Standort-Analysen 2026
Österreich verliert weiter an Wettbewerbsfähigkeit

| Janet Teplik 
| 28.06.2026

Platz 29 im globalen Ranking und ein schwacher Rang 43 bei der Verwaltungseffizienz – die aktuellen Zahlen für 2026 zeichnen ein düsteres Bild für den hiesigen Wirtschaftsstandort. 

Die Alarmsignale für den Wirtschaftsstandort Österreich verdichten sich. Drei aktuelle, voneinander unabhängige Analysen zeichnen zur Jahresmitte 2026 ein besorgniserregendes Bild der nationalen Wettbewerbsfähigkeit. Allen voran zeigt das neue IMD World Competitiveness Ranking 2026, dass Österreich im internationalen Vergleich weiter zurückfällt – von Platz 26 auf Platz 29 unter 70 Ländern. Besonders drastisch zeigt sich die Schwachstelle bei der Effizienz der öffentlichen Verwaltung, wo die Republik nur noch auf Rang 43 gereiht wird. 

Warnungen seitens IMD, ÖHV und Deloitte

Angesichts dieser Entwicklung fordert der Fiskalrat ein rasches, wachstumsorientiertes Gegensteuern und warnt vor einer unzureichenden Budgetkonsolidierung. Diese Warnungen decken sich auch mit den Ergebnissen des aktuellen Tourismusbarometers 2026 von der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV) und Deloitte. Selbst eine genaue Auslastung rettet demnach die Betriebe nicht, da extreme Kosten für Steuern und Abgaben sowie eine ausufernde Bürokratie die wirtschaftliche Substanz massiv belasten.

"Die schwierige Budgetlage ist kein Argument gegen Reformen, sondern das stärkste Argument dafür. In dieser Situation an hoher Steuerlast und Bürokratie festzuhalten heißt die Wachstumsschwäche verschärft. Das schwächt die Unternehmen, die Beschäftigung, Investitionen und Wertschöpfung sichern – und nicht zuletzt den Sozialstaat", so Markus Gratzer, Generalsekretär der ÖHV.

Wirtschaft und Sozialsystem Schritt für Schritt absichern

Um das heimische Wirtschaftswachstum und damit das Sozialsystem Schritt für Schritt abzusichern, fordert die ÖHV einen klaren wirtschaftspolitischen Kurs der Bundesregierung. Im Zentrum dieses Forderungskatalogs stehen spürbare steuerliche Entlastungen statt neuer Belastungen für die Unternehmen sowie eine konsequente Vereinfachung und Reduzierung von arbeitsbezogenen Abgaben. Zudem verlangt die Branche einen raschen Bürokratieabbau, der durch klare Fristen, festgelegte Zuständigkeiten und messbare Entlastungseffekte verbindlich geregelt ist. Flankiert werden müssen diese Schritte durch spürbar schnellere, voll digitalisierte Genehmigungs- und Verwaltungsverfahren. Nicht zuletzt darf eine nachhaltige Budgetkonsolidierung nicht zulasten der Wirtschaft gehen. Sie müsse über echte Strukturreformen realisiert werden, anstatt neue Belastungsfantasien zu verfolgen. 

"Der Weg zu einem konsolidierten Budget, einem gesunden Standort und letztendlich auch der Absicherung des Sozialstaats führt über eine gesunde Wirtschaft, nicht über noch höhere Belastungen", so Gratzer.

Mehr über das Tourismusbarometer 2026 von ÖHV und Deloitte lesen Sie hier.

www.oehv.at

www.deloitte.com

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