Kehrseite der Regulierung
Mietpreisbremse 2026: Führt die Entlastung von heute zur Wohnungsnot von morgen?

| Redaktion 
| 12.06.2026

Was auf den ersten Blick wie eine spürbare Entlastung für Mieter:innen wirkt, entfaltet bei näherer Betrachtung zunehmend Nebenwirkungen für den Wohnungsmarkt. Mit dem seit April dieses Jahres geltenden Mietpreisdeckel greift der Staat erstmals auch in den privaten Mietmarkt ein. 

Der seit April in Kraft befindliche Mietpreisdeckel markiert einen Paradigmenwechsel: Erstmals werden auch private Mietverhältnisse von staatlichen Preisbeschränkungen erfasst. Zunächst ist die Wirkung klar positiv: Viele Haushalte profitieren von stabileren Mieten und besserer Planbarkeit. Doch genau diese Regulierung hat eine Kehrseite. "Kurzfristig bringt die Mietpreisbremse durchaus Entlastung für viele Haushalte", sagt Immobilienexperte Matthias Ortner von Advicum Consulting. "Gleichzeitig dämpft sie aber Investitionsanreize massiv und trifft damit den Neubau."

Denn werden potenzielle Erträge begrenzt, reagieren Investoren zurückhaltend. Projekte werden verschoben oder gar nicht erst realisiert und das Kapital zieht sich zurück. "Ohne Geldgeber wird kein neuer Wohnraum geschaffen. Im schlimmsten Fall führt das dazu, dass langfristig weniger Angebot entsteht und der Druck auf die Mieten wieder steigt", so Ortner.

Fertigstellungen auf dem Tiefstand

Dabei befindet sich der Wohnbau ohnehin schon unter Druck. Hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und unsichere Rahmenbedingungen haben die Bautätigkeit in den vergangenen Jahren bereits deutlich gebremst. Gleichzeitig sind frühere Überkapazitäten aufgebraucht, wodurch die Zahl der Fertigstellungen 2026 auf einem Tiefstand erwartet wird. Auch die Finanzierung bleibt ein Engpass: Banken agieren vorsichtig, Kredite sind schwer zugänglich, sowohl für Käufer als auch für Entwickler.

Während im Mietbereich bereits das Bestellerprinzip gilt, fehlt eine vergleichbare Regelung beim Immobilienkauf weiterhin. Gleichzeitig machen Steuern und Gebühren einen wesentlichen Teil der Erwerbsnebenkosten aus. Ein Bereich, in dem laut Matthias Ortner, erheblicher Entlastungsspielraum bestehen würde.

Es wird ein grundlegendes strukturelles Spannungsfeld sichtbar: Der Wohnungsmarkt lebt vom Zusammenspiel von Angebot, Nachfrage und Leistbarkeit, wird einer dieser Faktoren isoliert reguliert, gerät dieses Gleichgewicht ins Wanken. Am Ende bleibt daher entscheidend, was auch Matthias Ortner betont: "Regulierung soll schützen, aber sie darf den Markt nicht lähmen."

Gerade in diesem komplexen Umfeld steht Advicum Consulting für ganzheitliche Lösungsansätze, die fundierte Branchenexpertise mit ausgeprägter Transformationskompetenz verbinden, um den steigenden Anforderungen des Marktes wirksam zu begegnen.

www.advicum.com

 


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