Konzernstrategie präsentiert
So will sich Volkswagen bis 2030 neu aufstellen

| Tobias Seifried 
| 18.06.2026

CEO Oliver Blume möchte den Konzern bis zum Ende des Jahrzehnts zum weltweit attraktivsten Autobauer machen. Gelingen soll das durch Kostensenkung, mehr Wettbewerbsfähigkeit, gezielte Investitionen, Milliarden-Einsparungen – und massiven Stellenabbau.

Hohe Energie- und Personalkosten, neue Zölle, geopolitische Spannungen und die wachsende Konkurrenz aus China stellen Europas Autobauer vor große Herausforderungen. Mit einem neuen Zukunftsplan will Volkswagen auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren. 

CEO präsentiert Zukunftsplan

Bei der Hauptversammlung von Europas größtem Autobauer, zu dem Marken wie VW, Audi, Porsche, Skoda, Seat, Cupra, Bentley oder Lamborghini gehören, präsentierte CEO Oliver Blume die Strategie für die kommenden Jahre. Bis 2030 wolle Volkswagen zum weltweit attraktivsten Automobilhersteller werden und gleichzeitig seine finanzielle Robustheit stärken. Grundlage dafür seien unter anderem geringere Komplexität, höhere Effizienz und gezielte Investitionen in Zukunftstechnologien. Für die Belegschaft sind das keine allzu guten Nachrichten, denn die soll drastisch reduziert werden.

"Wir machen den Volkswagen Konzern noch robuster und wettbewerbsfähiger. Dafür haben wir einen klaren Zukunftsplan entwickelt", sagte Blume. Ziel sei es, das Unternehmen finanziell, strukturell und technologisch widerstandsfähiger aufzustellen.

Acht strategische Hebel im Fokus

Im Zentrum des Zukunftsplans stehen acht strategische Handlungsfelder. Volkswagen will die Komplexität bei Modellen und Technologien reduzieren, Überkapazitäten abbauen, regionale Verantwortung stärken, das Beteiligungsportfolio straffen sowie operative Abläufe effizienter gestalten. Darüber hinaus sollen Hierarchien abgebaut und Entscheidungsprozesse beschleunigt werden.

Dem Konzern zufolge wurde die Transformation in den vergangenen Jahren bereits vorangetrieben. So seien die Softwareorganisation neu aufgestellt, Batteriekompetenzen aufgebaut und umfangreiche Performance-Programme in den Marken umgesetzt worden. Blume erklärte, alle zentralen strategischen Ziele seien erreicht worden – teilweise sogar früher als geplant.

Milliarden-Einsparungen und Stellenabbau

Ein wesentlicher Bestandteil des Zukunftsplans ist die weitere Senkung der Kosten. Laut Volkswagen konnten durch Performance-Programme bereits Verbesserungen im zweistelligen Milliardenbereich erzielt werden. Tarifeinigungen und Personalmaßnahmen hätten 2025 zudem nachhaltige Kosteneffekte von rund einer Milliarde Euro gebracht.

Bis 2030 sollen jährliche Netto-Einsparungen von mehr als sechs Milliarden Euro erreicht werden. Für Volkswagen, Audi, Porsche und die Software-Tochter Cariad sei der Abbau von rund 50.000 Stellen vereinbart worden. Davon entfielen 35.000 auf die Volkswagen AG. Mehr als 28.000 Austritte seien bereits verbindlich bis 2030 vereinbart.

Elektromobilität bleibt strategischer Schwerpunkt

Parallel dazu setzt Volkswagen auf den Ausbau seiner Technologiekompetenz. Nach Unternehmensangaben wurden 2025 weltweit 32 Prozent mehr vollelektrische Fahrzeuge ausgeliefert als im Vorjahr. In Europa habe das Wachstum 66 Prozent betragen, der Marktanteil sei auf 27 Prozent gestiegen.

Zudem verweist der Konzern auf Fortschritte bei Softwareplattformen und Batterietechnologien. Mit der Tochtergesellschaft PowerCo werde der Aufbau eigener Batteriezellkapazitäten vorangetrieben.

Renditeziel von bis zu zehn Prozent

Bis 2030 strebt Volkswagen eine operative Umsatzrendite von acht bis zehn Prozent an. Gleichzeitig soll der Netto-Cashflow im Automobilgeschäft auf mehr als 60 Prozent des operativen Ergebnisses steigen. Erreicht werden soll dies durch Kostendisziplin, höhere Effizienz und gezielte Investitionen.

Blume zeigte sich trotz des schwierigen Umfelds zuversichtlich. "Die Lage bleibt anspruchsvoll. Trotzdem haben wir es selbst in der Hand: mit unseren starken Marken und Produkten, unserer klaren Strategie und einem Team, das liefern kann. Vor uns liegen große Chancen", sagte der Konzernchef abschließend.

www.volkswagen-group.com

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