Europäischer Mobility Guide 2026
Österreich fährt bei der E-Mobilität im europäischen Spitzenfeld mit

| Tobias Seifried 
| 21.06.2026

Steigende Zulassungszahlen, eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur, steuerliche Anreize und mehr gebrauchte Stromer machen unser Land laut einer aktuellen Analyse zu einem der fortgeschrittensten Elektroautomärkte Europas.

Die Elektrifizierung von Fahrzeugflotten gewinnt in Europa weiter an Bedeutung. Laut dem European Mobility Guide 2026 von Ayvens zählt Österreich mittlerweile zu den sogenannten "Developed Markets" und damit zu den fortgeschrittenen E-Mobilitätsmärkten Europas.

Für die Analyse wurden 30 europäische Länder anhand von fünf Kriterien bewertet: der Verbreitung von Elektrofahrzeugen, der Ladeinfrastruktur, steuerlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen, den Gesamtkosten von Elektrofahrzeugen im Vergleich zu Verbrennern sowie der Nachhaltigkeit des Strommixes.

E-Mobilität im Flottenalltag angekommen

Mit einem Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge von mehr als 20 Prozent an den Neuzulassungen von Jänner bis Mai 2026 (LEADERSNET berichtete) und insgesamt 36.276 öffentlichen Ladepunkten verfüge Österreich über eine solide Basis für weiteres Wachstum, heißt es in der Untersuchung.

Die Verfügbarkeit von Elektrofahrzeugen sei zunehmend kein limitierender Faktor mehr. Für Unternehmen würden vielmehr steuerliche Rahmenbedingungen, regulatorische Vorgaben und die Wirtschaftlichkeit im laufenden Betrieb an Bedeutung gewinnen. 2027 wird es aber eine neue Regelung beim Sachbezug geben, durch die die steuerlichen Vorteile etwas geringer werden (LEADERSNET berichtete).

Unternehmen treiben die Elektrifizierung voran

Besonders deutlich zeige sich die Entwicklung im Firmenkundensegment. Unternehmen mit Operating-Leasing-Modellen würden bereits deutlich höhere Anteile batterieelektrischer Fahrzeuge aufweisen als der Gesamtmarkt.

Lorenz Loidl, Commercial Director von Ayvens Austria, sagte: "Wir sehen bereits heute, dass viele Unternehmensflotten – insbesondere im Operating Leasing – deutlich höhere BEV-Anteile aufweisen als der Gesamtmarkt."

Der Fokus verschiebe sich nun zunehmend auf weitere Fahrzeugsegmente. Vor allem bei leichten Nutzfahrzeugen bestehe laut Ayvens noch erhebliches Potenzial für die Elektrifizierung.

Mobility Guide 2026

© Ayvens

Gebrauchtwagenmarkt gewinnt an Bedeutung

Zunehmend wichtiger werde auch der Markt für gebrauchte Elektrofahrzeuge. Leasingrückläufer würden das Angebot erweitern und batterieelektrische Fahrzeuge verstärkt auch für private Kund:innen zugänglich machen. Dadurch könne die Marktdurchdringung zusätzlich beschleunigt werden.

Gleichzeitig sei europaweit zu beobachten, dass direkte Kaufprämien an Bedeutung verlieren. Stattdessen würden steuerliche Vorteile und planbare Gesamtkosten stärker in den Fokus rücken.

In Österreich wurde die Bundesförderung "E-Mobilität 2024" Anfang 2025 beendet. Bestehen bleiben laut Ayvens jedoch steuerliche Begünstigungen wie die NoVA-Befreiung, Sachbezugsvorteile bei Dienstwagen und Vorsteuerabzugsmöglichkeiten.

Ladeinfrastruktur bleibt wichtiger Faktor

Auch bei der Ladeinfrastruktur sehen die Studienautor:innen eine positive Entwicklung. Die reine Verfügbarkeit von Ladepunkten stelle zunehmend kein wesentliches Hindernis mehr dar. Wichtiger würden künftig ein einfacher Zugang, die Integration in den Arbeitsalltag sowie die wirtschaftliche Nutzung der Infrastruktur.

Loidl geht davon aus, dass die nächste Phase der Elektrifizierung von zwei Entwicklungen geprägt sein werde: einer stärkeren Verbreitung von Elektrofahrzeugen bei leichten Nutzfahrzeugen sowie einem wachsenden Angebot am Gebrauchtwagenmarkt. Entscheidend seien dabei vor allem die Wirtschaftlichkeit und die einfache Integration in den Alltag.

Den kompletten Ayvens Mobility Guide 2026 gibt es am Ende des Beitrags zum Herunterladen (PDF-File).

www.ayvens.com

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