UV-Strahlung führt zu DNA-Schäden
Auch Kaulquappen können unter Sonnenbrand leiden

Eine neue Studie der University of Queensland zeigt, dass kurze, intensive UV-Strahlung gefährliche DNA-Schäden beim Frosch-Nachwuchs verursachen kann.

Der Sommer bringt nicht nur Badewetter, sondern auch ein erhöhtes Sonnenbrand-Risiko. Die gefährliche UV-Strahlung kann bei Menschen nicht nur die Haut schädigen, sondern auch vorzeitige Hautalterung begünstigen und sogar das Risiko für Hautkrebs erhöhen. Sonnenschutz zählt deshalb zum Pflichtprogramm – und zwar auch im Wasser, wo viele das Eincremen gerne vergessen.

Dass Sonnenbrand aber längst kein rein menschliches Problem ist, zeigt nun eine Studie der University of Queensland (UQ). Demnach können auf der Südhalbkugel, wo die Ozonschicht dünner und die Sonneneinstrahlung dementsprechend besonders hoch ist, selbst Kaulquappen einen Sonnenbrand davontragen.

Kurze UV-Spitzen sind gefährlicher als gedacht

Für die im Fachjournal Journal of Experimental Biology veröffentlichten Studie untersuchte das Team der University of Queensland, ob bei UV-Strahlung nur die Gesamtmenge zählt – oder auch, wie stark die Tiere in kurzer Zeit belastet werden. Dafür wurde frischer Froschlaich aus einem Bach nahe Brisbane zunächst fünf Wochen lang ohne UV-Einfluss im Labor aufgezogen und anschließend unterschiedlichen Bestrahlungen ausgesetzt. Die Gesamtdosis blieb dabei gleich, die Intensität unterschied sich jedoch.

Das Ergebnis fiel deutlich aus: Nicht nur die Menge der Strahlung war entscheidend, sondern auch deren Wucht. Wurden die Tiere kurz, aber intensiv bestrahlt, sammelten sie DNA-Schäden deutlich schneller an als bei einer längeren, schwächeren Belastung. Laut Studie stieg der Schaden beinahe dreimal so rasch, am Ende lag er um 47 Prozent höher. Eine zweite Belastung am Folgetag verschärfte die Schäden zusätzlich.

Besonders anfällig sind die Larven, weil sie in kurzer Zeit kräftig wachsen und sich ihre Zellen entsprechend häufig teilen. Das macht ihr Erbgut zur leichten Angriffsfläche für die UV-Strahlung. "Das ist die Art von Schaden, die ihr Wachstum beeinträchtigen, ihre Fähigkeit zur Verwandlung zu Fröschen beeinflussen oder sie sogar töten kann", erklärt Studienautor und Ökologe Niclas Lundsgaard in einer entsprechenden Aussendung.

Besonders empfindlich reagierten kleinere Kaulquappen. Bei ihnen fiel der Schaden rund 50 Prozent höher aus als bei größeren Tieren. Als mögliche Erklärung nennt das Forschungsteam ihre im Verhältnis zur Körpermasse größere Oberfläche, wodurch mehr Gewebe der Strahlung ausgesetzt ist.

Auch andere Wassertiere könnten Sonnenbrand bekommen

Frösche dürften nicht die einzigen Leidtragenden sein. Auch bei Fischen oder Korallen vermutet Lundsgaard ähnliche Folgen durch kurze, heftige Strahlung. Für den Menschen lässt sich daraus jedoch vorerst wenig ableiten, da unsere Reparaturmechanismen anders funktionieren.

Die gesamte Studie können Sie hier nachlesen.

www.uq.edu.au

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