Laut aktueller Umfrage
Wiener erwarten bei KI-Weiterbildung Praxis statt Hype

| Larissa Bilovits 
| 03.05.2026

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass Künstliche Intelligenz in der beruflichen Weiterbildung vor allem dann überzeugt, wenn sie praktisch anwendbar ist. Besonders gefragt sind konkrete Übungen und Lernbegleitung.

Künstliche Intelligenz (KI) spielt in der beruflichen Weiterbildung weiterhin eine wichtige Rolle. Die erste Hype-Welle dürfte jedoch abgeklungen sein. Inzwischen zählt vor allem, welchen konkreten Nutzen neue Technologien im Arbeitsalltag bringen, wie eine OGM-Umfrage, die im März und April 2026 im Auftrag des WIFI Wien zur beruflichen Weiterbildung in Wien durchgeführt wurde, zeigt.

"Nach der Euphorie folgt die Relevanz: Technologie muss unterstützen, nicht dominieren. Entscheidend ist jetzt, ob technologische Entwicklungen im beruflichen Alltag wirklich weiterhelfen", erklärt Christian Faymann, Leiter des WIFI Wien der Wirtschaftskammer Wien (WKW). 2026 sieht Faymann als das Jahr der "Entzauberung": Technologie werde nicht mehr als Innovation an sich wahrgenommen, sondern ausschließlich als Werkzeug für messbaren beruflichen Nutzen.

Vom Hype zur Anwendung

Die Ergebnisse zeigen eine klare Verschiebung von der Euphorie hin zur Anwendbarkeit: Digitale Bildungsplattformen verlieren gegenüber dem Vorjahr von 46 auf 32 Prozent an Zustimmung, automatisierte Lernpfade von 33 auf 16 Prozent. Gleichzeitig gewinnen konkrete KI-Angebote an Bedeutung. Praktische KI-Übungen steigen von 20 auf 30 Prozent, KI-Assistenten zur Lernbegleitung von 17 auf 24 Prozent.

Auch das Interesse an Weiterbildung insgesamt nimmt zu. 45 Prozent der Wiener:innen planen in den kommenden zwei Jahren eine berufliche Weiterbildung, 2025 waren es 39 Prozent. Zugleich stieg der Anteil der Unentschlossenen von neun auf 13 Prozent, während die klare Ablehnung von 52 auf 42 Prozent zurückging.

"Weiterbildung ist für viele Menschen heute keine reflexhafte Maßnahme mehr, sondern eine bewusste Zukunftsentscheidung. Gerade deshalb braucht es Angebote, die praxisnah sind, Orientierung geben und konkret im Beruf weiterhelfen", so Faymann.

Praxisnähe bleibt entscheidend

Für 65 Prozent der Befragten ist Praxisnähe das wichtigste Kriterium bei Weiterbildungsangeboten. Damit liegt sie klar vor Zertifikaten (40 %), Online-Teilnahme (34 %) und dem Preis (33 %). Zugleich ging auch der am häufigsten genannte Grund gegen Weiterbildung, ein fehlender Karrierenutzen, von 21 auf 17 Prozent zurück. Kostenargumente und mangelnde Unterstützung durch Arbeitgeber:innen wurden ebenfalls seltener genannt.

Kontinuierliche Weiterbildung und berufsspezifische Zertifikate werden mittlerweile fast so wichtig eingeschätzt wie klassische Bildungsabschlüsse. 66 Prozent sehen sie als starken oder sehr starken Faktor für langfristigen beruflichen Erfolg. Hochschulabschlüsse kommen auf 69 Prozent, Lehrabschlüsse auf 67 Prozent. Das WIFI Wien bleibt laut Umfrage der bekannteste Anbieter in der Erwachsenenbildung: 91 Prozent der Wiener Bevölkerung kennen das WIFI Wien, bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 86 Prozent.

www.wifiwien.at

www.ogm.at

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