Marketagent-Umfrage
Nur jeder vierte Österreicher glaubt, KI-Inhalte zuverlässig zu erkennen

| Larissa Bilovits 
| 30.06.2026

Mit der wachsenden Flut belangloser KI-Inhalte, auch "AI Slop" genannt, steigen hierzulande Verunsicherung und Misstrauen. Entsprechend laut ist der Ruf nach einer verpflichtenden Kennzeichnung.

Künstliche Intelligenz (KI) ist im Alltag der Österreicher:innen angekommen, doch je selbstverständlicher die Nutzung wird, desto skeptischer blicken die Menschen auf das, was die Technologie produziert. Laut einer aktuellen, repräsentativen Studie von Marketagent, für die mehr als 1.000 Österreicher:innen befragt wurden, stößt die Technologie selbst zwar auf breite Offenheit, doch das Misstrauen gegenüber maschinell erzeugten Inhalten sowie das Bedürfnis nach klaren Regeln wachsen. 

KI ist im Alltag angekommen, wird aber skeptisch gesehen

Für die meisten Österreicher:innen gehört KI inzwischen zum Alltag. So nutzen rund 83 Prozent entsprechende Anwendungen aktiv, jede:r Zweite (51%) greift sogar mindestens einmal pro Woche darauf zurück. Besonders stark ausgeprägt ist das Nutzungsverhalten in der jungen Generation Z, in der bereits 80 Prozent regelmäßig KI verwenden. Im Vordergrund der Nutzung stehen altersübergreifend vor allem pragmatische Anwendungen, insbesondere die schnelle Recherche und Informationsbeschaffung (62%), während jüngere Nutzer:innen die Tools zusätzlich zum Erstellen, Überarbeiten und Zusammenfassen von Texten heranziehen.

Obwohl die Nutzung also bei vielen bereits zur Selbstverständlichkeit geworden ist, gibt sich Österreich hinsichtlich der Einstellung gegenüber der Technologie eher gespalten. Rund ein Drittel der Bevölkerung (35%) steht KI demnach grundsätzlich positiv gegenüber, während jede fünfte Person sie klar ablehnt (20%). In der Generation Z bewertet knapp die Hälfte der Befragten (49%) KI als positiv.

Zwischen Masse und fehlendem Vertrauen

Mit der Verbreitung von KI steigt auch die Präsenz maschinell erzeugter Inhalte. Fast sechs von zehn Befragten (58%) begegnen solchen Inhalten laut eigenen Angaben regelmäßig, doch die wachsende Sichtbarkeit schlägt nicht in Zustimmung um. Vier von Zehn (41%) bewerten die zunehmende Masse an KI-generierten Bildern und Texten negativ, jede:r Zweite (52%) konsumiert sie eher ungern. Auch die Qualität bleibt hinter den Erwartungen zurück und wird im Schnitt nur als mittelmäßig eingestuft.

Spürbar sind die Folgen vor allem in den sozialen Medien, wo bereits jede dritte Person ihr Verhalten verändert hat. Das Vertrauen sinkt (54%), Inhalte werden kritischer hinterfragt (47%) und der eigenen Konsum bewusst reduziert (33%). Parallel verschieben sich die Qualitätsmaßstäbe: Inhalte mit erkennbar menschlichem Ursprung gewinnen an Bedeutung (43%), ebenso bekannte Absender:innen (35%), echte Expertise (29%) und eine persönliche Handschrift (24%).

Fehlende Kennzeichnung verunsichert Bevölkerung

Bei der sicheren Erkennung von KI-Inhalten scheinen sich die Österreicher:innen aber schwer zu tun. Gerade einmal ein knappes Viertel der Bevölkerung (23%) traut sich zu, KI-Inhalte zuverlässig als solche identifizieren zu können, wobei diese Sicherheit auch unter jungen Menschen begrenzt bleibt (40%).

Bei der Beurteilung, ob es sich um einen KI-Inhalt handelt, wird laut Studie vor allem auf Warnsignale wie unnatürlich wirkende Bilder oder Gesichter (49%) sowie unstimmige Details im Bild, wie etwa Hände, Augen oder Proportionen (43%), geachtet. Jeweils 35 Prozent werden zudem misstrauisch, wenn Inhalte zu "glatt" wirken, oder achten darauf, ob eine explizite Kennzeichnung vorhanden ist.

Für eine verpflichtende Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten sprachen sich bei der Befragung übrigens 85 Prozent aus. "Transparenz ist ein zentrales Schlüsselthema im Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Nutzer:innen wollen wissen, womit sie es zu tun haben und fordern klare Orientierung in einer zunehmend unübersichtlichen Informationslandschaft", ordnet Andrea Berger, Research & Communications Manager bei Marketagent, die Ergebnisse ein.

AI Slop als Risiko für die Informationswelt

Für die Flut belangloser KI-Inhalte hat sich der Begriff "AI Slop" etabliert, was zu Deutsch etwa so viel wie "KI-Schrott" bedeutet. Der Ausdruck selbst ist hierzulande noch wenig geläufig (23%; Gen Z: 41%), das dahinterstehende Phänomen austauschbarer Massenware nehmen die Österreicher:innen aber bereits klar wahr (71%).

Auch die damit verbundenen Risiken sind in der Bevölkerung angekommen. Neben einer sinkenden Qualität von Online-Inhalten (46%) fürchten die Befragten vor allem gezielte Manipulation (45%) und die Verbreitung von Desinformation (44%). Drei Viertel (75%) rechnen damit, dass diese Entwicklung künftig weiter zunimmt.

"Die Ergebnisse unserer Studie zeigen deutlich: Künstliche Intelligenz ist gekommen, um zu bleiben. Während die Tools die Produktion von Inhalten massiv erleichtern und beschleunigen, steigt gleichzeitig der Wunsch nach Orientierung und Authentizität. Für Medien, Plattformen und Marken ergibt sich daraus eine klare Aufgabe: Wer langfristig relevant bleiben will, muss nicht nur technologisch mithalten, sondern vor allem Vertrauen schaffen: durch Klarheit, Qualität und eine erkennbare menschliche Handschrift", fasst Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent, zusammen.

www.marketagent.com

Über die Studie

  • Auftraggeber: Eigenstudie
  • Methode: CAWI | Marketagent Online Access
  • Instrument: Online-Interviews über die Marketagent reSearch Plattform
  • Erhebungszeitraum: 9. April 2026 bis 15. April 2026
  • Sample-Größe: n = 1.016 Netto-Interviews in Österreich
  • Kernzielgruppe: Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren I Inzidenz: 100 Prozent
  • Quotensteuerung: Sample repräsentativ für die österreichische Bevölkerung

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Über die Studie

  • Auftraggeber: Eigenstudie
  • Methode: CAWI | Marketagent Online Access
  • Instrument: Online-Interviews über die Marketagent reSearch Plattform
  • Erhebungszeitraum: 9. April 2026 bis 15. April 2026
  • Sample-Größe: n = 1.016 Netto-Interviews in Österreich
  • Kernzielgruppe: Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren I Inzidenz: 100 Prozent
  • Quotensteuerung: Sample repräsentativ für die österreichische Bevölkerung

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