WM-Fieber
73 Prozent der Österreicher vertrauen bei Sportwetten auf ihr Bauchgefühl

| Larissa Bilovits 
| 23.06.2026

Mit der WM-Euphorie wächst hierzulande offenbar auch die Lust aufs Tippen. Dabei verlassen sich viele auf ihre Intuition, Einschätzungen aus dem Freundes- und Familienkreis sowie zunehmend auch auf KI-Tools.

Ganz Österreich ist derzeit im WM-Fieber. Nach dem hart erkämpften 3:1-Auftaktsieg gegen Jordanien – dem ersten WM-Sieg des ÖFB-Teams seit 1990 – musste sich die Mannschaft von Ralf Rangnick am Montag Weltmeister Argentinien mit 0:2 geschlagen geben. Beide Treffer erzielte Lionel Messi per Doppelpack. Die Vorfreude auf das alles entscheidende Gruppenspiel gegen Algerien in der Nacht von Samstag auf Sonntag bleibt bei den Fans dennoch ungebrochen.

Parallel zur sportlichen Begeisterung steigt offenbar auch das Interesse an Sportwetten: So messen laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag der auf Glücksspielrecht spezialisierten Kanzlei Brandl Talos (siehe Infobox) rund 65 Prozent der Österreicher:innen Sportwetten im Umfeld der WM eine größere Bedeutung bei. Rund 31 Prozent können sich zudem vorstellen, während des Turniers selbst eine Wette abzuschließen.

Wetten als gemeinsames Sporterlebnis

Wie die Studie zeigt, sind Sportwetten heutzutage häufig eine Art gesellschaftliches Ereignis. Demnach haben 58 Prozent der Österreicher:innen schon einmal im Freundes- oder Familienkreis gewettet. Auch Tipps aus dem persönlichen Umfeld spielen dabei eine wichtige Rolle - 34 Prozent orientieren sich gerne an Einschätzungen von Freund:innen oder Familie, bei den 20- bis 29-Jährigen ist es sogar knapp die Hälfte (49 %).

"Die Ergebnisse zeigen, dass Wetten für viele Menschen vor allem Teil eines gemeinsamen Sporterlebnisses ist", erklärt Angela Yonkova-Markov, Rechtsanwältin für Glücksspielrecht bei Brandl Talos. "Dabei geht es vor allem um soziale Interaktion, freundschaftliche Konkurrenz und das gemeinsame Mitfiebern beim Match."

Viele setzen auf Bauchgefühl und kleine Beträge

Bei der Entscheidungsfindung dominiert meist Intuition und Bauchgefühl, wie 73 Prozent der Österreicher:innen angeben. Zugleich setzen regelmäßige Wetter:innen vor allem dort an, wo sie sich ihrer Ansicht nach auskennen, erklären 83 Prozent dieser Gruppe.

Grafik Wettbarometer© Brandl Talos

Beim Vertrauen in das eigene Gespür zeigen sich jedoch starke Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Mehr als die Hälfte der Männer schätzt das eigene Gespür für Chancen und Risiken als gut ein, bei den Frauen sind es gerade einmal 32 Prozent. Die Einsätze bleiben – unabhängig vom Geschlecht – jedenfalls meist überschaubar, für 78 Prozent der Österreicher:innen reichen Beträge zwischen einem und fünf Euro aus. 69 Prozent betrachten bereits ein Getränk oder eine Einladung im Freundeskreis als möglichen Wetteinsatz.

Recherche und KI gewinnen an Bedeutung

Trotz des starken Fokus auf Bauchgefühl informieren sich viele vorab. 34 Prozent der Österreicher:innen recherchieren laut eigenen Angaben vor einer Wette online, etwa über Social Media oder Statistiken. Unter Vielwetter:innen liegt dieser Anteil mit 72 Prozent deutlich höher. Auch technologische Unterstützung rückt zunehmend in den Blick – so können sich rund drei von zehn Österreicher:innen (31 %) vorstellen, KI-Tools zur Einschätzung von Wetten zu nutzen oder tun dies bereits.

"Sportwetten bewegen sich heute in einem Umfeld, das sich technologisch und regulatorisch laufend verändert", erläutert Nicholas Aquilina, Partner bei Brandl Talos und Experte für Glücksspielrecht. "Umso wichtiger ist es, Entwicklungen rechtlich gewissenhaft zu begleiten und zugleich zu verstehen, wie Menschen Sport heute konsumieren und erleben."

www.brandltalos.com

Über die Studie

Im Auftrag der auf Glücksspielrecht spezialisierten Anwaltskanzlei Brandl Talos befragte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent von 28. April bis 5. Mai 2026 insgesamt 1.000 Personen österreichweit im Alter zwischen 14 und 75 Jahren. Die Studienteilnehmer:innen entsprechen weitestgehend den folgenden Generationen: Generation Z (Gen Z): 15–31 Jahre, Millennials (Gen Y): 32–45 Jahre, Generation X (Gen X): 46–60 Jahre, Baby-Boomer: 61–79 Jahre.

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Über die Studie

Im Auftrag der auf Glücksspielrecht spezialisierten Anwaltskanzlei Brandl Talos befragte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent von 28. April bis 5. Mai 2026 insgesamt 1.000 Personen österreichweit im Alter zwischen 14 und 75 Jahren. Die Studienteilnehmer:innen entsprechen weitestgehend den folgenden Generationen: Generation Z (Gen Z): 15–31 Jahre, Millennials (Gen Y): 32–45 Jahre, Generation X (Gen X): 46–60 Jahre, Baby-Boomer: 61–79 Jahre.

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