"Sachers" in Konkurs
Berühmte Kaffeerösterei schlittert in Millionenpleite

| Tobias Seifried 
| 13.07.2026

Neben einer Coffee Lounge in Wien und der Rösterei betreibt das Unternehmen auch den Import und Export von Kaffee- und Teespezialitäten, Zubehör und gewerblichen Gastronomiegeräten.

Ein bekanntes Unternehmen der österreichischen Kaffeekultur ist erneut in die Zahlungsunfähigkeit geschlittert: Über das Vermögen der Helmut Sachers Kaffee GmbH mit Sitz in Oeynhausen (Gemeinde Traiskirchen, Niederösterreich) wurde am Landesgericht Wiener Neustadt ein Konkursverfahren eröffnet. Wie die Kreditschutzverbände AKV und KSV1870 bekannt gaben, erfolgte die Eröffnung über Eigenantrag.

Von dem Insolvenzverfahren sind 23 Dienstnehmer:innen sowie 42 Gläubiger:innen betroffen.

Breites Vertriebsnetz und eine historische Vorinsolvenz

Das im Jahr 1987 gegründete Unternehmen betreibt primär die Verarbeitung und Röstung von Kaffee sowie den Import und Export von Kaffee- und Teespezialitäten, Zubehör und gewerblichen Gastronomiegeräten. Zu den Abnehmer:innen der Röstkaffee-Produkte gehören Gastronomiebetriebe, Hotels, der Lebensmittelgroßhandel sowie Privathaushalte im In- und Ausland. Neben dem Röst- und Großhandelsstandort in Niederösterreich betreibt die Gesellschaft die Gastronomiefläche "Coffee Lounge" am Rochusplatz in Wien.

Es handelt sich nicht um den ersten finanziellen Engpass in der Unternehmensgeschichte: Bereits im Jahr 2017 hatte die Kaffeerösterei ein Sanierungsverfahren beantragt. Der damalige Sanierungsplan konnte in der Folge mit einer erfüllten Zahlungsquote von 20 Prozent erfolgreich abgeschlossen werden.

Ermittlung der Ursachen und bevorstehende Werksschließung

Gründe für das erneute Abgleiten in die Insolvenz müssen im Zuge des nun eingeleiteten Verfahrens durch die Insolvenzverwaltung erst verifiziert werden. Die finanzielle Bestandsaufnahme der Gläubigerschützer weist zum aktuellen Zeitpunkt Gesamtforderungen in der Höhe von rund 1,415 Millionen Euro auf. Den vorliegenden Dokumenten zufolge ist eine nachhaltige Sanierung des Gesamtbetriebs diesmal offenbar nicht darstellbar. Laut AKV-Informationen steht eine unmittelbare Schließung der Kaffeeproduktion in Oeynhausen bevor.

Zum Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Michael Lentsch bestellt. Die Prüfungs- und Berichtstagsatzung wurde am Landesgericht Wiener Neustadt für den 8. September 2026 anberaumt.

www.ksv.at

www.akv.at

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