Ende April stand im Österreichischen Gewerbeverein (ÖGV) im Palais Eschenbach alles im Zeichen von Wissenschaft, Innovation und Zukunftsfragen. Gleich zwei Veranstaltungen widmeten sich diesen Themen aus unterschiedlichen Perspektiven: Während bei der gemeinsam mit der Wilhelm Exner Medaillen Stiftung durchgeführten "SpringXPlain" aktuelle technologische Entwicklungen in kompakten Präsentationen verständlich aufbereitet wurden, bot die "Poster Challenge" Schüler:innen der Sekundarstufe II eine Bühne für eigene Ideen zu einem nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Österreich und Europa.
Technologien verständlich erklärt
Bei "SpringXPlain" wurden innovative Lösungsansätze in neun 360-Sekunden-Präsentationen zu einer 360-Grad-Rundschau gebündelt und anschließend in den Dialog mit Wirtschaft und Gesellschaft gebracht. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die Frage, welche neuen Technologien derzeit entstehen, sondern vor allem, wie diese in der Praxis ankommen können – insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die für den heimischen Wirtschaftsstandort eine zentrale Rolle spielen.
Thematisiert wurde unter anderem, wie vorhandene Ressourcen in Betrieben besser genutzt werden können. Beispiele dafür sind Abwärme aus Produktionsprozessen, chemische Energie in Abwässern oder betriebliche Daten, die nicht nur rückblickend analysiert, sondern künftig stärker als vorausschauendes Steuerungsinstrument eingesetzt werden könnten. Auch Ansätze aus dem Gesundheitsbereich, etwa präventive, datenbasierte Vorsorge durch einfach nutzbare Biosensorik, wurden diskutiert.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Hürden, die Innovationen auf dem Weg in die Anwendung bremsen. Denn selbst technisch überlegene Lösungen setzen sich nicht automatisch durch. Bestehende Systeme, hohe Umstellungskosten, fehlende Robustheit, Messungenauigkeiten oder mangelnde Skalierbarkeit können dazu führen, dass vielversprechende Ansätze nicht in den Markt gelangen. Für KMU seien daher leistbare Technologien, planbare Rahmenbedingungen und verständliche Kommunikation entscheidend, damit Innovation nicht als Risiko, sondern als konkrete Chance wahrgenommen wird.
Junge Ideen für eine nachhaltige Zukunft
Mit der "Poster Challenge" rückte der ÖGV schließlich die nächste Generation in den Mittelpunkt. Das Pilotprojekt für Schüler:innen der Sekundarstufe II wurde in Kooperation mit dem Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI), der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) sowie dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) durchgeführt und fand am 29. April im Exner Saal des Palais Eschenbach statt.
Schüler:innen waren hierbei eingeladen, ihre Ideen für ein nachhaltiges und wettbewerbsfähiges Österreich und Europa einzureichen. Im Fokus standen die drei Themenbereiche Energiewende, Kreislaufwirtschaft und klimaneutrale Stadt. Die eingereichten Poster wurden im Rahmen eines Präsentationsevents von Direktionen, Lehrpersonen, Schüler:innen sowie Vertreter:innen der Ministerien und der FFG vorgestellt. Alle neun teilnehmenden Schulen wurden für ihren Mut und ihre Innovationskraft ausgezeichnet und mit jeweils 500 Euro prämiert. Beteiligt waren das BG 13 Fichtnergasse, das BGRG WMS Simonsgasse, das BRG 9 Erich Fried Realgymnasium, das GRG 3 Radetzkystraße, das GRG 6 Amerlingstraße, die HTL Rennweg, die HTL Wien West, die Sir Karl Popper Schule sowie das Technologische Gewerbemuseum (TGM). Präsentiert wurden technologische, soziale, demokratische und gesellschaftliche Ideen, die zeigen sollten, wie Innovation zu einer lebenswerten Zukunft beitragen kann.
Ziel des Projekts war es, junge Menschen stärker für Themen wie Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität zu sensibilisieren und sie zur Entwicklung eigener Lösungsansätze zu motivieren. Gleichzeitig bot die "Poster Challenge" den teilnehmenden Schüler:innen Sichtbarkeit für ihre Projekte sowie die Möglichkeit, sich mit anderen Schulen, Institutionen und Gleichgesinnten auszutauschen.
LEADERSNET war dabei und hat Eindrücke für Sie in der Galerie gesammelt.
www.gewerbeverein.at
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