Zentraler Hebel gegen Fachkräftemangel
Wirtschaftskammer Wien will KI-Kompetenz stärker im Klassenzimmer verankern

| Larissa Bilovits 
| 17.03.2026

KI wird zwar immer häufiger genutzt, doch das Verständnis dafür bleibt oft oberflächlich. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Fachkräften mit digitalen und analytischen Kompetenzen. Entsprechend sieht die WKW dringenden Handlungsbedarf.

Digitale Kompetenzen werden zunehmend zu einer Schlüsselqualifikation für den beruflichen Erfolg – entsprechend wächst auch der Druck auf das Bildungssystem, hier frühzeitig anzusetzen. Die Wirtschaftskammer Wien (WKW) spricht sich daher für eine stärkere Verankerung von KI- und Digitalkompetenzen in Schulen aus und sieht darin eine zentrale Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.

Technologie in ihren Grundlagen verstehen

"Digitale Kompetenzen sind heute eine grundlegende Kulturtechnik. Ohne sie wird es zunehmend schwieriger, im Berufsleben erfolgreich zu sein", hält Martin Heimhilcher, Obmann der Sparte Information und Consulting der WKW fest. Grundlage für diese Forderung ist die aktuelle Ausgabe des Vienna Digital Skills Insights, die zeigt, dass Künstliche Intelligenz im Alltag zwar immer häufiger Anwendung findet, das Verständnis für ihre Funktionsweise jedoch vielfach oberflächlich bleibt.

Heimhilcher ist dementsprechend davon überzeugt, dass Schulen junge Menschen künftig stärker darauf vorbereiten müssten, digitale Technologien nicht nur anzuwenden, sondern auch in ihren Grundlagen zu verstehen. Aus Sicht der Wiener Wirtschaft sei das ein wesentlicher Baustein, um den Standort langfristig wettbewerbsfähig zu halten. Denn am Arbeitsmarkt steigt die Nachfrage nach Fachkräften mit technologischem Know-how zunehmend. "IT-Grundverständnis, analytisches Denken und digitale Problemlösungskompetenz; diese Fähigkeiten sind heute in nahezu allen Branchen gefragt. Wenn wir hier nicht gegensteuern, verschärft sich der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften weiter", appelliert der Spartenobmann.

Zeitgemäße Prioritäten setzen

Vor diesem Hintergrund plädiert die Wirtschaftskammer Wien dafür, Informatik und Künstliche Intelligenz stärker in den Unterricht zu integrieren – nicht im Sinne eines Entweder-oder, sondern als Anpassung an die Anforderungen der Gegenwart. "Digitale Bildung darf kein Randthema sein. Sie muss ins Zentrum des Bildungssystems rücken", so Heimhilcher. 

Darüber hinaus betont der Spartenobmann, dass es ergänzend zur stärkeren Verankerung digitaler Kompetenzen im Schulwesen auch entsprechende strukturelle Rahmenbedingungen brauche, um die Potenziale von Künstlicher Intelligenz am Wirtschaftsstandort Wien voll auszuschöpfen. Dazu zählen insbesondere Investitionen in eine leistungsfähige digitale Infrastruktur, schnelle Internetverbindungen sowie der Ausbau von Rechenzentren. Gleichzeitig könne eine intensivere Vernetzung von Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen dazu beitragen, die KI-Bildungsoffensive nachhaltig zu stärken.

www.wko.at/wien

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