job- und Praktikumsangeboten, Bewerbungshilfen und Vorträgen für Studierende.
Bereits beim Career Day im Vorjahr hatten persönlicher Kontakt und die Vorbereitung auf Bewerbungen eine wichtige Rolle gespielt (LEADERSNET berichtete). Heuer ergänzte Karin Teigl das Programm um die Frage, wie sich der eigene berufliche Weg auch ohne vollständigen Plan entwickeln lässt.
Teigl plädierte für Ausprobieren und Durchhalten
Unter dem Motto "Not ready. Doing it anyway." sprach die Unternehmerin im Audimax darüber, Entscheidungen zu treffen, obwohl noch nicht alle Fragen beantwortet sind. Ihr Rat lautete, Erfahrungen zu sammeln, sich weniger mit anderen zu vergleichen und Erfolg nach den eigenen Vorstellungen zu definieren.
Im Gespräch mit LEADERSNET.tv betonte Teigl, dass zum Berufseinstieg Motivation, Offenheit und die Bereitschaft gehöre:
So verband der Career Day konkrete Unterstützung bei der Jobsuche mit einer grundsätzlichen Frage der Berufsorientierung. Ein erster Kontakt, ein überarbeiteter Lebenslauf oder ein Gespräch über die eigenen Erwartungen konnte dabei helfen, den nächsten Schritt genauer zu bestimmen – auch wenn das langfristige Ziel noch offen war.
Video-Interviewpartner:innen
Was Stephan Gasser (CEO FHWien der WKW), Beate Huber (Head of Academic Affairs FHWien der WKW), Karin Teigl (Unternehmerin & Autorin / @constantly_k), Valentin Girbl (Referent ÖH FHWien der WKW), Elvir Hokic (Leiter HR Lidl Wien, NÖ, Burgenland), Arno Kunz (Managing Director Rustler Immobilientreuhand GmbH), Eric Kastner (Absolvent FHWien der WKW), Celin Abram (Absolventin FHWien der WKW), Beatrix Lüer (Event Lead karriere.at) und Dominika Prokopova (Keyaccount Manager Colgate-Palmolive) noch zu sagen haben, erfahren Sie im LEADERSNET.tv-Video.
LEADERSNET begleitete das Event zudem fotografisch. Einen Eindruck können Sie mittels Galerie gewinnen.
Beim HR Community Talk diskutierte Gehaltsexperte Conrad Pramböck mit Personalverantwortlichen über Gehaltsbänder, Pay Gaps und die Frage, wie Betriebe neue Pflichten erfüllen können, ohne sich in Bürokratie zu verlieren.
In seinem neuen Programm "Bro-Fessor, checkst du!?" widmet sich der Lehrer und Kabarettist Helikopter-Eltern und ausufernden Klassenchats. Die namhaften Premierengäste stellten ihm dafür ein hervorragendes Zeugnis aus.
Die internationale Geschäftslage der heimischen Industrie verbessert sich, doch der Standort Österreich verliert an Wettbewerbsfähigkeit. Wie sich bei einem Forum in Wien zeigte, stehen deshalb auch viele Arbeitsplätze unter Druck.
Im LEADERSNET-Interview spricht Florian Geiger, CEO der Perlen Papier AG, über innovative Papierflaschen als nachhaltige Alternative zu Glas und Kunststoff, die Chancen auf dem österreichischen Markt und die Herausforderungen bei Recycling und industrieller Produktion. Zudem erklärt er, welche Rolle faserbasierte Verpackungen für die Zukunft des Unternehmens spielen.
Kommentar veröffentlichen