Neue Studie
Wie eine einzige Antibiotika-Kur unser Ökosystem im Darm nachhaltig stört

Neue Forschungsergebnisse belegen, dass herkömmliche Medikamentengaben die Qualität jener Billionen Mikroorganismen, die unsere Stimmung und Abwehrkräfte steuern, für lange Zeit massiv beeinträchtigen können.

Unser Inneres beherbergt ein wahres Wunderwerk, den Darm. Ein komplexes Ökosystem aus Billionen von Mikroorganismen, das weit mehr leistet als nur die Verdauung. Als unser wichtigstes Abwehrorgan trainiert er ununterbrochen das Immunsystem und dient gleichzeitig als Schaltzentrale für unser Wohlbefinden. Da der Darm zudem Stoffwechsel und Stimmung maßgeblich beeinflusst, gilt dieses so individuelle System zu Recht als der unsichtbare Motor unserer gesamten Gesundheit.

Doch genau diese essenzielle Lebensgemeinschaft ist weit weniger robust, als viele glauben. Während wir das System oft als selbstverständlich voraussetzen, zeigen aktuelle Daten der Universität Uppsala nun das wahre Ausmaß seiner Verletzlichkeit. Die Forschung macht deutlich, dass die Einnahme von Antibiotika – selbst wenn sie nur einmalig erfolgt – die Qualität dieser mikrobiellen Welt nicht nur vorübergehend, sondern über Jahre hinweg massiv beeinträchtigen können. 

Veröffentlicht im Fachjournal Nature Medicine 

Laut den neuesten Untersuchungen können Antibiotika unser Darmmikrobiom sogar noch vier bis acht Jahre nach der Einnahme nachweislich verändern. "Selbst eine einzige Antibiotika-Behandlung mit bestimmten Wirkstoffklassen hinterlässt Spuren im Darmmikrobiom", so Gabriel Baldanzi, Erstautor der Studie. 

Zudem wird ein langfristiger Antibiotikaeinsatz mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas, Typ-2-Diabetes und Darmkrebs in Verbindung gebracht, begründet darin, dass das Darm-Mikrobiom massiv gestört wurde, die mikrobielle Vielfalt abnimmt, nützliche Bakterien zurückgehen, potenzielle Krankheitserreger wie Escherichias coli sowie Clostridioides difficile zunehmen und häufiger Resistenzgene nachgewiesen werden. Unklar war bislang jedoch, wie lange diese Veränderungen tatsächlich anhalten. 

Fast 15.000 Personen untersucht

Die Forschenden aus Uppsala untersuchten daher von 14.979 erwachsenen Personen in Schweden die Mikrobiom-Profile. Es zeigte sich, dass je nach Art des Antibiotikums deutliche negative Veränderungen in der mikrobiellen Zusammensetzung zu erkennen waren, die teils sogar bis zu acht Jahre nach der Behandlung bestehen. Besonders ausgeprägt waren die Effekte bei Clindamycin, Fluorochinolonen und Flucloxacillin.

"Diese Studie bestätigt, was wir in über 30 Jahren Forschung immer wieder beobachtet haben: Antibiotika können Leben retten, aber sie hinterlassen im Darm tiefe Spuren. Das Mikrobiom erholt sich nicht einfach von selbst, sondern benötigt gezielte Unterstützung. Wer begleitend zu einer 
Antibiotikabehandlung medizinisch relevante Probiotika einsetzt, gibt dem Körper die notwendigen Werkzeuge, um das mikrobielle Gleichgewicht rasch wiederherzustellen. Die Uppsala-Studie macht wieder einmal deutlich, wie wichtig es ist, dem Mikrobiom als unserer wichtigsten Gesundheitszentrale mehr Aufmerksamkeit zu schenken", so Anita Frauwallner, Mikrobiom-Pionierin und Gründerin des Institut AllergoSan. 

Regeneration der Darmflora

Wer Antibiotika nimmt, sollte seinen Darm schützen. Expert:innen raten dazu, schon ab dem ersten Tag ein hochwertiges Probiotikum einzunehmen. Das bringt die Darmflora schneller wieder ins Lot und beugt Problemen wie Durchfall oder Infektionen vor. Besonders vulnerable Personengruppen wie ältere Menschen oder Krebspatient:innen ist das wichtig, um den Körper stabil zu halten und die Behandlung ohne Unterbrechungen durchzustehen.

www.allergosan.com

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV