Fußball als Vorbild für politische Reformen
IV Oberösterreich fordert weniger Regulierung und mehr Eigenverantwortung

| Redaktion 
| 12.07.2026

Neue Regeln bei der Fußball-WM zeigen aus Sicht der IV OÖ, wie gezielte Anreize das Verhalten nachhaltig verändern können. Die Interessenvertretung leitet daraus die Forderung nach einem politischen Kurswechsel ab.

Die Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ) sieht in den bei der Fußball-WM eingeführten Regeländerungen ein anschauliches Beispiel dafür, wie gezielte Anpassungen das Verhalten nachhaltig beeinflussen können. Um Zeitspiel einzudämmen und den Spielfluss zu verbessern, wurden unter anderem klare Zeitvorgaben für Einwürfe, Abstöße, das Verlassen des Spielfelds sowie die Rückkehr verletzter Spieler eingeführt. Verstöße ziehen unmittelbare sportliche Konsequenzen nach sich. Nach Ansicht der IV OÖ zeigt dieses Beispiel, dass bereits einfache und klar definierte Regeln ausreichen können, um Verhaltensänderungen zu bewirken, ohne den Regelrahmen unnötig zu verkomplizieren.

"Der Fußball zeigt eindrucksvoll, dass oft kleine, kluge Regeländerungen ausreichen, um große Verhaltensänderungen zu erreichen. Niemand diskutiert darüber, ob Zeitspiel verboten werden soll – man hat einfach die Anreize verändert. Genau diese Denkweise brauchen wir auch in der Politik wesentlich stärker", sagt IV OÖ-Präsident Thomas Bründl

Kritik am Doppelbudget

Politische Rahmenbedingungen beeinflussen nach Ansicht der Industriellenvereinigung maßgeblich das Verhalten von Menschen und Unternehmen. Wer Fehlanreize setzt, fördere unerwünschtes Verhalten, während gezielte Anreize Eigeninitiative, Innovation und Leistungsbereitschaft stärken könnten. Vor diesem Hintergrund bewertet die IV OÖ das Doppelbudget der Bundesregierung kritisch. Aus ihrer Sicht enthält es keine Maßnahmen, die zu einer Verhaltensänderung führen, sondern verursacht vor allem zusätzliche Kosten und bürokratische Belastungen.

IV OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch sagt: "Österreich braucht kein Belastungspaket, sondern ein Mehrwertpaket. Neue Berichtspflichten, zusätzliche Abgaben und immer mehr Regulierung lösen keine Probleme. Sie machen das Leben für Bürger und Unternehmen komplizierter, teurer und langsamer."

Perspektivenwechsel gefordert

Die Industriellenvereinigung fordert einen grundlegenden Perspektivenwechsel in der Politik. Ziel müsse es sein, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Menschen und Unternehmen zu einem gewünschten Verhalten motivieren. Dazu zählen aus Sicht der IV OÖ stärkere Leistungsanreize, attraktivere Bedingungen für längeres Arbeiten, Investitionsanreize anstelle zusätzlicher Förderbürokratie sowie ein konsequenter Abbau von Überregulierung.

"Eine funktionierende Marktwirtschaft lebt davon, dass sich Leistung lohnt und Verantwortung übernommen wird. Wenn hingegen das Ausnützen von Systemen gesellschaftlich akzeptiert wird, verlieren am Ende alle", so Haindl-Grutsch. 

Mehr Markt statt Überintervention

Nach Auffassung der IV OÖ sollte sich der Staat wieder stärker auf seine eigentliche Aufgabe konzentrieren und faire Rahmenbedingungen schaffen, anstatt laufend in wirtschaftliche Abläufe einzugreifen. Mehr Markt bedeute aus Sicht der Interessenvertretung nicht weniger Ordnung, sondern bessere Ordnung. Als Beispiel für eine aus ihrer Sicht wenig zielführende Maßnahme nennt die IV OÖ die Kombination aus Mehrwertsteuersenkung und Paketabgabe.

Bründl erklärt: "Im Fußball sorgt ein Schiedsrichter für faire Regeln, nicht für jeden einzelnen Spielzug. Genau so sollte auch der Staat handeln. Er sollte den Rahmen setzen, aber den Menschen und Unternehmen wieder mehr Vertrauen entgegenbringen. Mehr Markt und weniger regulatorische Felsbrocken würden Österreich deutlich wettbewerbsfähiger machen. Die aktuelle Mehrwertsteuersenkung plus Paketabgabe ist ein Paradebeispiel, wie es nicht geht."

Mehrwertpaket angekündigt

Die Erfahrungen der Fußball-WM zeigen nach Ansicht der IV OÖ, dass bereits kleinere Regeländerungen ausreichen können, um das Verhalten nachhaltig zu verändern. Davon profitierten im Sport Spieler:innen, Zuschauer:innen und das gesamte Spiel. Dieses Prinzip lasse sich auch auf politische Rahmenbedingungen übertragen. Deshalb fordert die Industriellenvereinigung einen gesellschaftspolitischen Kurswechsel, weg von Überintervention und hin zu intelligenten Anreizsystemen. Für den Herbst kündigt sie ein Mehrwertpaket mit konkreten Detailmaßnahmen an.

Zum Abschluss sagt Bründl: "Wie im Fußball gilt auch für die Politik – von den richtigen Lenkungsmaßnahmen profitieren alle. Wir werden dazu im Herbst ein Mehrwertpaket mit Detailmaßnahmen vorlegen."

www.oberoesterreich.iv.at

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