Konkursverfahren beantragt
In der Baubranche gibt es die nächste Millionenpleite

| Tobias Seifried 
| 29.04.2026

Als Gründe für die Zahlungsunfähigkeit werden massive Gewährleistungsansprüche und daraus resultierende Forderungsausfälle angeführt.

Die wirtschaftlichen Turbulenzen im Bausektor fordern ein weiteres prominentes Opfer in der Südsteiermark. Über das Vermögen der Clever Bau GmbH mit Sitz in Gleinstätten wurde die Eröffnung eines Konkursverfahrens beantragt. 

Das im Jahr 2017 gegründete Unternehmen, eine 100-Prozent-Tochter der Lagerhaus Gleinstätten-Ehrenhausen-Wies eGen, war zunächst auf die Errichtung von Einfamilienhäusern spezialisiert. In den Folgejahren weitete Geschäftsführer das Portfolio deutlich aus und übernahm vermehrt Aufträge als Generalunternehmer.

Gewährleistungsansprüche als Stolperstein

Die Ursachen für das wirtschaftliche Scheitern liegen laut Angaben des Alpenländischen Kreditorenverbandes (AKV) primär in einem massiven Anstieg von Gewährleistungsansprüchen. Diese führten nicht nur zu erheblichen Sanierungsaufwendungen auf den Baustellen, sondern in weiterer Folge zu drastischen Forderungsausfällen gegenüber Kund:innen. Angesichts dieser Belastungen räumte Clever Bau seine Zahlungsunfähigkeit ein.

Die Verbindlichkeiten werden derzeit auf rund 2,68 Millionen Euro beziffert. Laut Insolvenzantrag handelt es sich dabei im Wesentlichen um Außenstände bei Lieferant:innen sowie Bankverbindlichkeiten. Wie hoch die verwertbaren Aktiva tatsächlich ausfallen, muss im Rahmen des Verfahrens erst ermittelt werden.

Keine Fortführung angestrebt

Von der Insolvenz sind 12 Dienstnehmer:innen sowie 32 Gläubiger:innen unmittelbar betroffen. Da weder eine Fortführung noch ein Sanierungsplan beabsichtigt sind, wird der bestellte Insolvenzverwalter nunmehr die geordnete Schließung und Verwertung des Unternehmensvermögens einleiten.

www.akv.at

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