Probleme bei Transformation
Warum viele Unternehmen trotz hoher KI-Investitionen nicht vorankommen

| Tobias Seifried 
| 07.07.2026

Die Erwartungen an Künstliche Intelligenz sind hoch, doch bei der Umsetzung hapert es vielerorts. Laut Studie fehlen in zahlreichen Betrieben vor allem die organisatorischen Voraussetzungen, um sie erfolgreich im großen Maßstab einzusetzen.

Unternehmen weltweit treiben den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) zwar mit Nachdruck voran, der wirtschaftliche Nutzen bleibt jedoch häufig hinter den Erwartungen zurück. Das zeigt die aktuelle Studie "The AI-First Organization – Turning AI Power into Enterprise Performance" der Strategieberatung Roland Berger, für die 472 Führungskräfte weltweit befragt wurden (siehe Infobox).

Demnach erwarten 62 Prozent der Unternehmen tiefgreifende Veränderungen ihres Geschäftsmodells durch KI. Mit der entsprechenden Transformation haben allerdings erst 38 Prozent begonnen. Die Studienautor:innen sehen darin eine deutliche Lücke zwischen strategischem Anspruch und operativer Umsetzung.

Menschen und Organisation bremsen den KI-Einsatz

Als größte Hürde nennen die befragten Führungskräfte nicht die Technologie selbst, sondern fehlende KI-Kompetenzen. 49 Prozent sehen darin das größte Hindernis für die Wertschöpfung durch KI. Weitere 37 Prozent halten ihre Organisationsstrukturen und Prozesse für ungeeignet. Erst an dritter Stelle folgen technologische Anforderungen mit 34 Prozent.

Ferner halten 59 Prozent ihre Führungskräfte für nicht ausreichend auf die bevorstehenden Veränderungen vorbereitet. 42 Prozent bezweifeln zudem, dass ihre Unternehmen bereits über geeignete Governance-Strukturen für einen breiten KI-Einsatz verfügen.

Vorreiter setzen auf gemeinsame Plattformen

Laut Studie unterscheiden sich erfolgreiche Unternehmen vor allem durch ihre organisatorischen Voraussetzungen. So arbeiten 65 Prozent der KI-Vorreiter auf einer gemeinsamen Technologieplattform, die Daten, Prozesse und Systeme unternehmensweit vernetzt. Bei den weniger weit entwickelten Unternehmen sind es lediglich 18 Prozent.

Auch beim Aufbau von Kompetenzen zeigen sich deutliche Unterschiede. 58 Prozent der Vorreiter fördern KI-Know-how über alle Unternehmensbereiche hinweg, bei den Nachzüglern sind es lediglich 14 Prozent. Zudem treffen 88 Prozent der erfolgreichen Unternehmen datenbasierte Entscheidungen, während 73 Prozent auf bereichsübergreifende agile Teams setzen.

Führung und Prozesse rücken in den Mittelpunkt

Cyrus Asgarian, Senior Partner bei Roland Berger, sagt: "Viele Unternehmen kommen bei KI in einzelnen Anwendungen schnell voran – doch die Organisation hält mit diesem Tempo oft nicht Schritt." Entscheidend sei, Governance, Datenbasis, Prozesse und Führung gezielt weiterzuentwickeln und das Betriebsmodell konsequent auf KI auszurichten.

Auch Niels Kammerer, Partner bei Roland Berger, sieht Handlungsbedarf. Unternehmen müssten jetzt die strukturellen Voraussetzungen für den breiten KI-Einsatz schaffen. Neben klaren Verantwortlichkeiten seien vor allem eine durchgängige Daten- und Technologieplattform sowie ein neues Führungsverständnis erforderlich, in dem Beschäftigte und KI-Agenten künftig gemeinsam Wertschöpfung erbringen.

www.rolandberger.com

Über die Studie

Die Studie basiert auf einer globalen Befragung von 472 Führungskräften aus großen und mittelständischen Unternehmen. Die Erhebung wurde zwischen Dezember 2025 und April 2026 durchgeführt und umfasst die Branchen Automotive, Industriegüter, Finanzdienstleistungen und Versicherungen, Pharma und Healthcare, Konsumgüter, Handel und Logistik sowie Telekommunikation und Medien.

Regional verteilen sich die Teilnehmenden auf Deutschland, Österreich und die Schweiz (35 %), das übrige Europa (30 %), Nordamerika (15 %), den Mittleren Osten (10 %) sowie Asien und Ozeanien (10 %). 

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Über die Studie

Die Studie basiert auf einer globalen Befragung von 472 Führungskräften aus großen und mittelständischen Unternehmen. Die Erhebung wurde zwischen Dezember 2025 und April 2026 durchgeführt und umfasst die Branchen Automotive, Industriegüter, Finanzdienstleistungen und Versicherungen, Pharma und Healthcare, Konsumgüter, Handel und Logistik sowie Telekommunikation und Medien.

Regional verteilen sich die Teilnehmenden auf Deutschland, Österreich und die Schweiz (35 %), das übrige Europa (30 %), Nordamerika (15 %), den Mittleren Osten (10 %) sowie Asien und Ozeanien (10 %). 

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