Erst vor zwei Wochen hatte die Österreichische Post gemeldet, dass in Wien auf der letzten Meile kein Gramm CO₂ mehr anfällt – ein für Europa bemerkenswerter Schritt in der elektrischen Logistik (LEADERSNET berichtete). Bis 2030 soll dieses Modell im ganzen Land gelten, mit Zustellung ausschließlich per E-Fahrzeug oder zu Fuß. Weil an dieser Bilanz auch die Auftraggeber:innen ihren Anteil haben, holte sie das Unternehmen jüngst bei der Green Postal Night vor den Vorhang.
Schauplatz der Veranstaltung am Dienstag war die Konzernzentrale der Post. Statt über abstrakte Klimaziele zu sprechen, bekam jede:r geladene Kund:in eine ganz konkrete Zahl in die Hand: den individuellen CO₂e-Überblick, gefasst in eine Urkunde, die zur Gänze aus Naturfasern besteht und damit selbst dem Anlass gerecht wird.
Zwischen gelb und grün
Die Eröffnungsansprachen übernahm zunächst das Vorstandsteam des Konzerns, darunter Walter Oblin (Generaldirektor), Peter Umundum (Generaldirektor-Stellvertreter und Vorstand für Paket & Logistik) sowie Barbara Potisk-Eibensteiner (Finanzvorständin).
"Die Post ist nicht nur gelb, sie ist auch grün – und davon sollen auch unsere Kund:innen profitieren", erläuterte Oblin. "Wir sind seit Jahren Vorreiterin bei nachhaltiger Logistik und treiben Innovationen in diesem Bereich gezielt voran. Mit dem jüngsten Startschuss für die vollständig umgesetzte CO₂-freie Zustellung auf der letzten Meile in Wien haben wir einen entscheidenden Meilenstein erreicht. Jetzt gilt es, diesen Erfolg konsequent weiterzuführen und Schritt für Schritt auf ganz Österreich auszuweiten."
"Mit der täglichen Muskelkraft unserer Zusteller:innen, dem Einsatz von elektrisch betriebenen sowie mit erneuerbaren Treibstoffen versorgten Lkw und der größten E-Flotte des Landes, die im Laufe des Jahres die Marke von 7.000 E-Fahrzeugen übertreffen wird, treiben wir die grüne Transformation aktiv voran. Ergänzt durch zahlreiche weitere ressourcenschonende Maßnahmen investieren wir konsequent in eine verantwortungsvolle Zukunft und ermöglichen unseren Kund:innen eine zuverlässige Zustellung", so auch Umundum.
Und Potisk-Eibensteiner ergänzte: "Die Post setzt seit Jahren auf zahlreiche Initiativen, die einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt fördern. Darüber hinaus sind Inklusion und Vielfalt sowie faire Arbeitsbedingungen, Gesundheit und Sicherheit fest in der Unternehmenskultur verankert und längst gelebte Praxis bei der Post. Damit positioniert sich die Post sowohl als attraktive Arbeitgeberin als auch als engagierte Akteurin im Bereich Nachhaltigkeit."
Keynotes lieferten zwei Perspektiven auf dieselbe Aufgabe
Den fachlichen Auftakt übernahm schließlich Sylvia Bauer-Beck, Generaldirektorin der GeoSphere Austria, die in ihrer Keynote unter dem Titel "Risikoperspektiven aus dem Klimawandel: Wie Unternehmen strategisch gegensteuern können" zeigte, mit welchen Folgen der Klimawandel Betriebe konfrontiert und wie diese darauf strategisch reagieren können.
Aus der Unternehmenspraxis berichtete anschließend René Horsch, Customer Fulfilment Sourcing Manager Austria and Germany bei Ikea. Sein Vortrag "It's Good Business to be a Good Business: Nachhaltigkeit bei Ikea Österreich" drehte sich um die Nachhaltigkeitsstrategie des Möbelkonzerns, in der Zero Emissions und eine CO₂-freie Zustellung zentrale Rollen spielen, ebenso wie Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel.
Der Fahrplan bis 2030
Der grüne Kurs ist bei der Post keine neue Erfindung: Schon seit 2011 stützt sich das Unternehmen auf Elektroantriebe, erneuerbaren Strom und die Muskelkraft der Zusteller:innen. Ein Gutteil der Fahrzeuge rollt bereits rein elektrisch, in etlichen Städten und Regionen sogar zur Gänze. Auf ganz Österreich ausgerollt sein soll die emissionsfreie letzte Meile bis zum Ende des Jahrzehnts.
Auch abseits der Zustellung wird umgestellt. Im Transport setzt die Post neben E-Antrieben auf den fossilfreien Treibstoff HVO (Hydrotreated Vegetable Oil), der benötigte Strom kommt aus erneuerbaren Quellen – unter anderem aus Photovoltaikanlagen mit rund 20 MWp Leistung. Wo sich CO₂e-Emissionen derzeit noch nicht vermeiden lassen, finanziert das Unternehmen zertifizierte Klimaschutzprojekte. Was davon beim einzelnen Versand herauskommt, hält am Ende genau jener CO₂e-Überblick fest, der bei der Green Postal Night überreicht wurde.
www.post.at
Kommentar veröffentlichen