Film ist die Kunst, Geschichten lebendig zu machen und diese einer Vielzahl an Menschen näherzubringen. Besonders das österreichische Kino beweist dabei durch seine narrative Dichte und visuelle Eigenständigkeit immer wieder, wie tiefgründig und gesellschaftlich relevant zeitgenössische Filmkunst sein kann. Um diese kreativen Leistungen und das handwerkliche Geschick hinter den Kulissen zu würdigen, versammelte sich die Branche erst kürzlich wieder zur jährlich stattfindenden Verleihung des Österreichischen Filmpreises.
Festlicher Rahmen
Stattgefunden hat die Preisverleihung im Rahmen einer kunstvoll-verspielten Gala in den hq7 studios (LEADERSNET berichtete). Über 1.000 Gäste wohnten der Veranstaltung, die unter dem Motto "Eine Bühne für den Film" stand, bei und würdigten damit die heimische Filmkunst. Für das künstlerische Konzept zeichneten sich die Schauspielerin, Regisseurin und Theaterleiterin Julia Edtmeier und der Schauspieler, Regisseur und Autor Alexander Pschill verantwortlich.
Die Begrüßung übernahm wiederum die Präsidentschaft der Akademie des Österreichischen Films, Verena Altenberger und Arash T. Riahi, die beide auf den diesjährigen Einreichrekord beim Österreichischen Filmpreis verwiesen und die Wirtschaftskraft des heimischen Filmschaffens hervorhoben. Gleichzeitig verdeutlichten sie angesichts der finanziell harten Zeiten für die Branche die Notwendigkeit von Streamingabgabe und Investitionsverpflichtung, denn diese sei keine Steuer, sondern eine faire Verpflichtung internationaler Konzerne, in die heimische Filmproduktion zu investieren. "Die Herausforderungen sind real", so die Präsidentschaft. "Aber die Chancen sind es auch. Denn Filmemachen wird vielleicht nicht einfacher. Aber es wird immer wichtiger. Unsere Filme können Heimat schaffen – für jene, die sie machen, für jene, die sie sehen und für jene, die sich in ihnen wiederfinden."
Eine filmreife Hommage an die Leinwand
Mit einer liebevollen Hommage an die Stummfilmzeit feierten Julia Edtmeier, Alexander Pschill und ihr Schauspielensemble Elena Hückel, Lisa Weidenmüller und Rafael Schuchter das Kino. Als Tramps kostümiert begeisterten sie das Publikum mit vollem Körpereinsatz sowie clowneskem Humor und sorgten gleichzeitig für feierlich-berührende Momente. Musikalisch getragen wurde der Abend von Florian C. Reithner am Piano und Anaïs Tamisier an der Geige sowie einer kraftvollen Gesangseinlage von Ruth Brauer-Kvam.
Für große Begeisterung sorgten zudem kreative Kurzfilme. Stars wie Birgit Minichmayr, Gerti Drassl und Gerhard Liebmann zeigten darin schelmische Performances rund um ein humorvolles Vorsprechen für Shakespeares "Hamlet". Dem Gründer-Duo des Wiener Theaters Bronski & Grünberg gelang es mit seinem Team spielerisch, die Grenzen zwischen Film und Bühne zu verwischen. Dieser Effekt wurde auch durch die riesige LED-Wall von LEDcave eindrucksvoll zum Leben erweckt.
Ein Abend der Ehrungen und eine neue Ära für die Preisskulptur
Zahlreiche prominente Filmschaffende überreichten die Auszeichnungen und würdigten in ihren Laudationen die verschiedenen Gewerke der Filmbranche. Zu den Vortragenden gehörten die Schauspielerinnen Verena Altenberger, Patricia Aulitzky, Ruth Brauer-Kvam und Hilde Dalik sowie die Schauspieler Manuel Rubey und Michael Maertens. Auch die Regisseure Mo Harawe, Michael Kreihsl und Stefan Ruzowitzky sowie die Regisseurin Mirjam Unger standen auf der Bühne.
In einem feierlichen Moment gedachte die Akademie ihrer verstorbenen Mitglieder mit einer Schweigeminute. Gewürdigt wurden der Tongestalter Peter Meiselmann, die Regieassistentin Jeanette Voltmann-Pochlatko-Rosenmaier, die Schauspielerin Luna Jordan und die Multimediakünstlerin Valie Export, die einst die Preisskulptur für den Österreichischen Filmpreis erschaffen hatte.
Zudem verkündete die Akademie des Österreichischen Films eine besondere Neuerung. Die begehrte Trophäe hat ab jetzt einen eigenen Namen und wird in Zukunft Valie genannt. Damit setzt die Akademie ein bleibendes Zeichen des Gedenkens an die große Künstlerin und Vorreiterin.
Die Preisträger:innen
Die Mitglieder der Akademie des Österreichischen Films haben die diesjährigen Preisträger:innen gekürt. Insgesamt wurde der Österreichische Filmpreis in 18 Kategorien verliehen. Die Produktion "Perla" führte das Feld mit acht Auszeichnungen an, gefolgt von "Vier minus drei" mit fünf Preisen. Jeweils zwei Trophäen gingen an "How to be Normal and the Oddness of the Other World". Mit jeweils einer Auszeichnung wurden "Noch lange keine Lipizzaner", "Night of Passage" und "Welcome Home Baby" geehrt. Den Preis für den publikumsstärksten Kinofilm sicherte sich "Aufputzt is'" (LEADERSNET berichtete) mit insgesamt 448.429 Zuschauer:innen.
Die komplette Liste der Preisträger:innen sehen Sie hier.
Die Akademie-Geschäftsführerin Katharina Albrecht im Anschluss an die Gala:
"Die heutige Inszenierung ist in enger Zusammenarbeit zwischen der künstlerischen Leitung und dem Vorstand der Akademie des Österreichischen Films entstanden. Im Mittelpunkt stand immer die große Wertschätzung für das filmische Schaffen dieses Landes. Der Österreichische Filmpreis 2026 hat ein weiteres Mal die große Vielfalt gezeigt, die unser Kino bietet – von international preisgekrönten Filmen bis hin zu heimischen Publikumshits."
Einen Eindruck von der Preisverleihung können Sie sich mittels Galerie verschaffen.
www.oesterreichische-filmakademie.at
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